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Die Waldohreule

Schönheit mit Federohren

Seit 1950 ist sie das Symbol für den Naturschutz. In Berlin sind rund 30 Paare zuhause – meist heimlich und unbemerkt. Wegen ihrer dämmerungs- bzw. nachtaktiven Lebensweise und das unauffällige Balzverhalten wird die Eule mit den Federohren leicht übersehen.

Waldohreule - Foto: NABU/René Hensel

Waldohreule - Foto: NABU/René Hensel

Vielleicht haben Sie es auch schon gehört: langgezogene klagende Schreie, die man im Frühsommer aus größeren Gärten oder Grünanlagen hören kann. Es sind die Bettelrufe junger Waldohreulen (Asio otus) und oftmals das einzige was die Anwesenheit dieses Vogels verrät. Wie fast alle Eulen sind auch die Waldohreulen dämmerungs- und nachtaktiv und sitzen tagsüber meist regungslos in einem Baum wo sie durch ihr braun gemustertes Gefieder oft kaum auffallen. Ihr Flug ist vollkommen lautlos und im Gegensatz zu anderen Eulen sind die ausgewachsenen Tiere wenig stimmfreudig.


Verbreitung

Nach dem Waldkauz ist die Waldohreule die häufigste heimische Eulenart. Sie kommt auf der gesamten Nordhalbkugel in gemäßigten Breiten vor. Weiter im Norden ist sie ein Zugvogel, der im Winter nach Süden ausweicht, hierzulande ist sie aber das ganze Jahr über anzutreffen. Auch in Berlin ist sie ein regelmäßiger Brutvogel. Der Berliner Bestand unterliegt wie überall relativ starken Schwankungen und liegt ungefähr zwischen 20 und 40 Paaren. Wie alle Eulen baut sie keine eigenen Nester, sie ist aber kein Höhlenbrüter wie der Waldkauz, sondern nutzt meist alte Krähennester oder Greifvogelhorste zur Brut. In seltenen Fällen brütet sie auch an Felsen oder am Boden. Eine Berliner Bodenbrut konnte 2019 in Spandau festgestellt werden, es war der erste dokumentierte derartige Fall auf Stadtgebiet.


Brutverhalten

Die Brut findet im Frühjahr, meist ab Ende März oder Anfang/Mitte April statt, die ersten Jungtiere werden meist im Mai festgestellt. Wie alle Eulen sind auch die jungen Waldohreulen Nestflüchter, das heißt sie verlassen das Nest bevor sie flügge sind und klettern im Brutbaum umher. Dabei tragen sie zunächst noch ihr Jugendkleid: flauschig wirkende, sehr helle Federn - Dunen genannt - die erst im Laufe der Zeit gegen das bräunlich gemusterte Alterskleid ausgetauscht werden. Erst einige Wochen nach Verlassen des Nests sind sie in der Lage, selbstständig zu fliegen und zu jagen.


Ästling in Neuköllner Hinterhof - Foto: Christine Szyska

Ästling in Neuköllner Hinterhof - Foto: Christine Szyska

Auch hier gilt: Ästlinge sind in der Regel nicht hilfsbedürftig! Sie sind keineswegs verlassen, sondern werden des Nachts von ihren Eltern versorgt. Man sollte sie deshalb keinesfalls einsammeln und zu Tierärzten oder Auffangstationen bringen! Auch auf dem Boden sitzende Ästlinge werden weiter von den Elterntieren versorgt, gerade in den Grünanlagen und Gärten der Städte drohen hier aber durch menschliche Aktivitäten oder durch Hunde besondere Gefahren.

Man kann die Jungtiere in solchen Fällen am besten erhöht auf einen nahegelegenen Baum setzen, oftmals können die Ästlinge schon gut klettern und ziehen sich von selber wieder in höhere Kronenbereiche zurück.


Nahrung und Verhalten

Waldohreulen sind Raubvögel, die sich fast ausschließlich von Kleinsäugern ernähren. Die Dichte ihres Vorkommens ist daher an das Vorkommen von Beutetieren gekoppelt und kann über die Jahre stark schwanken. In Berlin ist sie daher oft in der Nähe größerer Grünanlagen anzutreffen. Um das Tempelhofer Feld herum beispielsweise gibt es auf verschiedenen Friedhöfen, Parks und in geschützten Gärten viele regelmäßig besetzte Brutplätze der Waldohreule.


Außerhalb der Brutzeit ist die Waldohreule relativ gesellig. In sogenannten Schlafbäumen, in denen der Tag verbracht wird, sind oft mehrere Tiere zu beobachten die in kurzen Abständen zueinander fast regungslos auf den ästen sitzen. Es gibt Berichte von Schlafplätzen, die mehrere hundert Tiere umfassen!


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