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Senat ignoriert Notsituation
Senat ignoriert Notsituation
Fortbestand der NABU-Wildtierpflegestation liegt jetzt vor allem in den Händen des Senats!
Im heißen Sommer 2010 kümmerte sich die Station um rund 200 Mauersegler. Sie wurden nach ihrem Sturz aus den überhitzten Nestern aufgezogen und in bestehenden intakten Nestern zugesetzt (Adoptionsverfahren). Die Kapazität der Wildtierpflege war bald erschöpft. Die Senatsverwaltung half einmalig mit rund 3.000,- EUR. Verglichen mit den Kosten, die durch den NABU jährlich zu tragen sind, ein Tropfen auf den heißen Stein.
Beteiligen Sie sich an der Protestaktion! Ihr Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Wowereit kann helfen, seine Senatsverwaltungen zur Raison zu bringen!
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Textvorlage für einen Postbrief zur Situation der Wildtierpflege an den Regierenden Bürgermeister
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Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2011 und dem ersten Informationsrücklauf der fördernden Institutionen und der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gestaltet sich die Situation für die Wildtierpflegestation immer prekärer. Mit einem Brandbrief hat sich der NABU Berlin an die Senatoren Müller und Czaja gewandt, um die Schließung der einzigen Station für Wildvögel im Berliner Stadtgebiet zu verhindern.
Transport eines verletzten Seeadlers.
Die Station hatte 1998 ihre wichtige Arbeit aufgenommen und kümmert sich seitdem um eine stetig wachsende Zahl von hilfsbedürftigen Vögeln und ratsuchenden Bürgern. Nirgendwo in der Hauptstadt gibt es eine vergleichbare Einrichtung, die mit einer solch hervorragenden Erfolgsquote bei der Wiederauswilderung der Findlinge aufwarten kann.
Desinteresse oder Unwillen?
Stationsleiter André Hallau mit einem Turmfalken. Um den Vögeln unnötigen Stress während ihres Aufenthalts zu ersparen, sind die Volieren streng abgeschirmt.
Die Station hatte in den zurückliegenden Jahren mit mehr als 1.500 Pfleglingen und zwischen 2.000 bis 3.000 Anrufern pro Jahr umzugehen: die Kapazitäten werden laufend überschritten, so dass Bürger mit Fragen und hilfsbedürftigen Tieren immer häufiger abgewiesen werden müssen. Seit 2010 weist der NABU Berlin immer wieder sehr deutlich auf diese untragbare Situation bei den zuständigen Senatsverwaltungen hin. Dabei handelt es sich ausnahmslos um geschützte Vogelarten und der NABU leistet häufig Amtshilfe für Polizei und Feuerwehr. Seit 2 Jahren gibt es Absichtserklärungen, jedoch nur in Ausnahmefällen eine Unterstützung von dieser Seite. Beide Senatsverwaltungen ignorieren hier ihre gesetzlichen Aufgaben des Arten- bzw. Tierschutzes.
Zugespitzte Situation
Seit dem Weggang eines Sponsors in 2010, der die Station zuvor jährlich mit rund 50.000,- EUR unterstützte, ist es dem NABU Berlin nicht gelungen, dieses Defizit wieder auszugleichen.
Ratlose Spaziergänger haben sich in einem Park um einen jungen Waldkauz-Ästling versammelt. In solchen Fällen bietet die Station kompetente Beratung und kommt auch zur Hilfe, um wie in diesem Fall den Kauz wieder in den nächsten Baum zu setzen, wo er dann auf seine Eltern wartete.
Zwar gab es immer mal wieder eine Förderung, aber die hat nicht verhindern können, dass bereits 2010 erste Kündigungen ausgesprochen werden mussten.
Ohne weitere finanzielle Unterstützung ist das Ende in diesem Jahr absehbar. Die Station benötigt jährlich je nach Auslastung zwischen 70.000 bis 100.000,- EUR für ihre Arbeit und diese Last kann und will der NABU Berlin nicht mehr alleine tragen.
