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Weltbienentag: Berlins Wildbienen brauchen Hilfe

Häufige Arten werden immer seltener

42 Prozent der Berliner Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste. Doch Berliner*innen können helfen: Mit wildbienenfreundlichen Gärten, geeigneten Nisthilfen und mehr Blühflächen lassen sich wichtige Lebensräume schaffen.

Mauerbiene auf Blüte schaut Richtung Kamera

Mauerbienen-Männchen - Foto: Peter Brixius

Berlin, 19. Mai 2026 – Zum Weltbienentag am 20. Mai rufen wir Bürger*innen dazu auf, aktiv zum Schutz der Bestäuber beizutragen. Denn den Wildbienen der Hauptstadt geht es nicht gut: Auf der neuen Roten Liste der Wildbienen Berlins stehen 42 Prozent der hier vorkommenden Arten, weitere fünf Prozent finden sich auf der Vorwarnliste. Schlimmer noch: Auch einst häufige Arten wie die Kleine Spiralhornbiene gehen deutlich im Bestand zurück. Der Hauptgrund für den Rückgang ist der Verlust von Lebensräumen, insbesondere durch die Bebauung von Brachen. Immerhin können die Berliner*innen einiges tun, um den bedrohten Wildbienen zu helfen: Wir brauchen mehr wildbienenfreundliche Gärten und Balkone, um den Verlust an Freiflächen wenigstens ein Stück weit zu kompensieren.


Insektenhotels: Ja, aber richtig!

Wildbienen-Nisthilfen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Die so genannten Insektenhotels haben einen schlechten Ruf, weil es viele ungeeignete Billig-Modelle auf dem Markt gibt. Aber richtig gemacht, bieten sie einer Reihe von Arten Nistmöglichkeiten. Statt nutzloser Elemente wie Tannenzapfen oder Hohlräumen mit breiten Schlitzen sollten die Nisthilfen eine Vielzahl von Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern aufweisen. Am besten eignen sich Bohrlöcher in Hartholz mit glattem, nicht ausgefranstem Rand. Auch hohle Stängel und nicht zu harte Lehmflächen sind sinnvoll. Wichtig ist, dass die Nisthilfen viel Sonne bekommen und ausreichend tief sind - zehn Zentimeter Tiefe sind das Mindestmaß, besser sind 15 oder 18 Zentimeter. Denn Wildbienen legen Eier, in denen Weibchen heranwachsen, ganz hinten in ihre Niströhren. Aus flachen Nisthilfen schlüpfen daher allenfalls Männchen. 

Oft wird kritisiert, dass nur wenige, eher häufige Arten diese Nisthilfen nutzen. Aber jede Biene, die fliegt, ist ein Gewinn! Wer einen Garten hat, sollte jedoch auch an jene zwei Drittel der Wildbienen denken, die unterirdisch nisten: Offene Bodenstellen, schüttere Wiesen oder ein eigens angelegtes „Sandarium“ bieten ihnen Platz für den Nestbau. Und natürlich brauchen die Insekten auch ausreichend Nahrung, denn bei knappem Blütenangebot entwickeln sich wiederum überwiegend männliche Wildbienen. Vielfältige Blühstreifen, Blumenwiesen und Wildkräuterbeete sorgen für Futter und mehr weiblichen Nachwuchs.  


Exkursion zum Weltbienentag auf dem Tempelhofer Feld

Wer mehr über die Berliner Wildbienen und ihren Schutz erfahren möchte, hat am Weltbienentag dazu Gelegenheit: Wir bieten am 20. Mai 2026 um 15 Uhr eine Wildbienenexkursion auf dem Tempelhofer Feld an. Der Wildbienen-Experte Dr. Christoph Saure wird über das bislang nicht öffentlich zugängliche Gelände der „Alten Gärtnerei“ führen. Treffpunkt ist am Eingangstor der Alten Gärtnerei (Google-Koordinaten: 52°28'07.0"N 13°24'51.0"E). Bitte anmelden unter lvberlin@nabu-berlin.de. 

Text: Alexandra Rigos, 19.05.2026


Wildbienen-Doppelhaus - Foto: Adolf Ziska
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