Rekordjahr für die Hornissenretter
NABU-Hymenopterendienst führt mehr Beratungen als je zuvor
Europäische Hornisse - Foto: NABU/CEWE/Sandra Malz
Berlin, 25. September 2025 – Noch nie war die Nachfrage nach Beratung und Unterstützung beim Umgang mit Hornissen, Wespen und (Wild-)Bienen in Berlin so hoch. Seit 2021 hat sich die Zahl der Fälle beim NABU-Hymenopterendienst fast verdoppelt – 2025 werden über 2.100 Meldungen erwartet. Gleichzeitig ist die Finanzierung des bundesweit bekannten Vorzeigeprojekts durch die aktuellen Kürzungen im Berliner Haushalt akut bedroht.
Mehr Akzeptanz für Hornissen, Wespen und Co.
Das Bewusstsein für Insektenschutz nimmt stetig zu, und immer mehr Menschen wollen Konflikte mit Hornissen oder Wespen friedlich lösen. Es hat sich herumgesprochen, dass Hornissen nicht gefährlicher als „normale“ Wespen sind und zu einem intakten Ökosystem gehören. Weniger als ein Prozent der Hornissen-Fälle endeten 2025 mit einer Abtötung. Das ist ein unmittelbarer Erfolg der Arbeit des Hymenopterendienst.
Dieser Erfolg ist auch dem Netzwerk von Ehrenamtlichen zu verdanken, das der Hymenopterendienst koordiniert und das einen Teil der Vor-Ort-Beratungen und Umsiedlungen übernimmt. Es ist uns ein Anliegen, nicht nur akute Situationen zu entschärfen, sondern auch langfristig das Verhältnis zwischen Mensch und Insekt positiv zu verändern. Umso unverständlicher ist es, dass unsere Finanzierung wackelt – statt langfristig gesichert zu sein.
Hilfe in sensiblen Bereichen
Besonders wichtig sind die häufigen Einsätze in Kitas und Schulen. Wenn Kinder betroffen sind, ist schnelle Hilfe entscheidend. Gleichzeitig leisten wir vor Ort Umweltbildung. Wir sprechen mit Lehrkräften und Kindern darüber, warum ein Hornissennest nicht gefährlich sein muss und was für faszinierenden Tiere Hornissen sind. So entstehen Verständnis und Respekt für die Natur.
Asiatische Hornisse im Anmarsch
2023 konnte der Hymenopterendienst durch schnelles Eingreifen die Ansiedlung der invasiven Asiatischen Hornisse in Berlin verhindern. Mehr als 400 Verdachtsmeldungen aus der Hauptstadt prüften die NABU-Expert*innen seitdem, die sich zum Glück allesamt nicht bestätigen ließen. Doch inzwischen hat die Art Sachsen-Anhalt erreicht und ist damit nur noch rund 100 Kilometer von Berlin entfernt. Ohne eine Verstetigung unserer Dienste wird das Land Berlin künftig kaum schnell genug reagieren können, um die invasive Art in der Hauptstadt wirkungsvoll einzudämmen.
Text: Janna Einöder, 25.09.2025
Ihre Anlaufstelle für den Schutz von besonders geschützten Hautflüglern wie Wildbienen und Hornissen. Mehr →
Bei diesem Fall war echte Detektivarbeit gefragt, denn das Auffinden eines Hornissennests in Berlin ist nicht gerade einfach. Zum Glück konnte nach einer nervenaufreibenden Suchaktion die invasive Art rechtzeitig gefunden wurde. Mehr →
