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Baumschutz-News
Verweigerungshaltung und Kahlschlag
NABU Berlin protestiert gegen das Vorgehen der Deutschen Wohnen im UNESCO-Weltkulturerbe Siemensstadt

Es wurde viel miteinander gesprochen, öffentlichkeitswirksame Ortstermine einberufen, den Anwohnern und dem Naturschutz Rede und Antwort gestanden, aber wie sieht das Ergebnis aus? Nach verzögerter und unwilliger Beteiligung des NABU Berlin an den Planungen zur Umgestaltung von Siemensstadt durch die Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Wohnen, folgte nun eine ebenso verzögerte und unwillige Offenlegung der Planungsunterlagen. Offenlegung? Weit gefehlt…
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Baumschutz trifft auf Ignoranz
Trotz Moratorium sollen 60 Bäume fallen

Und ein weiteres Mal trifft Bürgersinn und Baumschutz auf Ignoranz. Im Ottopark sollen trotz eines Moratoriums ab heute rund 60 der 110 Bäume fallen. Die Bürgerinitiative vor Ort protestiert lautstark und der NABU Berlin ist fassungslos ob der Argumentation seitens des Bezirksamtes und des zuständigen Baustadtrats Gothe vom Bezirk Berlin-Mitte.
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Umgestaltung in Siemensstadt umstritten
Umgang mit innerstädtischem Grün spaltet Anwohner, Naturschutz und Wohnungsbaugesellschaft

Der NABU Berlin wurde im September 2011 durch Anwohner der Ringsiedlung Siemensstadt über die geplanten Umgestaltungsmaßnahmen in den Außenanlagen der Siedlung unterrichtet. In einer Informationsveranstaltung am 1. September 2011 wurde den Anwohnern mitgeteilt, dass die Außenanlagen wieder in den Zustand gemäß der ursprünglichen Gestaltungspläne des Gartenarchitekten Migges versetzt werden sollen.
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Bäume im Fokus
Am 25. April ist der Tag des Baumes

Man ist es in Deutschland mittlerweile gewöhnt, verschiedenen Ereignissen und Dingen einen Tag des Jahres zu widmen. Am 25. April hat sich der Tag des Baumes verewigt, der 1952 erstmalig durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss begangen wurde. Die Aktualität, einen Tag des Jahres für Bäume im Fokus zu behalten, ist seitdem nicht kleiner geworden.
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Wider den Willen der Bürger!
Der Umgestaltung der Hufeisensiedlung fallen 55 Bäume zum Opfer

Allen Appellen und Protesten zum Trotz ist es nun geschehen. Eine konzeptionslose Sanierung des Grünbereichs der Hufeisensiedlung hat begonnen und in einem ersten Schritt sind dieser Planlosigkeit insgesamt 55 Bäume zum Opfer gefallen. Der NABU Berlin hatte sich in einem Appell nochmals an die verantwortlichen Behörden gewandt und ist nun entsetzt, dass hier weiter die sture Linie wider die Vernunft beibehalten worden ist.
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Hingehen!
Stimmen Sie ab über die Zukunft des Gendarmenmarkts

Sie wollen mitreden, wenn es um die Gestaltung Ihres eigenen Wohnzimmers geht? Das ist Ihr gutes Recht. Wenn es um die Gestaltung des Gendarmenmarktes geht, wollen Sie auch mitreden? Das ist ebenfalls Ihr gutes Recht! Nutzen Sie es, denn am 25.01.2011 haben alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Uhr im Großen Saal des Konzerthauses Gelegenheit, sich nicht nur über die verschiedenen Vorstellungen über die Gestaltung des Gendarmenmarktes zu informieren, sondern auch ihre Meinung zu sagen … und abzustimmen!
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Fällungen in der Kastanienallee?
NABU Berlin fordert die 100 Jahre alten Bäume zu erhalten!

Die Baulücke Kastanienallee 63 in Prenzlauer Berg hat ihren Investor gefunden. Er möchte das Grundstück bebauen und reichte einen Bauantrag beim Bezirksamt Mitte ein. Der Architekt plant eine geschlossene Bebauung an der Straße. Aber genau dort stehen eine alte Kastanie mit einem Stammumfang von über zweieinhalb Metern eine ebenso alte Platane von mehr als drei Metern. Ihre Fällungen wären ein unwiederbringlicher Verlust.
