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Ente oder Gans?

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Enten und Gänse haben nicht nur grundlegende Ähnlichkeiten im Körperbau, sondern teilen auch die wassergebundene Lebensweise. Sie sind die auffälligsten Wasservögel hierzulande und wo Gänse sind, sind Enten meist nicht weit.

Die Graugans ist die einzige Art, die auch in Berlin brütet. - Foto: Frank Derer

Die Graugans ist die einzige Art, die auch in Berlin brütet. - Foto: Frank Derer

Allerdings gibt es auch auffällige Unterscheide, die geeignet sind, diese beiden Gruppen gut voneinander abzugrenzen. Am auffälligsten ist sicherlich der markante Sexualdimorphismus der Enten, der bei Gänsen komplett fehlt. Als Sexualdimorphismus bezeichnet man einen deutlichen Unterschied in der Körpergestalt zwischen Weibchen und Männchen, bei Enten besonders auffällig im bunten Prachtgefieder der Männchen. Diese körperlichen Unterschiede haben ihre Ursachen in unterschiedlichem Verhalten und Lebensweisen. Während Enten jedes Jahr neue Paare bilden und das Brutgeschäft allein beim Weibchen liegt, bilden Gänse teils langjährige monogame Partnerschaften die gemeinsam Junge großziehen. Während männliche Enten jedes Jahr erneut ein Weibchen erobern wollen und sich so im Laufe der Evolution ein auffälliges Prachtkleid ausbildete, haben Gänse in der Regel ein unauffälliges Gefieder, was sie geschlechtsübergreifend bei Brut und Jungenaufzucht vor Gefahren schützt.

Auch hinsichtlich ihrer Nahrungsgewohnheiten unterscheiden sich die beiden Gruppen. Die meisten Enten sind typische Allesfresser, die ihre Nahrung fast ausschließlich im Wasser, schwimmend, tauchend oder gründelnd, aufnehmen. Gänse hingegen sind reine Vegetarier, die ihre Nahrung meist an Land suchen.


Gänse sammeln sich oft in großen Gruppen, hier sogar artübergreifend: Grau- und Kanadagänse - Foto: Helge May

Gänse sammeln sich oft in großen Gruppen, hier sogar artübergreifend: Grau- und Kanadagänse - Foto: Helge May

Gänse sind oft auch sehr gesellig. Zwar sind sie keine Koloniebrüter, aber in geeigneten Lebensräumen brüten sie oft in großer Zahl. Während des Zugs und in den Überwinterungsgebieten sind sie dann oftmals in großen Schwärmen anzutreffen. Dieses ausgeprägte Schwarmverhalten führt dazu, dass sich unter den Trupps heimischer Gänse oder häufiger Wintergäste bisweilen seltenere Ausnahmeerscheinungen finden lassen, die sich während des Zugs einem anderen Schwarm angeschlossen haben.

Als einzige einheimische Gänseart brütet die Graugans (Anser anser) vor allem in Norddeutschland und mit ungefähr 80 Brutpaaren auch auf Berliner Stadtgebiet. Ihre Nester finden sich am Rande größerer Gewässer und Feuchtgebiete, meist nur als kleine Bodenmulde, die mit Daunen ausgepolstert wird. Ausnahmsweise brütet die Art auch in verlassenen Greifvogelhorsten.


Text: Ansgar Poloczek


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