Berlin.NABU.de Themen Verkehrsprojekte Weiterbau A 100

Reinste Geldverschwendung

Reinste Geldverschwendung

NABU fordert: Pläne zum Weiterbau der A 100 auf Eis legen!

Kundgebung A100 12.11.09

Mit phantasievollen Plakaten bekundeten die Teilnehmer ihre Ablehnung / Fotos: G. Kinscher

Vor dem Kongresscentrum am Alexanderplatz warf man gestern – im Wortsinne - mit Geld um sich: Zwei bis dreistellige Millionenbeträge auf kleinen bunten Spielgeld-Scheinchen schwebten auf die Menschen nieder, die sich zur Kundgebung gegen den Weiterbau der Stadtautobahn A 100 versammelt hatten. Millionenbeträge, wie sie das Land Berlin bzw. die Bundesrepublik für die teuerste Autobahn Deutschlands zu zahlen bereit sind. Der Geldregen symbolisierte die Sinnlosigkeit der immensen Ausgaben für das Projekt: geschätzte 140.000 Euro für jeden Meter des rund 3 km langen neuen Autobahnabschnittes!
Im Berliner Kongresscentrum begann gestern die Erörterung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur Fortführung des Berliner Innenrings vom Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park (zur Planung s. hier ). Auf der Kundgebung sprachen Vertreter der Bürgerinitiativen Stadtring Süd (BISS), der Berliner Regierungsparteien SPD und Die Linke sowie der Bündnisgrünen.


Landesregierung lehnt Vorhaben ab – Senat plant weiter

Kundgebung A100 12.11.09

Die BISS rief zur Kundgebung auf...

Für die neue Betonpiste werden Natur und Stadtstrukturen zerstört, zusätzliche Verkehrsströme erzeugt, Menschen mit Lärm und Schadstoffemissionen zusätzlich belastet und all dies bei äußerst zweifelhaften Entlastungseffekten an anderer Stelle.
Und auch die Grundsatzfrage muss immer wieder gestellt werden: Wie will die deutsche Hauptstadt ihren im Stadtentwicklungsplan Verkehr proklamierten Willen zu einer nachhaltig gestalteten Mobilität umsetzen? Der Bau weiterer Autobahnstrecken konterkariert all die guten Absichten. So betonte Harald Moritz, Mitglied der Anwohnerinitiative BISS auf der Kundgebung, dass mehr Platz für Autoverkehr in der Regel auch eine Zunahme des Autoverkehrs bedeutet. Ein eigens von der BISS beauftragter Verkehrsexperte bezifferte den durch den Weiterbau der A 100 zusätzlich induzierten Verkehr mit 292.000 Kfz-km/Tag. An den neuen Anschlussstellen in der Sonnenallee und der Elsenstraße, die den zu- und abfahrenden Verkehr der neuen Autobahnanschlüsse künftig bewerkstelligen müssen, drohe denn auch der Verkehrskollaps, so Moritz.

Kundgebung A100 12.11.09

...die von etwa 50 Teil- nehmern besucht wurde.

Winfried Herrmann, erfahrener Verkehrsexperte der Bündnisgrünen, der sich mit etlichen Straßenbauvorhaben auseinander gesetzt hat, sprach denn auch von dem sinnlosesten Projekt, das ihm bekannt sei und auch die Tatsache, dass der Senat gegen den Willen der Landesregierung agiere, sei einzigartig (s. hierzu unsere
Pressemitteilung)
. Die Berliner Landesregierung war denn auch in Person der verkehrspolitischen Sprecherin der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus Jutta Matuschek und eines Vertreters der SPD Friedrichshain-Kreuzberg zur Kundgebung angetreten. Während der Bezirkspolitiker die städtebauliche Unverträglichkeit des Projektes, das der Entwicklung des Spreeraumes mit vielen Freiräumen entgegenstehe, betonte, beleuchtete Mattuschek auch die sozialen Aspekte. Gebiete mit hoher so genannter „sozialräumlicher Belastung“ - auf gut deutsch: Problemkieze - zögen sich wie an einer Perlenschnur aufgereiht entlang des jetzigen Autobahnhalbrings. Eine Abwertung der Lebensqualität, mit den bekannten Folgen auch in sozialer Hinsicht, befürchten Autobahngegner aus Nord-Neukölln, Treptow und Friedrichshain-Kreuzberg denn auch für ihren Kiez.

Wer braucht die neue Autobahn?

Zur Frage des Bedarfs an weiteren Schnellstraßen– zumindest für den so genannten motorisierten Individualverkehr - zitierte die Grünen-Politikerin Hämmerling eine Studie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die im April 2009 vorgestellt, nach Hämmerlings Aussage später jedoch „unter Verschluss“ gehalten wurde. Hiernach verringerte sich der motorisierte Individualverkehr in Berlin allein vom Jahre 2002 auf das Jahr 2008 um 10 Prozent, denn die Berlinerinnen und Berliner steigen verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad um. Eine Trendwende ist hierbei nicht absehbar und so prognostiziert die BISS in ihrer Einwendung zum Planfeststellungsverfahren einen möglichen Rückgang des Verkehrs bei Fertigstellung der Autobahn im Jahr 2015 gegenüber 2002 um über 20 Prozent.

Die ökologischen Schäden

Kundgebung A100 11.11.09

Last not least verursacht das überteuerte Projekt große ökologische Schäden: Die neue Betonpiste führt zur Versiegelung von 8,8 ha Flächen, dem Verlust von 17,5 ha Vegetationsfläche und von mindestens 298 größeren Einzelbäumen, in einem ohnehin schon stark versiegelten innerstädtischen Bereich. Die Überbauung der Elsenbrücke mit einem massiven Betonbauwerk bei Verwirklichung des 17. Bauabschnittes würde die städtische Fauna besonders stark beeinträchtigen. Abnahme der Biodiversität und der Verlust von lufthygienischer Ausgleichsfunktion sind die Folge. Alle Details hierzu finden Sie in der Stellungnahme der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN)

13. November 2009

mehr Stellungnahme der BLN

Mitglied werden

 

NABU Regional

NABU Berlin NABU.de

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

Desktopmotive

Damit Sie die Natur auch bei der Arbeit immer im Blick haben - die NABU-Desktopvorlagen.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Veranstaltungen Juni bis August

NiB 2_12 quer

Das Veranstaltungsprogramm aus "Natur in Berlin" Heft 2/2012 zum Download. Mehr

 

Veranstaltungen März - Mai

NiB 1/12 quer

Das Veranstaltungsprogramm aus "Natur in Berlin" Heft 1/2012 zum Download Mehr

 

Naturschutzjugend Berlin

NAJU Logo

Die NAJU hat super Angebote für junge Menschen, wie die AG Umweltpolitik, eine Jugendgruppe, Kindergruppen oder einen Naturerlebnisgarten. Mehr

 

Mitgliederservice

Kontakt

Für Fragen um Ihre Mitgliedschaft steht Ihnen der NABU-Mitglieder- service gerne zur Verfügung:
Service@NABU.de
Tel. 030.28 49 84-40 00

 

'NATURSCHUTZ AM HAUS'

cd-booklet

Broschüre hier als PDF (1,8 MB) runterladen. Mehr