Die Sägen rasseln wieder
Von Oktober bis Februar droht Bäumen Gefahr
Im Herbst und Winter geht es vielen Bäumen an den Kragen. - Foto: mustafagull/Getty Images Signature
Berlin, 30. September 2025 – Am 1. Oktober startet die alljährliche Baumfällsaison. Ab diesem Zeitpunkt dürfen – sofern eine Genehmigung vorliegt – wieder Bäume gefällt oder stark zurückgeschnitten werden. Für Berlin bedeutet das: Jedes Jahr gehen mehrere tausend Bäume und damit wertvolles Stadtgrün verloren – der überwiegende Teil auf privaten Grundstücken, aber auch im öffentlichen Raum an Straßen, in Parks und Grünanlagen.
Der NABU Berlin appelliert deshalb an Planer*innen, Investor*innen und Verwaltung, Bäume als wertvolles Stadtgrün von Anfang an in die Planung einzubeziehen. Wir können es uns vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht mehr leisten, Bäume als bloßes „Planungshindernis“ zu behandeln. Sie müssen von Beginn an in Bauvorhaben integriert werden, statt erst über ihren Erhalt zu diskutieren, wenn es Proteste gibt. Wenn eine alternative Planung mit Baumerhalt möglich ist, muss sie im gesellschaftlichen Interesse auch umgesetzt werden.
Leider sind nicht nur private Investor*innen, sondern auch einige Behörden allzu schnell bereit, Bäume vermeintlich wichtigeren Zwecken oder einem bequemen Baustellenbetrieb zu opfern. Ein Beispiel hierfür sind die Planungen am Tempelhofer Damm, bei denen bis zu 200 Bäume der Sanierung von Wasserleitungen und U-Bahntunneln zum Opfer fallen sollen. Die Erhaltung des Großteils der Bäume wäre zwar möglich, würde aber zu vorübergehenden Verkehrseinschränkungen führen. In Politik und Verwaltung fehlt noch immer das Bewusstsein, dass Bäume keine Straßendeko sind, die man einfach ersetzen kann.
Bäume sind unverzichtbar fürs Stadtklima
Bäume sind lebenswichtig: Sie spenden Schatten, kühlen die aufgeheizte Stadt, filtern Schadstoffe, produzieren Sauerstoff und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten – von Insekten über Fledermäuse bis zu Vögeln. Ein alter Baum erfüllt diese Funktionen in einem Maße, das durch eine Neupflanzung kurzfristig nicht kompensiert werden kann.
Viele Anfragen, begrenzte Möglichkeiten
Jedes Jahr erreichen den NABU Berlin zahlreiche Anfragen zu Baumfällungen – insbesondere während der Fällsaison. Der Verband weist jedoch darauf hin, dass er nicht alle Einzelfälle prüfen oder vor Ort begutachten kann. Die Antworten auf die häufigsten Fragen finden Bürger*innen unter berlin.nabu.de/baumhilfe. Wir geben gerne allgemeine Informationen und Hinweise, aber konkrete Genehmigungen oder Einzelfallentscheidungen liegen bei den zuständigen Bezirksämtern. Für einen wirksamen Schutz müssen die Rahmenbedingungen auf politischer Ebene verbessert werden.
Text: Janna Einöder, 30.09.2025
Wir erhalten regelmäßig Anfragen von Bürger*innen zum Thema Baumschutz und Fällmaßnahmen. In diesem FAQ finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen. Ist das Fällen des Baumes erlaubt? Was kann ich dagegen tun? Oder wie weit darf ein Baum beschnitten werden? Mehr →
Viele Baumfällungen dürfen nur mit behördlicher Genehmigung durchgeführt werden. Wo kann man sich erkundigen, ob Baumfällungen oder Rodungen von Hecken rechtens sind? Wer kann eingreifen, wenn die Fällung nicht genehmigt ist? Wird Ersatz geleistet? Mehr →
Die Fachgruppe Baumschutz steht allen Baumfreunden und Bauminteressierten offen. Im Mittelpunkt steht der Baum und seine Bewohner in all seinen Facetten, und die Begegnung mit ihm: im Wald, in Gärten, Parks und Friedhöfen, in der Landschaft und an der Straße. Mehr →
