Stunde der Gartenvögel
Im Frühjahr Vögel beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen und dabei tolle Preise gewinnen – all das vereint 20. „Stunde der Gartenvögel“. Mehr →
Ungemähte Rasenflächen erhöhen die Artenvielfalt - Foto: Bernd Stemmer
Berlin, 29. April 2026 – Der Frühling ist da und schon jetzt leidet Berlins Stadtgrün unter Trockenheit. Die vergangenen Wochen waren zu trocken, Böden verlieren zunehmend Feuchtigkeit. Wer jetzt mäht, verschärft die Situation zusätzlich. Höheres Gras hilft, Wasser im Boden zu halten und schützt Flächen vor dem Austrocknen.
Auch für Insekten ist der Mai ein Schlüsselmonat. Viele unterschätzen, wie wichtig die ersten Blüten im Jahr sind. Wenn jetzt gemäht wird, verschwinden wichtige Nahrungsquellen wie Gundermann, Löwenzahn oder Gänseblümchen. Wer im Frühjahr aufs Mähen verzichtet, ermöglicht überhaupt erst die Blüte und schafft damit die Grundlage für Artenvielfalt. Ungemähte Flächen bleiben den ganzen Sommer über wertvolle Rückzugsorte und trocknen deutlich weniger aus.
Langes Gras ist Lebensraum für viele Arten
Gräser sind für zahlreiche Insekten unverzichtbar. Käfer und Heuschrecken finden hier Schutz, und viele Schmetterlinge sind sogar direkt auf bestimmte Gräser als Raupenfutter angewiesen. So nutzt etwa das Waldbrettspiel das Gewöhnliche Knäuelgras, während der Schachbrettfalter Rot-Schwingel bevorzugt. Von einer vielfältigen Insektenwelt profitieren auch Gartenvögel, die jetzt ihre Jungtiere versorgen. Gleichzeitig steigern artenreiche Grünflächen nachweislich das Wohlbefinden der Menschen in der Stadt.
Bezirke in der Verantwortung: 10.000 Hektar mit Potenzial
Besonders groß ist das Potenzial auf öffentlichen Flächen. Rund zehn Prozent der Berliner Stadtfläche, also etwa 10.000 Hektar, sind Parks, Grünanlagen oder Friedhöfe. Hier entscheidet sich das Schicksal der Berliner Artenvielfalt. Wenn im Mai konsequent weniger gemäht würde, hätte das sofort spürbare Effekte. Wir fordern daher, die Pflegepraxis in den Bezirken entsprechend anzupassen und stärker in ökologische Grünpflege zu investieren. Dazu gehören auch geeignete Geräte wie Balkenmäher und mehr und besser geschultes Personal. Um das vor zehn Jahren veröffentlichte „Handbuch Gute Pflege“ des Senats zufriedenstellend umzusetzen, besteht weiterhin deutlicher Nachholbedarf.
Auch kleine Flächen machen einen Unterschied
Doch auch im eigenen Garten oder vor dem Haus lässt sich viel bewirken. Lebensräume müssen nicht groß sein. Schon kleine, ungemähte Bereiche helfen Insekten und Vögeln. Wiesen und Rasenflächen sollten bis Ende Mai möglichst ungemäht bleiben. Danach empfiehlt es sich, in größeren Abständen zu mähen und abschnittsweise vorzugehen, damit Rückzugsräume erhalten bleiben.
Wichtig ist außerdem, das Schnittgut zu entfernen, damit nährstoffarme Standorte für Wildblumen entstehen können. Mähroboter sind keine gute Alternative, da sie Tiere wie Igel gefährden und Insekten töten können. Wer nicht ganz auf Ordnung verzichten möchte, kann Wege und Ränder mähen und andere Grasflächen wachsen lassen. So bleiben Blühinseln für Insekten und Vögel erhalten.
Stunde der Gartenvögel vom 8. bis 10. Mai
Weniger mähen bedeutet auch mehr Zeit zum Beobachten der Natur im Garten! Bei der „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai können Interessierte eine Stunde lang die Vögel im Garten zählen und dem NABU melden.
Text: Janna Einöder, 29.04.2026
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