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Polizei ermittelt Efeu-Frevler
Jetzt im Frühjahr zeigen sich die Schäden deutlich

Weil eine unbekannte Person vor einigen Monaten in Pankow zum Teil mehrere Jahrzehnte alte Efeupflanzen an Bäumen kappte, erstattete der NABU im Februar Anzeige gegen Unbekannt. Auf Grund einer Zeugenaussage hat die Polizei Berlin nun eine verdächtige Person ermittelt.
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Besuch aus China in der Oderberger Straße
Eine Delegation der KP China erforscht Vor- und Nachteile von Bürgerbeteiligungen
Die Delegation beim Rundgang durch die Oderberger / Foto: Karge
In die Oderberger Straße kam am 8. November 2008 hoher Besuch. Eine Delegation des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas war auf Einladung des Bundesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nach Berlin gereist. Im Rahmen des Leitthemas „Nachhaltigkeit“ wurde ein Besuch der Bürgerinitiative Oderberger Straße (BIOS) in das Protokoll mit aufgenommen. Chinesische Vertreter von Partei und Wirtschaft, der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Reinhard Bütikofer, der Pankower Stadtrat Jens-Holger Kirchner sowie Vertreter von BIOS, BUND und NABU nahmen am Gespräch und anschließendem Rundgang durch die Oderberger Straße teil. Die Delegation wollte mit eigenen Augen sehen und erleben wie Bürger Verantwortung für die Gestaltung ihres Wohnumfeldes übernehmen und sich im Planungsprozess aktiv einbringen. Die chinesischen Vertreter waren sehr interessiert und hatten viele Fragen: Wie ist die Bürgerinitiative entstanden? Gab es Autoritäten, welche die Bürgerinitiative von Anfang an leiteten? Wie wurden die Sprecher gewählt? Wie setzten sie ihre Interessen und Vorstellungen zur Gestaltung ihrer Straße gegenüber den Behörden durch?
BIOS als Vorzeigeprojekt für Bürgerbeteiligung in Planungsprozessen?
Anwohner bei Pflegearbeiten / Foto: Karge
So einfach ist es nicht gewesen. Als die Sanierungspläne des Bezirksamtes (BA) Pankow und der Gesellschaft S.T.E.R.N. (Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH) in einer offenen Anwohnerversammlung im Rathaus Pankow im September 2007 vorgestellt wurden, gab es Proteste. Denn der Sanierungsplan sah vor, die von den Anwohnern liebevoll gestalteten grünen Flächen und Gehwegvorstreckungen durch eine sterile Neugestaltung zu ersetzen und einen großen Teil des Straßenbaumbestandes zu fällen. An Begründungen zur Notwendigkeit dieser geplanten Maßnahmen fehlte es von Seiten des Bezirksamtes Pankow nicht.
Doch die kritischen Anwohner nahmen es nicht so hin. Sie mussten sich ihr demokratisches Recht auf Mitgestaltung ihres Wohnumfeldes bei den Behörden hart erkämpfen und ließen nicht locker. Noch im September 2007 gründeten die Bewohner der Oderberger Straße die Bürgerinitiative Oderberger Straße (BIOS). Sie erstellten eine Erfassung des vorhandenen Grüns, stellten die geplanten Baumfällungen in Frage und bestanden auf den Erhalt des angelegten Grüns in den Pflanzkübeln, Hochbeeten und Baumscheiben sowie auf den Erhalt des Grüns auf den Gehwegvorstreckungen. Auf der BVV-Sitzung des Bezirksamtes Pankow im Oktober 2007 wurde schließlich die gemeinsame Erarbeitung einer neuen Planung durch das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit der Betroffenenvertretung und der BIOS beschlossen. 90 Prozent des Grüns sollte erhalten bleiben
Angeregtes Gespräch mit Frank Möller von BIOS / Foto: Karge
In einem Planungsworkshop wurde im Februar 2008 gemeinsam mit BIOS, Vertretern des Bezirksamtes und der Naturschutzverbände eine neue Planungsgrundlage erarbeitet, um zu einer allgemein machbaren Lösung zu kommen. In Arbeitskreisen wurden realistische Alternativen mit wesentlich mehr Grün als in der ursprünglichen Planung erarbeitet.
