Schwalben willkommen!
Wir zeichnen schwalbenfreundliche Hausbesitzer*innen und ihre Immobilie mit einer Plakette aus. Mehr →
Mehlschwalbe mit Lehm am Schnabel - Foto: Max Kugler
Berlin, 23. April 2026 – Sie haben auf ihrem Weg aus dem afrikanischen Winterquartier tausende Kilometer zurückgelegt und kehren jetzt in die Hauptstadt zurück: Die Mehlschwalben. Doch wo sie im vergangenen Jahr gebrütet haben, sind nicht selten ihre Nistplätze verschwunden. Fassaden- und Sanierungsarbeiten und die vorsätzliche (illegale!) Zerstörung ihrer Nester machen es den Vögeln immer schwerer, in Berlin ein Zuhause zu finden.
Das zeigen leider auch die Bestandszahlen der neuen Roten Liste der Brutvögel. Seit 2025 gelten Mehlschwalben in Berlin offiziell als „gefährdet“. Besonders in den letzten zehn Jahren war ein deutlicher Bestandsrückgang zu verzeichnen.
Jetzt beginnt die entscheidende Zeit für Mehlschwalben. Im April und Mai treffen die Flugkünstler ein und starten kurz darauf mit dem Nestbau. Fehlen geeignete Nistplätze und Nistmaterialien, verlieren die Vögel wertvolle Energie, ziehen weiter oder brüten gar nicht erst. Wir rufen deshalb dazu auf, Gebäude schwalbenfreundlich zu gestalten und vorhandene Nester zu erhalten.
Mangel an Nahrung und Niststätten setzen Mehlschwalben zu
Im Gegensatz zu Rauchschwalben, die in Schuppen, Ställen oder anderen offenen Gebäuden nisten, bauen Mehlschwalben ihre Nester bevorzugt außen an Hausfassaden, geschützt unter Dachvorsprüngen. Doch glatte, moderne Fassaden und der Mangel an Lehm als Baumaterial erschweren den Tieren das Leben in der Stadt. Gleichzeitig nimmt das Nahrungsangebot ab, da die Zahl der Insekten rückläufig ist. Eine einzige Schwalbenbrut vertilgt während der Aufzucht tausende Mücken und Fliegen.
Zum Glück können die Berliner*innen einiges tun, damit auch künftig Schwalben am Himmel der Hauptstadt herumflitzen. Schon mit einfachen Maßnahmen lässt sich viel bewirken:
Jetzt für die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben
Wer Schwalben am oder im eigenen Gebäude duldet oder aktiv fördert, kann sich bei uns um die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben. Mit der Auszeichnung würdigen wir das Engagement von Hauseigentümer*innen, Mieter*innen und Hausgemeinschaften, die Lebensraum für die geschützten Vögel schaffen und schützen. Gerade jetzt können wir mit wenig Aufwand viel bewirken. Wer Nester erhält oder neue anbietet, hilft Mehlschwalben ganz konkret – und kann dieses Engagement mit einer Plakette auch sichtbar machen.
Text: Alexandra Rigos, 23.04.2026
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