Das Storchenjahr 2023
Die Storchensaison neigt sich dem Ende entgegen. Sie war geprägt durch viele Wetterextreme, traurige Abwürfe von Küken und vielen neuen Jungstörchen. Mehr →
Weißstorchfans können sich jetzt jederzeit von Familie Adebars Wohlergehen überzeugen und am Heranwachsen der Jungstörche teilhaben. Regelmäßig informieren wir hier über das Brut- und Aufzuchtsgeschehen.
01. Juni: Am Freitag wurde leider ein weiteres Storchenküken aus dem Nest geworfen - das Schwächere im Vergleich zu den beiden Ältesten. Die Hitze und Trockenheit und damit verbundene Nahrungsknappheit der vergangenen Tage könnte bei dieser Entscheidung der Altstörche eine Rolle gespielt haben. Aber auch andere Stressoren wie Krankheiten
können Ursache sein und sind von außen schwer zu beurteilen. Was aus menschlicher Sicht grausam erscheint, ist eine Überlebensstrategie im Tierreich und kommt bei Weißstörchen sehr häufig vor. Nur selten überleben alle Küken die ersten Monate.
Die beiden ältesten, noch verbliebenen Jungvögel sehen jedoch sehr vital aus. Wir hoffen, dass sie nun gut durchkommen.
Zu dem ersten Jungen, das am 27.05. aus dem Schmiedehorst geworfen wurde, haben wir noch einen Nachtrag: Es wurde von Menschenhand aufgelesen, in eine Auffangstation gebracht
und liegt nun im Inkubator. Ob es aber aufwachsen und den weiten Weg nach Afrika antreten kann, bleibt abzuwarten.
27. Mai: Traurige Nachrichten aus dem Horst: Leider wurde das jüngste und kleinste Storchenjunge gestern Nachmittag von einem Elterntier aus dem Nest geworfen, sodass nur noch drei der Jungstörche leben.
Dass Störche ihre Jungvögel aus dem Nest werfen, wird häufiger beobachtet, sehr kleine Küken werden manchmal sogar gefressen. Die Ursache für dieses Verhalten ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Nahrungsknappheit und andere Stressoren eine Rolle. Da in der Regel, wie auch in diesem Fall, die jüngsten und schwächsten Storchenkinder Ziel dieser Aggression sind, liegt es nahe, dass die Eltern so das Überleben der kräftigeren Jungvögel sichern.
22. Mai: Die Jungstörche haben schon ordentlich zugelegt und verschlingen mittlerweile auch größere Happen, wie Mäuse und Frösche, die ihnen die Eltern auf den Nestboden würgen. Schon bald benötigen sie über ein Kilogramm Nahrung täglich, bei vier Jungen eine große Herausforderung für die Eltern. Bisher läuft die Versorgung gut, das jüngste Küken ist zwar deutlich kleiner als seine Geschwister, bekommt aber bei den Fütterungen etwas ab und macht einen munteren Eindruck. Noch bleibt immer ein Elternteil bei den Kleinen, um sie vor Regen, Kälte, Sonne und Nesträubern zu schützen. Die Jungen sind aber mittlerweile schon so groß, dass sie nicht mehr vollständig im Gefieder der Altvögel Platz finden, lange starke Regengüsse und Kälteperioden können den Jungen jetzt noch einmal gefährlich werden.
07. Mai: Nun ist auch der vierte und letzte Jungstorch da - damit sind alle Eier ausgebrütet. In den nächsten Wochen können wir gespannt verfolgen, wie sie größer werden und sich entwickeln.
05. Mai: Heute früh ist das dritte Küken geschlüft.
03. Mai: Die ersten beiden Küken sind geschlüpft! Noch sind die Jungen winzig klein, gerade einmal 80g wiegen sie, wenn sie aus dem Ei schlüpfen. Die grauen Daunen wärmen zwar, bieten jedoch noch wenig Schutz vor Wind und Regen. Die Altvögel hudern die Jungen deshalb die meiste Zeit unter ihrem Gefieder und stehen nur auf, um zu Füttern und die verbleibenden Eier zu wenden. Bei der Fütterung würgen die Altvögel das Futter, das sie im Kropf vorverdaut haben, auf den Nestboden, wo es von den Jungen aufgepickt wird. Noch können die Kleinen nur kleinteilige Nahrung wie Würmer oder Insekten schlucken, die größeren Brocken nehmen die Altvögel wieder auf und verspeisen sie selbst.
07. April: Unsere Störche waren fleißig - über Ostern sind drei weitere Eier dazu gekommen! Ab jetzt sitzt immer einer der Störche auf dem Horst und bebrütet die Eier. Bei der Ablöse begrüßen sie sich mit lautem Geklapper. Bei einer Brutzeit von ca. 31 Tagen erwarten wir den ersten Jungvogel, wenn alles gut geht, Anfang Mai.
31. März: Das erste Ei ist da! Die Störche wechseln sich bei der Brut ab und stehen regelmäßig auf, um das Ei behutsam zu wenden. Mit etwas Glück oder viel Geduld können aufmerksame Beobachter so auch einen Blick auf das Gelege erhaschen. Häufig fangen die Störche aber erst nach der Ablage des zweiten Eis an, richtig zu brüten, so dass die beiden ersten Jungvögel am gleichen Tag schlüpfen. Die nächsten Eier folgen dann im Abstand von jeweils zwei Tagen.
21. März: Nachdem unser Storch einige Wochen allein in seinem Horst verbracht hat, ist nun auch das Weibchen eingetroffen. Das Nest ist schon vorbereitet - nun kann es mit der Paarung losgehen!
24. Februar: Unser Storch ist zurück! Jetzt sitzt er in seinem Nest und wartet auf ein Weibchen, das aber noch auf sich warten lassen wird.
Der Großteil der Linumer Störche sind Ostzieher, die über den Bosporus ihre Winterquartiere in Afrika beziehen und brauchen für die Rückkehr nach Deutschland länger als unser Männchen, das über die Westroute aus Spanien kommt. Die Zeit, bis die passende Storchendame auftaucht, wird das Männchen nun damit zubringen, sich wieder ordentlich Kraftreserven anzufuttern und den Horst für die Aufzucht der Jungstörche vorzubereiten.
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Drei Jungstörche konnten wir am Ende der Storchensaison in Richtung Süden verabschieden. Es war ein besseres Jahr für Meister Adebar als 2021. Mehr →