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Bitte keine jungen Igel aufsammeln!
Bitte keine jungen Igel aufsammeln!
NABU bietet Tierfreunden Information in allen Igel-Fragen
Der Herbst beginnt und mit ihm die Sorge vieler Gartenbesitzer um „ihre“ Igel. In diesem Jahr meldeten sich bereits Anfang September erste Anrufer in der NABU-Geschäftsstelle. Sie hatten vermeintlich hilflose Igeljunge beobachtet oder sogar bereits eingesammelt. Da saßen nun die jungen Igel auf dem Küchentisch und der „Finder“ war ratlos. Denn die Berliner Igelstationen – Einrichtungen von Privatleuten, die sich vorwiegend als Beratungseinrichtungen verstehen – nehmen nur wirklich hilfsbedürftige Tiere auf und dazu gehören Jungigel in dieser Jahreszeit nicht.
Hilfsbedürftigkeit kritisch prüfen
Um solche Situationen zu vermeiden, informiert der NABU alljährlich die Öffentlichkeit über die Lebensweise von Erinaceus europaeus (Braunbrustigel).
„Bei Jungigeln kann es sich zu dieser Jahreszeit um einen späten oder einen zweiten Wurf handeln. Bis in den Herbst hinein können noch Igel geboren werden“, so NABU-Sprecherin Gertrudis Kinscher. „Zwischen September und November sind gesunde junge Igel durchaus in der Lage, sich noch genügend Fettreserven für den Winterschlaf anzufuttern!“
Igeljunge werden etwa 42 Tage lang gesäugt, dann verlassen sie das Nest und müssen selber für ihr Futter sorgen. Auch wenn diese Lebensphase - wie übrigens bei fast allen wildlebenden Tieren – eine besonders gefährliche und die Sterberate relativ hoch ist, darf der Jungigel nur der Natur entnommen werden, wenn er wirklich hilfsbedürftig ist. Hilfe benötigen aber nur kranke oder verletzte Tiere sowie solche, die im Spätherbst untergewichtig sind. Als Faustregel gilt: Im November sollte der Igel mindestens 500 Gramm wiegen. Als deutliches Anzeichen für Hilfsbedürftigkeit gilt zudem, wenn das dämmerungs- und nachtaktive Tier tagsüber evtl. taumelnd oder liegend anzutreffen ist und nur schwache Abwehrreaktionen (Einrollen) zeigt.
Mehr Outdoor-Profi als Pflegefall
„Eines ist Fakt: Unsere heimischen Igel sind Outdoor-Profis“, so Gertrudis Kinscher weiter. „Erst bei anhaltenden Bodentemperaturen um die null Grad suchen sie ab Oktober oder November ihr Winterquartier auf. Als echte Winterschläfer schalten sie dann auf ein energetisches Sparprogramm um, wobei die Körpertemperatur bis zur Höhe der Umgebungstemperatur abgesenkt werden kann.“
In Sachen Winterschlaf kann der Tierfreund auf jeden Fall helfen: Wer in seinem Garten Überwinterungsmöglichkeiten anbietet, also Laub, Äste, Holz- und Steinhaufen auch mal liegen lässt oder eine Naturhecke pflanzt, der tut dem stacheligen Gesellen wirklich etwas Gutes!
Wer sich Sorgen um einen Igel macht, sollte in jedem Fall zunächst den NABU zu Rate ziehen. Bitte wenden Sie sich telefonisch an die NABU-Geschäftstelle unter Tel. (030) 9 86 08 37–0 oder die Station Wildtierpflege von NABU und aktion tier-menschen für tiere e.V., Tel. (030) 54 71 28 92.
1. Oktober 2009
Weitere Informationen zum Thema bietet Ihnen auch unsere Fachgruppe Igelschutz.
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