Wildvogelstation und Wildtierberatung auch 2025 stark gefragt
Wir fordern langfristige und frühzeitige finanzielle Sicherheit für beide Angebote
In Berlin sind viele Füchse Zuhause. - Foto: NABU/Marc Scharping
Berlin, 18. Februar 2026 – Ob Stockenten auf Balkonen, Geckos in Fahrradreifen oder Füchse in Sandkästen: Die NABU-Wildvogelstation und die NABU-Wildtierberatung waren auch im Jahr 2025 zentrale Anlaufstellen für Berliner*innen, die Probleme mit Wildtieren hatten. Die hohe Nachfrage von insgesamt rund 10.000 Beratungen zeigt deutlich, wie groß der Bedarf ist – und wie wichtig diese Angebote für den Natur- und Artenschutz in der Hauptstadt sind.
Verlässliche Anlaufstelle für Berliner*innen
Die NABU-Wildvogelstation betreute im letzten Jahr 2025 insgesamt 971 Wildvögel von 31 Arten. Besonders häufig waren Stockenten und Ringeltauben, die inzwischen einen erheblichen Teil der Kapazitäten binden. Die Zahl der Tiere, die in die Station gebracht werden, bleibt auf hohem Niveau. Für viele Berliner*innen sind wir eine verlässliche Anlaufstelle in der Versorgungskette für Berliner Wildvögel – sowohl bei der Versorgung verletzter Tiere als auch bei der telefonischen Beratung.
Zudem wurden in der Station 2025 6.322 Anrufe und rund 1.200 E-Mails bearbeitet – 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Dank zusätzlicher Mittel der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) konnte die Bürger*innenberatung auch in Randzeiten erweitert werden. Gleichzeitig bleibt die Unterstützung durch Ehrenamtliche unverzichtbar.
Ein Schwerpunkt lag erneut auf dem Schutz junger Mauersegler. Diese stürzen sich in der Not bei Hitzeperioden vermehrt aus ihren Brutnischen und bleiben hilflos zurück. 14 Jungvögel konnten im Adoptionsverfahren erfolgreich in neue Familien eingesetzt und somit aufwendige Handaufzuchten vermieden werden. Geeignete, nicht hitzegefährdete Brutplätze werden jedes Jahr weniger. Der weitere Ausbau unseres Adoptionsprogrammes hilft etwas, aber die Problematik wird uns angesichts der Klimakrise weiter begleiten.
Füchse, Waschbären und Wildschweine im Fokus
Auch die NABU-Wildtierberatung war 2025 stark nachgefragt. Rund 3.000 Anfragen bearbeitete das Team – vor allem zu Füchsen, Waschbären und Wildschweinen, die fest zum Berliner Stadtbild gehören.
Viele Konflikte entstehen aus Unsicherheit oder mangelndem Wissen. Daher ist es enorm wichtig, durch eine fundierte, fachliche Beratung den Umgang mit Wildtieren in der Stadt zu erleichtern. Uns ist es wichtig, den Betroffenen zu helfen und damit mehr Verständnis für die Wildtiere Berlins zu schaffen.
Neben den typischen Beratungsfällen kam es auch zu skurrilen Anfragen – etwa zu einem entlaufenen Polarfuchs, einem Gecko, der in einer Fahrradwerkstatt entdeckt wurde, oder Rehen in begrünten Wohnhöfen in Karlshorst.
Finanzielle Absicherung dringend notwendig
Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage fordern wir eine dauerhafte und frühzeitig gesicherte, finanzielle Sicherung der Wildvogelstation und der Wildtierberatung. Ziel ist es unter anderem, langfristig Beratungsangebote an Wochenenden und Feiertagen weiter verlässlich anzubieten und den Naturschutzbeitrag der Wildvogelstation dauerhaft fortzuführen.
zu den projekten
Sie haben einen vermeintlich verletzten Wildvogel gefunden und wissen nicht, was zu tun ist? Die Expert*innen der Wildvogelstation beraten Sie gern telefonisch und vermitteln an jeweilige Hilfs- und Pflegeeinrichtungen, nach Möglichkeit. Mehr →
Wir helfen bei Fragen rund um Fuchs, Marder, Wildschwein, Waschbär und Wildkaninchen. Unser Wildtiertelefon ist ein Service in Zusammenarbeit mit der Jagdhörde der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Mehr →