Auch die Bürgerinitiative musste Zugeständnisse machen. Um den Ängsten des Bezirksamtes vor der Verwilderung von Grünflächen zu begegnen, wurde angedacht, Patenschaftsverträge zur Pflege von Grünflächen zwischen dem Verein Bürgersteig e. V. und dem Bezirksamt abzuschließen. Bürgersteig e. V. wird somit als Mittler zwischen dem Bezirksamt und Paten fundieren.
Das Beispiel Oderberger Straße zeigt, dass durchaus demokratische Bürgerbeteiligung machbar ist, wenn beide Seiten, Bürger und Bezirksamt, konstruktiv zusammenarbeiten und eine Vertrauensbasis aufbauen können.
17.11.2008
Die Lokale Agenda 21 konkret nehmen!
Beispiel Oderberger Straße: AnwohnerInnen engagieren sich bei der Gestaltung ihres Wohnumfelds
Die Oderberger
Die Oderberger Straße mit ihren alten Bäumen, malerisch bewachsenen Freiflächen und Baumscheiben, Hochbeeten und pittoresk ausladenden Pflanzkübeln vor den zahlreichen Kneipen, Cafés, Trödel- und Klamottenläden verströmt den typischen Flair des Prenzlauer Bergs, von dem die Reiseführer schwärmen. Angesichts der zur Verfügung stehenden Summe von 2,5 Mill. Euro aus dem Bundesprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz schien die Straße Behördenaugen jedoch plötzlich in gefährlich illegalem Zustand, und ausgerechnet ein grüner Stadtrat für Öffentliche Ordnung wollte sie einer denkmalgerechten Grundsanierung unterwerfen, der angeblich 90 Prozent des sog. Wildwuchses und auch die meisten Bäume zum Opfer gebracht werden sollten.
Beispiel Metzlerstraße: so nicht!
Beispiele wie Metzerstraße oder Weberwiese in Friedrichshain mit ihrem kümmerlichen, auf Stock gesetzten Reststrauchbestand zeigen, mit welch phantasielos-sterilen, aber pflegeleichten Konzepten hier immer noch vorgegangen wird. Die AnwohnerInnen des Oderberger Kiezes, schon zu DDR-Zeiten mit behördlichen Ansinnen von derlei Radikalkuren konfrontiert, setzten sich indes auch diesmal unverzüglich zur Wehr, formierten sich in der Bürgerinitiative Oderberger Straße (BIOS) und forderten (zunächst) in umgekehrter Radikalität, dass alles so bleibe, wie es ist.
Gartenkneipe
In Anbetracht des Zustands von Fahrbahn und Gehwegen kann das freilich niemand ernsthaft wollen, und als Ergebnis der Sitzung des Verkehrsausschusses am vergangenen Dienstag, in der schließlich ein Antrag der Mehrheitsfraktion von SPD und Linkspartei angenommen wurde, scheint sich ein Kompromiss abzuzeichnen, dem sich die BVV nicht verschließen wird: Der erste Planungsentwurf ist erst mal vom Tisch, der grüne Charakter der Oderberger Straße als Ausdruck eines ernst zu nehmenden Gestaltungswillens der Bürgerinnen und Bürger soll erhalten und in enger Zusammenarbeit von BIOS und Betroffenenvertretung Teutoburger Platz einerseits, dem Pankower Bezirksamt andererseits ein neues Planwerk erarbeitet werden, das nun im Gegenteil den Grünanteil der Straße durch Pflanzung neuer Straßenbäume noch erhöht. "Der Geist der Oderberger ist uns wichtig", versicherte Stadtrat Kirchner gegenüber der TAZ. "Es ist für mich von großem Interesse zu wissen, was die Bürger wollen". Vor 2009 wird die Umgestaltung nicht beginnen, aber der NABU rät den BügerInnen, von Anbeginn auf einen verbindlichen Zeitrahmen zu dringen.
