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20.000 Stunden für die Stadtnatur

Jahresbericht 2025 des NABU Berlin

Unser Jahresbericht zeigt, wie wir uns gegen Naturverlust, umstrittene Bauprojekte und Eingriffe in sensible Lebensräume einsetzten - mit Hilfe unserer Ehrenamtlichen, die 20.000 Stunden Arbeit für die Stadtnatur leisteten.

Wildblumenwiese im Regierungsviertel

Wildblumenwiese im Regierungsviertel - Foto: Eric Neuling

Berlin, 28. Mai 2026 – Nie zuvor leisteten unsere rund 400 Ehrenamtlichen so viel Arbeit für den Naturschutz wie im zurückliegenden Jahr 2025: Mindestens 20.000 Stunden lang pflegten die Aktiven Naturschutzgebiete, pflanzten Bäume, legten Blühstreifen an, werteten Gewässer auf, kontrollierten Krötenzäune und Fledermausquartiere oder informierten Bürger*innen über die tierischen und pflanzlichen Bewohner der Hauptstadt und ihren Schutz. Das sind gut ein Drittel mehr Stunden als 2024 und ein neuer Rekord. Der Druck auf die naturnahen Flächen wächst und wächst und das spüren die Menschen. Auch deshalb setzen sich immer mehr Berliner*innen für den Naturschutz ein. Für dieses Engagement bedanken wir uns herzlich!

2025 war ein schwieriges Jahr für die Natur in der Hauptstadt. Der schleichende Verlust von Natur und Artenvielfalt macht sich immer deutlicher bemerkbar, was auch die im September veröffentlichte neue Rote Liste der Brutvögel Berlins zeigte: Drei weitere Vogelarten sind in Berlin ausgestorben, 30 Arten rückten in eine höhere Gefährdungsklasse auf. Vor allem durch die ungebremste Bebauung von Freiflächen, aber auch wegen der steigenden Erholungsnutzung und der zunehmenden Trockenheit geraten immer mehr Arten in der Hauptstadt unter Druck. In dieser Situation waren wir 2025 wieder eine wichtige Stimme, die sich für die Erhaltung der Stadtnatur und gegen eine Baupolitik ohne Rücksicht auf Verluste einsetzte.


Windkraft und Kreuzkröten 

Eines der Themen, die uns 2025 besonders beschäftigten, war die geplante Ausweisung von Windenergieflächen. Im Frühsommer legte der Berliner Senat seinen Vorschlag für acht Windenergieflächen vor, die fast alle in sensiblen Naturgebieten wie dem Grunewald, den Gatower Rieselfeldern oder der Jungfernheide liegen. Wir kritisierten den Plan massiv und forderte, für den Ausbau der Windkraft stattdessen vorbelastete Flächen wie Gewerbegebiete zu nutzen. Das Thema stieß in der Öffentlichkeit auf enormes Interesse, das sich in 2.600 überwiegend kritischen Stellungnahmen im Rahmen des Beteiligungsverfahrens niederschlug.

Auch das geplante Bauvorhaben am Pankower Tor, wo Berlins letzte Kreuzkröten-Population lebt, hielt uns 2025 in Atem. Teils ohne Genehmigung, teils auf fragwürdiger rechtlicher Grundlage versuchte der Investor, die umstrittene Umsiedlung der Kreuzkröten auf eine benachbarte Kleingartenfläche voranzutreiben. Unter anderem sollte ein Abwasserkanal von dem Gelände in eine benachbarte Straße verlegt werden, was einen kritischen Eingriff in den Lebensraum der Kreuzkröten bedeutet hätte. Auf unsere Klage hin zog der Senat seine Genehmigung für dieses Projekt zurück. Damit haben wir bereits zum zweiten Mal auf juristischem Weg erreicht, dass der Senat einen Rückzieher machen musste, und den Kreuzkröten eine Atempause verschafft. Nach wie vor sind noch viele Frage zu der geplanten Umsiedlung der streng geschützten Kreuzkröten ungeklärt. Wir haben bisher erfolgreich verhindert, dass hier einfach Fakten zu Lasten der Kreuzkröte geschaffen werden.

Auch bei weiteren großen Neubauprojekten des Berliner Senats brachten wir 2025 mit kritischen Stellungnahmen ein, etwa im Rahmen der Beteiligungsverfahren zu den neuen Stadtquartieren „Am Sandhaus“ in unmittelbarer Nähe der Moorlinse Buch sowie in der Elisabeth-Aue. 

Text: Alexandra Rigos, 28.05.2026


Eisvogel - Foto: Marc Engler
Jahresbericht 2025

Im Jahresbericht 2025 berichten wir von unseren Erfolgen für den Berliner Naturschutz und legen unsere Finanzen offen. Mehr →

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