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Die Aufrechte Ambrosia - ein botanischer Terrorist?
Die Aufrechte Ambrosia - ein botanischer Terrorist?
NABU unterstützt das „Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia“
Ambrosia-Bestand im Straßenbild / Foto: Archiv Pflanzenschutzamt Berlin
Nun auch in Berlin angekommen macht die aus Nordamerika stammende Ambrosia-Pflanze (Ambrosia artemisiifolia) verstärkt von sich reden. Begünstigt durch die Klimaerwärmung verbreitet sich das Wildkraut, dessen Pollen starke allergische Reaktionen bei Menschen hervorrufen können, von Jahr zu Jahr mehr. Pünktlich zum Beginn der diesjährigen Blütezeit startet das „Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia“, mit dem die Verbreitung der Pflanze in Berlin bekämpft werden soll.
Das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin hat in enger Zusammenarbeit mit dem Pflanzenschutzamt bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Senatsverwaltung für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und den beiden Beschäftigungsträgern meco und trias dieses Aktionsprogramm entwickelt.
Drei wesentliche Ziele sollen erreicht werden: Erfassung der tatsächlichen Verbreitung der Pflanze in Deutschland, Kampf gegen die weitere Einschleppung von Samen und die Verbreitung bereits vorkommender Bestände sowie eine umfassende Mobilisierung einer breiten Öffentlichkeit zur Unterstützung der Maßnahmen
Ambrosia artemisiifolia
Die einjährige Krautpflanze, deren Samen vor allem in Vogelfutter und Saatgut durch den internationalen Warenhandel verbreitet werden, wird 20 bis 150 cm hoch und gehört zu der Familie der Korbblütengewächse. Auf den ersten Blick sieht sie dem heimischen Beifuß (Artemisia vulgaris) recht ähnlich, aber: Die Blätter sind im Unterschied zum Beifuß unterseits grün, nicht silbrig-weiß, die Sprossachse (der Stängel) ist behaart und der aromatische Beifuß-Geruch fehlt Die Pflanze ist einhäusig, d. h. männliche und weibliche Blüten sitzen in getrennten Blütenständen. Ihre von Juli bis Oktober dauernde lange Blühzeit macht den Allergikern das Leben schwer, denn eine Pflanze kann in einer Vegetationsperiode 3000 bis 5000 Samen bilden, die jahrzehntelang keimfähig bleiben. In der Literatur ist verschiedentlich sogar von bis zur 50.000 Samen die Rede.
Ihre bescheidenen Ansprüche ermöglichen es der Ambrosia, sich fast überall anzusiedeln. So bieten vegetationsarme Flächen wie Straßenränder, Brachen, Bahnstrecken, Baustellen, Kiesgruben, aber auch Gärten und Grünflächen mit viel Sonne und Licht ideale Bedingungen für die Ruderalpflanze. In ihrer Wachstumsphase benötigt sie allerdings viel Wärme und Wasser. Gut gedeiht sie in Sonnenblumenfeldern und ist dort ein gefürchtetes Beikraut. Verwechslungsmöglichkeiten besteht mit dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), Wermut (Artemisia absinthum), Hundskamille (Anthemis spp.) oder der Amarant (Amaranthus spp.)
Die Ausbreitung der Ambrosia stellt für die Bevölkerung ein ernst zu nehmendes Problem dar. Ambrosia-Pollen sind die potentesten Pollenallergene weltweit, und durch die lange Blüte bis in den Oktober verlängert sich der Pollenflug für Allergiker um zwei Monate. Von dem in den letzten 10 Jahren gemessenen Blütenstaub machten Ambrosiapollen mehr als die Hälfte aus. Auffallend ist ihre Aggressivität bei steigendem CO2-Gehalt der Luft, was somit auf eine vom Menschen verursachte Allergenität im Gefolge von Luftverschmutzung schließen lässt. Empfindliche Menschen reagieren mit juckenden, tränenden Augen, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, sog. Heuschnupfen bis hin zu Asthmaanfällen und Atemnot. Auch bei direktem Kontakt kann diese Pflanze Hautreaktionen hervorrufen.
Männlicher Blütenstand / Archiv Pflanzenschutzamt Berlin
Im Rahmen des „Berliner Aktionsprogramms gegen Ambrosia“ wird die Berliner Bevölkerung aufgerufen, festgestellte Ambrosia-Bestände zu melden (www.fu-berlin.de/ambrosia) und den Bestand rechtzeitig, möglichst vor der Blüte, zu vernichten, um eine Verbreitung von Samen zu verhindern. Die Reste dürfen nicht kompostiert, sondern müssen (mit Rücksicht auf die BSR-Mitarbeiter in Kunststoffsäcken verpackt!) über den Hausmüll entsorgt werden. Um das Keimen der Samen zu erschweren, vermeiden Sie in Ihrem Garten bitte die Entstehung vegetationsloser Flächen!
Wenn Sie Fragen haben oder die botanische Bestimmung problematisch ist, können Sie sich auch an unsere Geschäftsstelle wenden.
Umfassende Informationen über die Ambrosia-Pflanze und ihre Verbreitung stellt die Freie Universität Berlin zur Verfügung.
Folgende Broschüren können Sie als pdf-Datei herunterladen:
Ambrosia artemisiifolia - eine Gefahr für unsere Gesundheit (494 KB)
Ambrosia-Pflanzen erkennen und handeln! (193 KB)
Ambrosia artemisiifolia und Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen (760 KB)
Ambrosia artemisiifolia - Eine unscheinbare Gefahr im Anflug! (1,41 MB)
3. Juli 2009

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