Aus der Laterne...
Ein Biologe will nun eine Bestandsaufnahme von Flora und Fauna durchführen, wobei sicherlich eingeräumt werden muss, dass aus naturschutzfachlicher Sicht sog. Straßenbegleitgrün nicht übermäßig wertvoll ist, d. h. kein Habitat gefährdeter Arten; doch es ist aus einer Vielzahl ökologischer Gründe als gewachsenes Biotop und Lebensraum einer gerade im urbanen Raum unvermuteten natürlichen Mannigfaltigkeit im Zeitalter des Artensterbens nicht nur im Interesse der Lebensqualität der AnwohnerInnen, als Feinstaubfilter oder Gelegenheit zum Naturerlebnis, sondern sehr wohl auch für sich selbst schützenswert und seine Erhaltung notwendiger Einspruch gegen die immer fortschreitende Versiegelung. Im Hinblick auf die finanzielle und personelle Ausstattung der Grünflächenämter ist den BürgerInnen ferner zu raten, selber einen Pflegeplan zu entwickeln und mit dem Bezirksamt verbindliche Pfegeverträge abzuschließen, Baumpatenschaften u. ä. zu übernehmen.
Fotos: Paliege
Paradox in der ganzen Angelegenheit wirkt natürlich das Festhalten eines Großteils der AnwohnerInnen an der Beibhaltung der Parkplätze. 260 Stellplätze waren geplant. Demgegenüber wäre zusammen mit der Forderung nach kinderfreundlicher und barrierefreier Gestaltung auch die einer autofreien Straße nur konsequent! Beim Auftreten von Problemen können die BürgerInnen jedenfalls den NABU jederzeit um Hilfe und Unterstützung angehen!
11.10.07
Ältere Beiträge
Berliner Landesregierung vernachlässigt Baumschutz!
Bemerkungen zum 'Tag des Baumes 2007'
Baumfrevel
Jedem Touristen fallen sie besonders auf: die Berliner Stadtwälder, Park- und Grünanlagen, die schönen Alleen und Straßenbäume. Uns Berlinern ist der Anblick allzu vertraut und selbstverständlich, und das erklärt wohl auch die oft zu beobachtende Gleichgültigkeit gegenüber den Stadtbäumen insbesondere den Straßenbäumen.
Da werden Autos bis hart an den Stamm heran geparkt, Fahrräder dagegen gelehnt, auf den Baumscheiben Abfälle entsorgt oder Baumaterialien gelagert. Unzählige Hunde urinieren an die Stämme oder verrichten unter Bäumen ihr Geschäft.
Den Grünflächenämtern, die neben der Pflege und Unterhaltung der vielen öffentlichen Park- und Grünanlagen, Schulhöfe und Spielplätze auch für die Pflege und den Schutz der Straßenbäume zuständig sind, werden jährlich die Mittel gekürzt. Sie können deshalb meist nur noch die vorgeschriebene Verkehrssicherheit der Bäume kontrollieren. Verstöße gegen Baumschutzbestimmungen, z. B. unterbliebener Baumschutz während Tiefbauarbeiten, die oft mit Schädigungen des Wurzelbereichs der Bäume einhergehen, werden mangels Kontrolle oft nicht geahndet. Für vorsorgende Pflege der Baumscheiben fehlt das Personal. Immer mehr abgängige Straßenbäume werden nicht mehr ersetzt.
NABU Berlin fordert bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Grünflächenämter
Baumfrevel
Es ist ein schleichender Prozess, der die Zahl der Stadtbäume stetig verringert.
Der Berliner Baumbestand ist z. T. überaltert, und neu gepflanzte Bäume haben mit immer widrigeren Umwelteinflüssen zu kämpfen starke UV-Strahlung, mangelnde Niederschläge, Staub, Tausalz und zeigen schon früh Rindenschäden.
Die in jedem Jahr anlässlich des "Tages des Baumes" von mehr oder weniger prominenten Personen vorgenommenen Baumpflanzungen bewirken da wenig.
