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Jetzt brüten wieder Stockenten auf Berliner Balkonen

Hochsaison für die NABU-Wildvogelstation beginnt

Mit Beginn der Brutzeit sind Stockenten auf der Suche nach Brutplätzen - und landen dabei immer wieder auf Balkonen oder in Innenhöfen. Die NABU Wildvogelstation berät und unterstützt Anwohner*innen im Umgang mit den Tieren und ihren Gelegen.

Eine Stockente sitzt mit ihren Küken auf einem Balkon

Stockenten auf dem Balkon - Foto: André Hallau

Berlin, 30. März 2026 – Mit den ersten Stockentenbruten der Saison aus Berlin-Mitte, Spandau und Charlottenburg beginnt für die NABU-Wildvogelstation die arbeitsintensivste Zeit des Jahres. In den kommenden Wochen werden wieder zahlreiche Enten auf Balkonen, Dachterrassen und in Innenhöfen brüten, mit teils fatalen Folgen für die Küken.


Gefährliche Brutplätze in der Stadt

Was zunächst possierlich erscheint, wird schnell zur Gefahr: Auf Balkonen geschlüpfte Küken können oft nicht eigenständig das nächste Gewässer erreichen. Wenn sie ihren Brutplatz in luftiger Höhe verlassen, enden Abstürze oder der Weg durch den Straßenverkehr häufig tödlich. Viele Menschen freuen sich zunächst über die Ente auf dem Balkon – bis klar wird, dass die Küken dort in einer ökologischen Falle gefangen sind. Ohne Hilfe haben diese Familien in der Stadt oft keine Überlebenschance.

Die Umsetzung der Entenfamilie an ein Gewässer ist dann meist die einzige Lösung. Seit über 20 Jahren rettet die NABU-Wildvogelstation jährlich Hunderten Entenküken das Leben und unterstützt betroffene Berliner*innen mit Beratung und Einsätzen vor Ort. Verwaiste Küken lässt das Team von fremden Entenmüttern adoptieren.


Hoher Einsatz jedes Frühjahr

Allein 2025 setzten die NABU-Mitarbeiter*innen 117 Bruten mit 682 Küken um. Zusätzlich konnten sie 143 verwaiste Küken in andere Entenfamilien integrieren. Sehr viel Zeit nimmt auch die intensive telefonische Beratung und die Begleitung von Bürger*innen in Anspruch. Die Situation überfordert viele Menschen. Deshalb setzen wir zunehmend darauf, die Betroffenen so zu unterstützen, dass sie selbst aktiv werden können. Einige Enten brüten immer wieder am gleichen Ort, so gibt es inzwischen auch Berliner*innen, die die Rückführung ‚ihrer‘ Balkonente eigenständig durchführen.


Forschung liefert neue Erkenntnisse

Die gesammelten Daten der letzten Jahre wurden 2025 erstmals im Fachjournal Urban Ecology veröffentlicht. Sie zeigen: Balkonbruten sind ein komplexes und in Berlin weit verbreitetes Problem. Der Mangel an natürlichen Brutplätzen und die Anpassungsfähigkeit urbaner Stockenten sind wahrscheinlich die Ursachen dieses Verhaltens. Umso wichtiger ist es, unsere Uferbereiche naturnäher mit schützender Vegetation zu gestalten, menschliche Störungen zu reduzieren und den Enten damit geeignetere natürliche Brutplätze zu bieten.


Wir bitten um frühzeitige Meldung

Wir rufen dazu auf, sich im Fall einer auf dem Balkon brütenden Stockente frühzeitig beraten zu lassen, um rechtzeitig eine sichere Lösung für die Tiere zu finden. Die NABU-Wildvogelstation bietet eine Telefonberatung montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 12 Uhr an. Umfangreiches Infomaterial und Kontaktdaten sind auf der Website der NABU-Wildvogelstation zu finden.


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