Auswertung der NABU-Aktion:
Die Stunde der Gartenvögel

Der NABU Berlin ist begeistert: die erstmalig in diesem Jahr durchgeführte Aktion „Die Stunde der Gartenvögel“ war ein voller Erfolg! Alle Berlinerinnen und Berliner waren am 22. Mai aufgerufen, von 9.00 bis 10.00 Uhr Vögel zu beobachten und zu zählen – im eigenen Garten, im Park um die Ecke oder im Straßengrünzug, auf dem Balkon oder vom Fenster aus. Die notierten Beobachtungen wurden an den NABU Berlin gesendet, der die Ergebnisse gesammelt und jetzt ausgewertet hat. Unter den Teilnehmern wurden über 30 attraktive Preise verlost.

Der Großteil der knapp 1200 Einsendungen traf auf den extra für die Aktion gestalteten Formularen ein. Viele Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, ihre Beobachtungen mit Fotos und Anekdoten, Geschichten und gar selbst gemalten Zeichnungen zu bereichern. Diese Resonanz zeige, so der NABU Berlin, welch großes Interesse es in der Bevölkerung an der heimischen Vogelwelt gebe.

Besonders profitierte der Landesverband von der hervorragenden Begleitung der Aktion durch rbb Stadtradio 88,8. So haben die Vogelfreunde Berlins insgesamt 38671 Vögel beobachtet. Aber nicht nur die Anzahl war beeindruckend, sondern auch die Artenfülle. 96 gemeldete Vogelarten sprechen nicht nur für abwechslungsreiche Lebensräume in der Hauptstadt, sondern auch von einer beachtlichen Artenkenntnis der Teilnehmer.

Mit Abstand die häufigste gemeldete Art war mit 9007 Individuen der Haussperling, gefolgt vom Star (4204). Jeweils über 3000 Kohl- und Blaumeisen sowie Amseln wurden notiert. Der Zaunkönig, diesjähriger Vogel des Jahres, entdeckten die Berliner und Berlinerinnen gut 400 Mal. Auch die Elster war mit 2000 Exemplaren in Berlin gut vertreten, was jedoch eher ihrer Auffälligkeit und leichten Bestimmbarkeit als ihrer tatsächlichen Häufigkeit zuzuschreiben sein dürfte. Seltene Arten wie Schwarzkehlchen, Waldohreule und Kolkrabe wurden ebenfalls vereinzelt beobachtet.

Den Anspruch, eine wissenschaftlich auswertbare Gartenvogelzählung vorlegen zu können, hatten die Initiatoren der „Stunde der Gartenvögel“ von Anfang an nicht. Vielmehr sollten die Teilnehmer angeregt werden, die Natur vor ihrer Haustür mit offenen Augen (und Ohren) zu erkunden. Dennoch steht für den NABU Berlin fest, dass es bei der Aktion nur Gewinner gegeben hat: Viele der Vogelfreunde wollen auch im nächsten Jahr, wenn die Aktion eventuell sogar in ganz Deutschland stattfinden wird, wieder dabei sein. Und sollte es gelingen, die Gartenvogelzählung ähnlich dem britischen Vorbild über mehrere Jahre fortzuführen, dann ließen sich auch Trends hinsichtlich der Populationsentwicklung ablesen, so der NABU Berlin abschließend.


Und hier die Ergebnisse:

Graphische Darstellung der Teilnahme in Berlin(.jpg)
Alle Vögel (.pdf)
Berlins Bezirke (.pdf)