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Die Dohle

Des Pastors schwarze Taube

Sie gehört zu den klassischen Bewohnern von Kirchtürmen, Schornsteinen und alten Bäumen. Wer einmal den unverwechselbaren Ruf eines der kleinsten Rabenvögel Deutschlands gehört hat, vergisst ihn so leicht nicht. Aber die Dohle wird in Berlin immer seltener.

Dohle - Foto: Christoph Kasulke

Dohle - Foto: Christoph Kasulke

Sie ruft „kjak“ oder „schack“ und fällt mit ihrem dunklen Gefieder wenig auf. Doch kaum scheint die Sonne, beginnt ihr Federkleid metallisch grün oder blau zu schillern. Die Dohle begeistert auf den zweiten Blick. Sie ist ein geselliger Vogel und wählt sich ihren Partner für ihr ganzes Leben. Heute ist die Dohle ein Nachbar des Menschen. Seit sie ihren ursprünglichen Lebensraum, die Steppe, verlassen hat, bezieht sie bevorzugt Schornsteine und Mauerlöcher in hohen Gebäuden. Wegen ihrer Vorliebe für Kirchtürme nannte man sie früher auch „des Pastors schwarze Taube“.


In Berlin selten geworden

Die Dohle zählt hier mittlerweile zu den stark gefährdeten Arten - Foto: Frank Derer

Die Dohle zählt hier mittlerweile zu den stark gefährdeten Arten - Foto: Frank Derer

Zwar haben sich die schlauen Vögel an das Leben in der Stadt angepasst, doch machen ihnen Sanierungen, Gebäudeabrisse und vergitterte Brutnischen besonders zu schaffen. Auch ihr Nahrungsangebot wird zunehmend dürftig, so dass sie heute in vielen Teilen Deutschlands gefährdet ist.

In Berlin gehört die Dohle zu den etwa 130 erfassten Brutvogelarten. Allerdings zählt sie hier inzwischen mit weiterhin abnehmendem Brutbestand zu den stark gefährdeten Arten. Beherbergte Berlin 1991 noch 250 Brutpaare, sind es aktuell höchstens 70. Und das, obwohl die Art sehr vielfältig bei der Nistplatzwahl ist. Baumhöhlen, Öffnungen und Nischen an Gebäuden sowie Schornsteine, die ihr den Namen „Kamindohle“ einbrachten, werden als Brutplätze genutzt.

Diese Ansprüche weisen schon auf mögliche Ursachen des Bestandsrückganges hin. Moderne Heizungssysteme, völlig gedämmte Gebäudefassaden, Häuser aus Stahl und Glas und das häufig wegen der Verkehrssicherungspflicht schnelle Entfernen höhlenreicher Altbäume reduzieren das Brutplatzangebot. Auch das Anbringen von Nistkästen in ehemals von der Dohle besiedelten Stadtbereichen, vor allem im Bezirk Mitte, brachte keine Besserung.


Dohlen überwintern bei uns meist in Trupps gemischt mit Saatkrähen - Foto: Christian Falk

Dohlen überwintern bei uns meist in Trupps gemischt mit Saatkrähen - Foto: Christian Falk

Mit der zunehmenden Innenstadtverdichtung wurden viele der kleinen Frei- und Grünflächen bebaut und somit gingen wertvolle Nahrungsflächen nicht nur für die Dohlen verloren. Hier können sich die vorwiegend in Kolonien brütenden Dohlen gegen andere Nahrungskonkurrenten nur noch schwer durchsetzen. Wer diesen kleinen Krähenvogel in Berlin beobachten möchte, der hat gute Chancen am Turm des Rathauses in Köpenick. Hier siedelt eine der letzten, durch Nistkästen geförderte Dohlenkolonie in Berlin. Wie lange noch, ist fraglich, denn in den letzten Jahren konnte keine der aus den Eiern geschlüpften Dohlen bis zum Ausfliegen heranwachsen.

Auffallender ist die Art im Winterhalbjahr, wenn die Dohlen meist in Trupps gemischt mit Saatkrähen aus Nord- und Osteuropa in Berlin überwintern und Grün- und Freiflächen sowie Äcker im Stadtrandbereich zur Nahrungssuche nutzen. Aber auch die in Berlin überwinternden Krähenbestände haben in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen.


Freiflächen sichern – Dohlen schützen!

Dohle mit Nistmaterial - Foto: Frank Derer

Dohle mit Nistmaterial - Foto: Frank Derer

Um die Dohle in Berlin zu erhalten, müssen große und naturnah gepflegte Freiflächen im Rahmen der Stadtentwicklung gesichert werden, wie sie zum Beispiel die Flughäfen Tegel und Tempelhof bieten. Hier kann man noch kleine, nach Nahrung suchende Dohlentrupps beobachten, die ihren Nachwuchs in den umliegenden Brutplätzen versorgen.


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