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SOS - Mauersegler in großer Not

SOS - Mauersegler in großer Not

Hitzewelle lässt junge Mauersegler aus den Bruthöhlen flüchten

Mauerseglerbrut


Mauersegler sind eigentlich Extreme gewöhnt:
Sie ziehen jedes Jahr von Südafrika nach Europa, um hier zu brüten und fliegen dann nach nur knapp vier Monaten Aufenthalt wieder zurück.

Ursprünglich nutzten Mauersegler Höhlen in alten Bäumen oder Felsspalten als Brutstätten. Seitdem der Mensch hohe Bauwerke aus Stein errichtet, nutzen die Luftakrobaten auch diese „Kunstfelsen“ zur Brut und konnten sich damit auch großräumig felsfreie Landschaften als Lebensraum erschließen.

In Mitteleuropa dürften heute weit über 90 Prozent aller Mauersegler an Bauwerken brüten, vor allem im Dachbereich. In Berlin werden die „Kunstfelsen“ so gut angenommen, dass sich hier die größte lokale Population der norddeutschen Tiefebene entwickeln konnte. Die meisten Menschen in Berlin wohnen quasi „Tür an Tür“ mit den rasanten Fliegern.

Juli 2010 – Rekordhitze mit schrecklichem Nebeneffekt
Dieses Jahr ist alles anders: Aufgrund der Dauerhitze mit Temperaturen über 35 Grad Celsius heizen sich viele Brutplätze zu stark auf. Die jungen Mauersegler verlassen ihre Bruthöhle normalerweise zum ersten Mal, wenn sie fliegen können. Doch seit Anfang Juli springen die Jungtiere in großer Zahl noch flugunfähig ins Freie, um sich vor dem Hitzetod zu retten! Die dramatische Folge: Die eigentlich kerngesunden Jungtiere segeln zwar unverletzt zu Boden, werden dort von ihren Eltern aber nicht weiter gefüttert und würden ohne menschliche Hilfe verenden.

Mauersegler

Mauersegler bei der Freilassung. Foto: NABU

Mittlerweile sind mehr als 100 dieser Jungvögel in der Obhut von erfahrenen Fachkräften und Ehrenamtlichen des NABU!

Mauersegler fressen ausschließlich Insekten. Allein die Kosten für die Futterinsekten liegen bei mindestens 40 Euro pro Tier. Das sind für den NABU „mal eben“ 4000 Euro zusätzlich, Betreuungs- und Transportkosten sind noch nicht mitgerechnet.

In der Wildtierstation von NABU und aktion tier werden jedes Jahr Mauersegler versorgt. Neben verletzten oder geschwächten Tieren handelt es sich dabei um Waisen oder flugunfähige Spätentwickler, die zurückbleiben, wenn sich die Eltern und Geschwister im Laufe des August auf den Weg zurück nach Südafrika machen. Die eigentliche Saison fängt also erst an.

Nachbarschaftshilfe ist jetzt dringend nötig
Wir bitten Sie hiermit: Helfen Sie mit, die vielen diesjährigen Bruchpiloten am Leben zu erhalten und wieder auszuwildern. Es ist ganz einfach: Spenden Sie Geld für unser Futterkonto. Und speziell an Imker eine Bitte: Bitte überlassen sie uns Drohnenbrut, für die sie keine Verwendung haben!

Danke!

Ihr Rainer Altenkamp, 2. Vorsitzender NABU Berlin

20.07.2010

Was Sie tun können, wenn Sie einen jungen Mauersegler gefunden haben, erfahren Sie
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