Der NABU Berlin sieht mit Sorge die zunehmende Vernachlässigung und Geringschätzung des Baumschutzes durch die Berliner Landesregierung. Wir kritisieren die unverhältnismäßig großen Einschnitte bei den bezirklichen Grünflächenämtern, die jetzt für alle sichtbar auf deren Arbeitsergebnisse durchschlagen. Erforderlich ist eine den Aufgaben angemessene personelle und finanzielle Ausstattung der Grünflächenämter, damit gärtnerisches Fachpersonal den Baumbestand sachgemäß pflegen, nur beste Baumschulware für Neupflanzungen verwenden und bei Verstößen gegen den Baumschutz rechtliche Schritte einleiten kann.
Baumschutz ist auch ein Bürgeranliegen. Hier kann jede Berlinerin und jeder Berliner Initiative zeigen: durch Rücksicht und sorgsamen Umgang mit den Bäumen im Straßenbereich und in den Grünanlagen, durch Werben für Baumschutz gegenüber anderen und durch Unterstützung der berechtigten Forderungen der Grünflächenämter in den Stadtbezirken.
Und jede(r) kann auch selber aktiv werden, wozu folgende Aktion einladen möchte:
Baumscheiben-Gestaltung Breite Straße
Aktion zum 'Tag des Baumes' am 25. April 2007
der Tag des Baumes weist in die Zukunft.
Julius Sterling Morton,
Landwirt, Journalist, Politiker
und Begründer des "Tages des Baumes",
Nebraska 1872
Baumscheibe vorher
Was der US-amerikanische Begründer des "Baumtages" 1872 nicht ahnen konnte: Seit 1952 werden aus diesem Anlass bis zum heutigen Tag auch in Deutschland traditionell Bäume gepflanzt! Doch was tun, wenn man als StadtbewohnerIn selbst keine Möglichkeit hat, diese Tradition zu pflegen? Zum diesjährigen "Tag des Baumes" möchte der NABU Berlin mit einer Aktion vor dem Pankower Rathauscenter Anregung geben, wie man die vorhandenen Berliner Bäume pflegen und schützen kann, wird doch über den symbolischen Pflanzaktionen schnell vergessen, dass die vorhandenen Stadt- und namentlich die Straßenbäume notorisch gering geschätzt und häufig arg vernachlässigt werden.
Pflanzen in frische Komposterde
Der Baum, um den wir uns kümmern wollen, ist eine Linde, vor einigen Jahren als Straßenbaum gepflanzt. Ihre Baumscheibe, also der offene Bereich um den Fuß des Stamms, wird ständig betreten, vermüllt, als Fahrradständer und Hundetoilette missbraucht. Der Boden ist stark verdichtet und schadstoff-kontaminiert, Wasser und Sauerstoff erreichen nur schwer die Wurzeln des Baumes.
Angießen / Fotos: Gehring
Mit der Gestaltung und Bepflanzung der Baumscheibe soll die Linde vor weiteren Beschädigungen geschützt, darüber hinaus aber ein Zeichen gesetzt werden gegen die Gedankenlosigkeit vieler MitbürgerInnen im Umgang mit dem öffentlichen Grün und insbesondere den Straßenbäumen. Mit dieser Aktion will der NABU Berlin zugleich auf sein breites Informationsangebot zum Thema "Gestaltung von Baumscheiben" aufmerksam machen. Anregungen und Tipps für die Gestaltung dieser kleinen Flächen gibt es in unserer Geschäftsstelle.
Den Straßenbäumen nicht mehr 'auf die Füße treten'!
Tag des Baumes 2007 / Foto: Kinscher vergrößern
Bei einem etwa vierstündigen Arbeitseinsatz am 4. April wurde bereits mit der Gestaltung der Baumscheibe vor dem Rathauscenter begonnen. Der stark verdichtete Boden rund um die Linde wurde gelockert, eine dünne Schicht abgetragen und mit Komposterde aufgefüllt. Auf dem kleinen, mit Kokosseil "umzäunten" Beet wachsen nun Immergrün, Haselwurz, Golderdbeere, Habichtskraut und Storchschnabel und dazu einige bunte Frühjahrsblumen. Die Pflanzen spendeten Mitglieder der NABU-Naturgartengruppe und eine Pankower Bürgerin. Die MitarbeiterInnen der Blume 2000-Filiale im Rathauscenter stellten das Gießwasser zur Verfügung. Künftig kommt nun das regelmäßige Gießen nicht nur den Blumen, sondern auch der jungen Linde zugute. Und siehe da: Bisher wurde dem Bäumchen auch nicht mehr "auf die Füße getreten".
