Berlin.NABU.de Themen Baumschutz Landwehrkanal
Landwehrkanal
Durchbruch bei der Sanierungsplanung
Umweltverträglichkeitsstudie ausgehandelt

Bei der 16. Sitzung des Mediationsforums hat die Wasserschifffahrtsverwaltung zugesagt, für die Sanierung des Landwehrkanals eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) zu erstellen, damit alle Umweltbelange aufgenommen und berücksichtigt werden können. NABU und BUND begrüßen dies als großen Fortschritt in der Sanierungs-Diskussion.
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Erste dauerhafte Sanierungsmaßnahmen am Landwehrkanal
Ufersanierung beginnt unter Schonung des Baumbestandes
Das Kanalufer mit umstrittenen Bäumen / Foto: Dorbert
Nach gut einjährigen Verhandlungen ist in der 12. Sitzung des Mediationsforums zur Sanierung des Landwehrkanales am 17.11.2008 die erste Entscheidung über eine dauerhafte Sanierungsvariante gefallen. Die Maßnahmen sollen noch im November beginnen und zwar dort, wo alles anfing, an der Abbruchstelle am Schiffsanleger Maybachufer/Kottbusser Brücke.
Die unterspülten und durch mögliche Erdabrutsche gefährdeten Ufer des Landwehrkanals bedürfen dringend einer Sanierung. Das dafür zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) reagierte spät auf die eingetretene gefährliche Situation und begann im Sommer 2007 mit der Fällung von Uferbäumen. Insgesamt 200 Bäume sollten nach den WSA-Plänen abgesägt werden. Gegen diese technokratische Sanierungsplanung vom „grünen Tisch“ aus, aber ohne Rücksicht auf Grün-, Naturschutz- und Umweltbelange protestierten die Anwohner des Landwehrkanals heftig und wurden dabei von Anfang an von Berliner Umweltverbänden wie dem NABU unterstützt.
Landwehrkanal / Foto: Wikicom
Unter diesem Druck konnten die Baumfällungen nicht nur gestoppt werden – insgesamt 38 Uferbäume wurden bisher gerodet –, sondern im September 2007 startete ein Mediationsverfahren über die zukünftige Sanierung und Entwicklung des Landwehrkanals, bei dem Vertreter der Bürgerinitiative der Anwohner, der WSA, der Senatsverwaltung, der betroffenen Stadtbezirke sowie der Reedereien an einem Tisch sitzen.
Das führte jetzt zu ersten konkreten Ergebnissen. Auf der 12. Sitzung am 17.11.2008 wurde vom Mediationsforum einstimmig entschieden: An einem Kanalabschnitt wird mit der Ufersanierung begonnen – und zwar unter Schonung des gesamten Baumbestandes. Zur ersten Sanierungsphase gehört die Errichtung von Stahlspundwänden auf einer Länge von insgesamt 370 m in einem Abstand von 1,75 m vor dem Ufer. Der Zwischenraum zum Ufer soll mit Sand aufgefüllt werden. Diese Arbeiten werden vom Wasser aus durchgeführt, so dass keine Baumschäden entstehen. Die tonnenschweren Betonwürfel, die derzeit das Abrutschen von elf Uferbäumen verhindern sollen und von Anfang an in der Kritik der Baumschützer standen, können dann endlich entfernt werden.
Der NABU sieht in dieser Entscheidung einen Erfolg, weil dadurch der verbliebene Baumbestand erhalten wird. Die NABU-Forderung an das WSA, seine ursprüngliche Planung für die notwendige Sanierung der Landwehrkanalufer aufzugeben und nach alternativen natur- und umweltschonenden Methoden zu suchen, scheint erstmals beachtet. Ohne den Protest und das mehr als jahrelange stetige Engagement der Anwohner, der Bürgerinitiative und der Verbandsnaturschützer hätte diese erfreuliche Entwicklung nicht begonnen.
5. Dezember 2008
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