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Ab in den Winter
Ab in den Winter
Winterstarre, Winterschlaf, Winterruhe oder einfach Augen zu und durch
Fast über Nacht kam der erste Frost. Nicht nur für uns war der Rückgang der Temperatur ein sicheres Zeichen, die wärmende Winterbekleidung aus dem Schrank zu holen, auch die Natur hat sich durch vielfältige Strategien auf den Wechsel der Jahreszeiten eingestellt. Da bei Frost kein Wassertransport in den Bäumen möglich ist, verlieren Laubbäume ihre Blätter, nachdem sie uns mit ihrer bunten Farbenpracht erfreut haben. Zugvögel und Wanderfalter verlassen ihre sommerlichen Gefilde in Richtung Süden. Fernzieher, Arten die bis südlich der Sahara wandern, verlassen sofort, wie der Mauersegler, die Brutplätze nach dem Ausfliegen der Jungvögel. Die meisten Arten erneuern nach den Strapazen der Brutzeit und Aufzucht der Jungen erst ihr Gefieder und legen sich durch eine reichliche Nahrungsaufnahme ein Fettdepot an, das einem Akku gleich, Energie während des Fluges in den Süden liefert. Tierische Kost und Früchte können dabei schneller in körpereigene Energie umgewandelt werden als Sämereien.
Kraniche unterbrechen ihren Zug nach Süden.
Das ist u. a. ein Grund dafür, dass typische Bewohner des Waldes und der Siedlungsgebiete ab dem Spätsommer in Röhrichtgebieten anzutreffen sind. Diese Lebensräume stellen bis in den Spätherbst hinein reichlich Insektennahrung zur Verfügung.
Neben vielen Arten, die uns vor allem wegen des Nahrungsmangels im Winter verlassen, kommen im Herbst Trupps im Norden und Osten beheimateter Vögel in unsere Gefilde. Einige verweilen zur Nahrungsaufnahme, wie Kraniche und Gänse, um dann weiter nach Süden zu fliegen. Andere sind den gesamten Winter in größeren Trupps anzutreffen, bevor sie uns im Frühjahr wieder verlassen. Hierzu gehören verschiedene Krähenvögel, Wacholder- und Rotdrossel und immer regelmäßiger Seidenschwanz und Kiefernkreuzschnabel.
Eichhörnchen
Aber auch andere Strategien für die Überbrückung der kalten und nahrungsarmen Zeit haben die Tiere entwickelt. Dazu gehören Winterstarre, Winterschlaf und Winterruhe.
Arten wie Reh und Eichhörnchen, die ganzjährig zu beobachten sind, haben jetzt ihre Aktivitäten reduziert, um den Bedarf der ohnehin geringer vorhandenen Nahrung zu reduzieren. Eichhörnchen halten sich länger in schützenden Kobeln, Baumhöhlen oder Nistkästen auf, Rehe verharren lange Zeit an einem windgeschützten Platz.
Siebenschläfer
Arten, die ihre Aktivität reduzieren, aber nicht ihre Körpertemperatur senken und auch im Winter sporadisch zu beobachten sind, betreiben Winterruhe. Neben dem Eichhörnchen sind Beispiele Dachs, Waschbär und der Braunbär. Tierarten, die sich vom Herbst an bis zum nächsten Frühjahr in Winterquartiere zurückziehen und ihre Körpertemperatur sowie Körperfunktionen absenken, machen einen Winterschlaf. Dieser kann, wie beim Siebenschläfer, durchaus 7 Monate und somit über die Hälfte des Jahres ausmachen. Weitere Winterschläfer sind Fledermäuse, Feldhamster und das Murmeltier.
Grasfrosch
Zu den Arten, die in einer Winterstarre überwintern, gehören die wechselwarmen Lurche und Kriechtiere. Deren Aktivität ist von den Außentemperaturen abhängig, sie können ihren Wärmehaushalt nicht selber regulieren. Ihre Haut besitzt kein Unterhautfettgewebe als Wärmeschutz und keine Schweißdrüsen zur Thermoregulation. Auch ein Regulationszentrum im Gehirn fehlt. Einige Arten, wie Teich- und Grasfrosch, können im Gewässer überwintern. Die meisten Arten suchen sich Verstecke in Spalten, Fugen und Hohlräumen, wo sie mitunter in großer Anzahl überwintern. Viele wechselwarme Arten haben sich auch an Temperaturen unter 0°C angepasst, indem sie Glycerin oder Antifrost-Proteine produzieren.
Ringelnatter
Sobald die ersten warmen Regen im Frühjahr einsetzen und die Gewässer weitestgehend vom Eis befreit sind, kommen sie aus ihren Winterquartieren und machen sich auf den Weg zum Laichgewässer. Kurze Zeit später, wenn die Frühlingssonne den letzten Schnee zum Schmelzen gebracht hat, kann man auch wieder die ersten Zauneidechsen und Ringelnattern beobachten.
Aber bis das nächste Frühjahr kommt, lassen wir uns erst einmal überraschen, welche besonderen Wintergäste uns dieser Winter beschert.
15. Dezember 2010
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