25.04.07
Verstöße gegen den Baumschutz in Pankow
Klimaschutz fängt vor der Haustür an!
Belastete Baumscheibe
Frisch fertig gestellt wurde das vergrößerte Pankower Rathaus-Center in der Breite(n) Straße, dem historischen Ortskern.
Leider mussten dem Erweiterungsbau die schönen Blumenbeete weichen, die das Pankower Zentrum an dieser Stelle zierten. Auch der Wurzelbereich der großen Ulme wurde durch Baufahrzeuge stark malträtiert und verdichtet, aber wenigstens ist der mächtige Baum nicht gefällt worden und wird die Bauphase hoffentlich um viele Jahre überleben.
Doch noch sind die Arbeiten nicht beendet der Bürgersteig an der Westseite der Breite(n) Straße wird erneuert und Parktaschen entstehen. Auch die Baumscheiben der alten Kastanien und Junglinden sollen hergerichtet werden.
Baumaterial auf der Baumscheibe
Eine gute Sache doch während der Bauphase ist unbedingt auch der Baumschutz zu beachten!
Auf den ersten Blick mag es schwerwiegendere Beschädigungen an Straßenbäumen geben als solche infolge Lagerung von Baumaterial, Schildern mit schweren Betonfüßen oder Erdaufschüttungen auf den Baumscheiben. Gleichwohl wirkt sich solch rücksichtsloses Vorgehen ungünstig auf den Wurzelbereich der Bäume aus, der Boden wird verdichtet, nicht mehr ausreichend durchlüftet, und der Baum kann kaum mehr genügend Wasser und die darin gelösten Nährstoffe aufnehmen.
Oft ist es bloße Gedankenlosigkeit, wenn Fahrräder an den Metallbügeln, die den Wurzelbereich eigentlich vor dem Betreten oder Befahren schützen sollen, angeschlossen werden, die Baumscheiben als "Abfallkübel" herhalten müssen oder gerade nicht benötigtes Baumaterial dort gestapelt wird.
Frei geräumt / Fotos: Koch
Ein Mitarbeiter der Firma "Erdmännchen" erklärte sich auf unsere Nachfrage am Freitag vergangener Woche sofort bereit, die Baumscheiben zu beräumen. Dafür vielen Dank!
Vorsichtshalber haben wir jedoch auch das Tiefbauamt über den mangelnden Baumschutz informiert und hoffen nun, dass die Baustelle und insbesondere die Baumscheiben so gesichert werden, dass die verschiedenen Firmen und Gewerke sie nicht als "Mülldeponie und/oder Lagerraum" missbrauchen.
Und an die BesucherInnen des Rathaus-Centers appellieren wir, über dem "Shopping" nicht die Rücksicht auf das Stadtgrün vorm Einkaufstempel zu vergessen: Bitte schließen Sie Ihre Räder an den Fahrradständern an!!!
Wenn dann die Bauphase beendet ist, werden die Pankower und ihre Gäste nicht nur die tollen Einkaufsmöglichkeiten, sondern sicher auch die wohltuende Wirkung der alten Bäume zu würdigen wissen!
20.11.06

NABU Regional
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Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
Veranstaltungen März bis Mai
Das Veranstaltungsprogramm aus "Natur in Berlin" Heft 1/2012 zum Download Mehr
Veranstaltungen Dezember bis Februar
Das Veranstaltungsprogramm aus "Natur in Berlin" Heft 4/2011 zum Download. Mehr
Naturschutzjugend Berlin
Die NAJU hat super Angebote für junge Menschen, wie die AG Umweltpolitik, eine Jugendgruppe, Kindergruppen oder einen Naturerlebnisgarten. Mehr
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