Berlin.NABU.de Themen Stadtentwicklung Parks & Grünflächen Tiergarten
Tiergarten wird zum Schneisengarten!
Der Große Tiergarten wird zum Schneisengarten!
NABU und BUND kritisieren Wege-Mikado im östlichen Tiergarten
Breite Schneisen wie diese werden momentan durch den Tiergarten geschlagen.
Der Große Tiergarten, Berlins grüne Lunge, stellt sich derzeit als ein Schneisenlabyrinth dar. Vor allem der östliche Tiergarten gleicht einer Großbaustelle. Ohne Rücksicht auf die Vegetation und ohne die geltenden Regelwerke zum Baumschutz zu berücksichtigen, wird mit viel Geld „die touristische Infrastruktur Berlins“ ausgebaut.
Großflächige Beseitigung der Vegetation.
Aus EU-Fördermitteln sollen mehr Wege für den Tourismus gebaut werden, damit der Tiergarten besser durchlaufen werden kann, dabei besteht der östliche Tiergarten jetzt schon fast nur noch aus Wegen.
Noch in den 80er und frühen 90er Jahren wurde durch umfangreiche Gutachten der damaligen Senatsverwaltung für Umwelt der besondere Wert für den Naturschutz dargestellt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die relativ großen, unzerschnittenen Gehölzbestände sowie vielfältigen Wiesenräume.
Wortbruch
Im unmittelbaren Stammbereich einer Eiche wurden Starkwurzeln gekappt ...
Die zusammenhängenden Gehölzbestände werden jetzt durch mehrere Baumaßnahmen in kleinste Teile zerschnitten. Zahlreiche gerade Wege- schneisen wurden und werden als breite Achsen durch den Tiergarten gebaut; das reinste Wege-Mikado! Das malerische Venusbassin wurde von Baumbewuchs und Schilf „befreit“, um es mit breiten Wegeflächen einzufassen. Eine zusätzliche Wegeschneise von der Lennéstraße aus nach Westen, die 2006 nach Abstimmungen mit Naturschutzverbänden und entsprechenden Zusagen der Senatorin Junge-Reyer nicht gebaut werden sollte, wurde nun doch eilig durch die Parkbestände geholzt; ein nicht nachvollziehbarer Wortbruch.
Schlachtfeld Tiergarten
... und Anschlüsse für das Rohrsystem gesetzt.
Beim Einbau eines modernen Bewässerungssystems wurden in den letzten Tagen in hunderte Meter langen Gräben entgegen aller geltenden Regeln unfachlich alle Wurzeln zerstört und entnommen und Aushub auf den Wurzeltellern gelagert. So sind unnötige und zum Teil massive Schäden auch bei Starkwurzeln entstanden. Die Baumscheiben gerade erst gepflanzter Bäume werden als Materiallager für Betonröhren genutzt. Der Boden unter den Bäumen wird durch das Befahren mit den großen Maschinen zusätzlich verdichtet. Vorschriften, die jeder private Bauherr und alle Leitungsträger im Straßenland zu berücksichtigen haben, werden bei dieser Baumaßnahme des Bezirksamtes Mitte und des Landesdenkmalamtes missachtet. „Insgesamt stehen in den nächsten Jahren 7 ½ Mio. € für die Infrastrukturmaßnahmen im Tiergarten zur Verfügung, das Land ist natürlich mit einer Kofinanzierung dabei. Geld, das unserer Meinung nach woanders besser angelegt wäre“, so Ulrike Kielhorn vom NABU und Herbert Lohner vom BUND.
NABU und BUND fordern einen sofortigen Baustopp beim Wegebau, die Einhaltung der DIN-Norm 18920 zum Baumschutz auf Baustellen und die Offenlegung der weiteren Planungen.
20. November 2009

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
Veranstaltungen März bis Mai
Das Veranstaltungsprogramm aus "Natur in Berlin" Heft 1/2012 zum Download Mehr
Veranstaltungen Dezember bis Februar
Das Veranstaltungsprogramm aus "Natur in Berlin" Heft 4/2011 zum Download. Mehr
Naturschutzjugend Berlin
Die NAJU hat super Angebote für junge Menschen, wie die AG Umweltpolitik, eine Jugendgruppe, Kindergruppen oder einen Naturerlebnisgarten. Mehr
Mitgliederservice
Für Fragen um Ihre Mitgliedschaft steht Ihnen der NABU-Mitglieder- service gerne zur Verfügung:
Service@NABU.de
Tel. 030.28 49 84-40 00
'NATURSCHUTZ AM HAUS'
Broschüre hier als PDF (1,8 MB) runterladen. Mehr