Und wenn die Station schließen muss? „Das ist eine Arbeit, die weder Tierheim, Polizei, Feuerwehr oder Zoo machen können oder wollen. Dann müssen sich die Bürger mit ihren Findlingen und ihrem Beratungsbedarf direkt an die Senatsverwaltungen wenden und um Unterstützung bitten, denn ohne zusätzliche finanzielle Mittel ist spätestens Juni dieses Jahres für uns Schluss“, macht Rainer Altenkamp (2. Vorsitzender des NABU Berlin) deutlich.
Ohren auf Durchzug?
Sofern das Team der Station feststellen muss, dass mehr Hilfe notwendig ist, werden auch Jungvögel in der Station aufgenommen und auf ihr Leben in freier Wildbahn vorbereitet. Hier eine junge Waldohreule...
Hinzu kommt ein Kompetenzgerangel zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – zuständig für den Natur- und Artenschutz – und der Senatsverwaltung für Gesundheit und Verbraucherschutz, die für den Tierschutz verantwortlich zeichnen. Die Belange des Tierschutzes werden beispielsweise unmittelbar berührt, sobald beispielsweise ein verletzter Vogel aufgefunden wird und feststeht, dass er ohne menschliche bzw. ärztliche Hilfe vermeidbare Schmerzen erleidet und nicht wieder auswilderungsfähig ist. Der NABU Berlin konnte bereits bei verschiedenen Gelegenheiten miterleben, wie sich die beiden Verwaltungen das Problem fleißig gegenseitig zuschoben, ohne es auch nur in Ansätzen lösen zu wollen.
Der NABU war immer ein zuverlässiger Partner für die Senatsverwaltung und möchte das gerne auch weiterhin sein. Doch es ist unverantwortlich seitens des Senats dieses Problem bei den gutmeinenden Bürgern und den engagierten Ehrenamtlern abzuladen, in der Hoffnung, dass das Problem schon verschwinden wird, wenn man sich nur lang genug nicht darum kümmert.
NABU Berlin fürchtet Rückkehr zu untragbaren Zuständen
Für diesen jungen Schwarzmilan baute das Team der Wildtierstation ein Kunstnest, nachdem seine Heimstatt durch einen Sturm zerstört worden war.
Vor den Folgen der Schließung wird eindringlich gewarnt: Tiere müssen unter großen Schwierigkeiten und mit erheblichem Aufwand in Privathand weitervermittelt werden. Eine Kontrolle über die Zustände der Tierhaltung, über Erfolg oder Misserfolg der Wiederauswilderung ist nicht möglich, eine Information der Bürger gibt es nicht mehr.
Beiden Senatsverwaltungen wurde mitgeteilt, dass der NABU Berlin die an sie gerichteten Briefe veröffentlichen wird. Allerdings will der Naturschutzverband es dabei nicht belassen und richtet seinen Appell auch direkt an die Berliner Bürgerinnen und Bürger:
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Häufig gestellte Fragen zur Situation der Wildtierstation des NABU Berlin
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Helfen Sie uns, die Wildtierpflegestation und ihr Beratungs- und Pflegeangebot zu retten!
Mit Ihrem Schreiben und Ihrer Unterschrift setzen Sie ein Zeichen!
Richten Sie Ihre Mails an
der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.berlin.de
oder Ihre Briefe an
Der Regierende Bürgermeister von Berlin
Klaus Wowereit
Senatskanzlei
Jüdenstraße 1
10178 Berlin
Der NABU Berlin dankt Ihnen für Ihre Unterstützung!
14. Februar 2012
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Offener Brief des NABU Berlin an Senator Müller, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, vom 9. Februar 2012
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Offener Brief des NABU Berlin an Senator Czaja, Senatsverwaltung für Gesundheit und Verbraucherschutz, vom 9. Februar 2012
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Jahresbericht 2011 der Wildtierpflegestation
Berlins Wildtiere noch in guten Händen
Ehrenamtlichen und Mitarbeiter der Wildtierstation des NABU Berlin haben auch im vergangenen Jahr wieder gute Arbeit bei der Pflege verletzter Wildvögel geleistet. Fast 1000 Tieren konnte 2011 ohne regelmäßige öffentliche Förderung geholfen werden.
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