Übergabe Schwalbenplakette BSR - Foto: Ruth Lankeit
BSR: Auszeichnung für schwalbenfreundliches Engagement
Plakette soll Akzeptanz geschützter Gebäudebrüter in Berlin stärken
Berlin, 16. Juli 2026 – Wir haben heute die Berliner Stadtreinigung (BSR) mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Am BSR-Standort Ostpreußendamm finden rund 50 Mehlschwalbennester unter einem Dachvorsprung einen geschützten Brutplatz. Mit der Auszeichnung würdigen wir das Engagement der BSR und möchte zugleich für mehr Akzeptanz der geschützten Gebäudebrüter in Berlin werben.
Schwalben gehören längst genauso zu Berlin wie zu Dörfern und Bauernhöfen. Trotzdem verschwinden ihre Brutplätze an Gebäuden noch immer viel zu häufig. Dass die BSR ihre Nester schützt und duldet, ist deshalb ein wichtiges Signal für den Artenschutz in der Stadt. Rund 50 Schwalbennester an einem stark genutzten Betriebsstandort zeigen: Artenschutz und Alltag schließen sich nicht aus. Wir hoffen, dass dieses Beispiel viele weitere Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften und Hauseigentümer*innen zum Mitmachen inspiriert.
Mehlschwalben kehren jedes Jahr an ihre Brutplätze zurück. Ihre Nester stehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig unter Schutz – ihre Zerstörung ist strikt verboten. Dennoch werden Nester immer wieder entfernt oder zerstört. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ zeichnet der NABU bundesweit Menschen, Unternehmen und Einrichtungen aus, die Schwalben an ihren Gebäuden willkommen heißen und ihre Nistplätze dauerhaft erhalten.
„Dass unser Standort Ostpreußendamm mit der Plakette ‚Schwalbenfreundliches Haus‘ des NABU ausgezeichnet wird, berührt mich als Biodiversitätsbeauftragte der BSR persönlich sehr. Unsere Kolleginnen und Kollegen schenken den Schwalben ganz bewusst Raum zum Leben – ein kleines Zugeständnis im Alltag, aber ein starkes Signal für Artenvielfalt mitten in Berlin“, sagt Dr. Anneli Heinrich, Umweltmanagement- und Biodiversitätsbeauftragte der BSR.
Wir rufen Berliner*innen, Unternehmen und Wohnungsbaugesellschaften dazu auf, vorhandene Schwalbennester zu erhalten und neue Brutplätze zu schaffen. Wer Mehl- oder Rauchschwalben am oder im eigenen Gebäude duldet oder fördert, kann sich um die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben.
Schwalbenfreundliche Maßnahmen:
- Vorhandene Nester erhalten und keinesfalls entfernen. Ein Kotbrett unter dem Nest schützt die Fassade vor Verschmutzung.
- Künstliche Nisthilfen anbringen.
- Kleine Lehmpfützen im Hof oder Garten anlegen und feucht halten, damit Schwalben Baumaterial finden.
- Balkon, Garten oder Wohnumfeld insektenfreundlich gestalten.
Text: Janna Einöder, 16.07.2026
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