Hitzewelle: Über 100 Wildvögel in Berlin versorgt
NABU-Wildvogelstation arbeitet an Belastungsgrenze
Mauersegler - Foto: Marc Engler
Berlin, 2. Juli 2026 – Die extreme Hitzewelle ist zwar vorerst vorbei, ihre Folgen für die Berliner Vogelwelt sind jedoch gravierend. Allein am vergangenen Wochenende versorgte die NABU-Wildvogelstation mehr als 100 Wildvögel im Außendienst und stationär. Gleichzeitig erreichten die Station über 1.400 Bürgeranfragen mit teilweise 30 Anrufen pro Stunde.
Unsere Station befindet sich seit Tagen im Ausnahmezustand. Der Wegfall der Förderung für die Randzeitenberatung verschärft die Situation zusätzlich. Das Team arbeitet an der Belastungsgrenze, wir kommen mit der Bearbeitung von Hilfeanfragen nicht hinterher.
Mauersegler stürzen aus überhitzten Nestern
Besonders betroffen sind Gebäudebrüter wie Mauersegler und Schwalben. Ihre Nester unter Dächern und in Gebäudenischen heizen sich auf bis zu 60 Grad auf. Viele noch nicht flugfähige Jungvögel stürzen bei der Flucht vor der Hitze aus den Nestern und werden verletzt oder sterben. Mit einem Adoptionsprogramm konnten bislang 25 junge Mauersegler gerettet werden, zahlreiche weitere Tiere werden von Ehrenamtlichen versorgt.
Neben Mauerseglern mussten auch zahlreiche Stockentenfamilien von Balkonen gerettet werden. Zudem wurden Greifvögel, Nebelkrähen, Silbermöwen und Singvögel mit hitzebedingten Verletzungen oder Erschöpfung aufgenommen. Die Zahl der Tiere, die die Hitze nicht überlebt haben und nie gefunden werden, dürfte deutlich höher liegen.
Klimakrise gefährdet Natur im Hier und Jetzt
Die Klimakrise trifft unsere heimische Tierwelt längst mit voller Wucht. Immer häufigere und intensivere Hitzewellen werden für viele Arten zur tödlichen Gefahr – mitten in der Brutzeit. Wer den Schutz der biologischen Vielfalt ernst meint, muss jetzt handeln! Berlin muss seine Klimaschutzziele konsequent umsetzen, naturnahe Lebensräume als natürliche Kühlräume sichern und den Verlust von Brutplätzen an Gebäuden stoppen. Gleichzeitig dürfen Wildtierauffangstationen und Ehrenamtliche mit den Folgen der Klimakrise nicht länger allein gelassen werden. Es braucht endlich eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung der Wildtierhilfe. Der Schutz tausender Wildtiere darf nicht ausschließlich von Spenden und der Belastbarkeit Ehrenamtlicher abhängen.
Text: Janna Einöder, 02.07.2026
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