Berlin.NABU.de Projekte Stunde der Gartenvögel

Der Spatz bleibt vorn

Der Spatz bleibt vorn

Berliner Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ 2011

Haussperling

Der Haussperling wurde wieder am häufigsten beobachtet.

Jetzt liegen sie vor, die Ergebnisse der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“. Bereits zum achten Mal erfolgte die Erfassung der Berliner Vogelwelt. 947 Berliner und Berlinerinnen beteiligten sich an der Aktion für Vogelfreunde und zählten an 649 verschiedenen Orten, vorwiegend im eigenen Garten, 22.091 Vögel. Insgesamt wurden 120 Arten gezählt.

Berlin – ein Platz für den Spatz?

Haussperlinge

Haussperling

Diese Zahl entspricht auch den jährlich in Berlin brütenden Vogelarten. Wie bereits in den Jahren zuvor wurde am häufigsten der Haussperling, auch Spatz genannt, gezählt. Allein 4.621 Tiere und somit ein Fünftel aller gezählten Vögel gehen auf sein Konto.
Doch auf den anderen Rängen hat sich ein bisschen was getan: Gehörten in der Vergangenheit die Arten Amsel, Star, Kohl- und Blaumeise zu den häufigsten, wurde 2011 erstmalig die Blaumeise durch den Mauersegler auf Platz 6 verwiesen. Auch wenn der Haussperling die häufigste Art im Rahmen der Aktion ist, zeigen die Ergebnisse der letzten Jahre einen leichten Bestandsrückgang für Berlin. Ob das tatsächlich so ist, soll eine genauere Untersuchung der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft, in der auch der NABU Berlin vertreten ist, in diesem Jahr zeigen.

Aufräumen mit Vorurteilen

Nebelkrähe

Nebelkrähe

Eine Zunahme gegenüber den Vorjahren konnte beim Vogel des Jahres, dem Gartenrotschwanz, festgestellt werden. Dieser farbenprächtige Singvogel breitet sich weiter im Stadtgebiet aus und kommt immer häufiger in enger Nachbarschaft seines Verwandten, dem Hausrotschwanz, vor.
Bei der zu den Krähenvögeln gehörenden Elster wurde ebenfalls ein Rückgang festgestellt, dafür nimmt aber der Brutbestand der Nebelkrähe zu. Dass diese Arten zu Unrecht verdächtigt werden, einen Rückgang der Singvögel in Berlin zu bewirken, zeigt der über Jahre gleich bleibende Bestand der häufigsten Freibrüter, wie beispielsweise Amsel, Grünfink und Mönchsgrasmücke. Gerade letztere Art breitet sich immer weiter in Berlin aus und ist inzwischen ein Charaktervogel in vielen Siedlungsgebieten.

Raritäten in Berlin

Mauerläufer, Foto des Monats

Mauerläufer

Neben einer ganzen Reihe bekannter und verbreiteter Arten wurden mit einem Uhu und vor allem dem Mauerläufer wahre Raritäten der Berliner Vogelwelt gesehen. Ob es sich hier um Verwechselungen mit der Waldohreule und einem Kleiber handelt wird wohl immer ein Geheimnis der Beobachter bleiben. Aber neben den Informationen, die der NABU durch die Aktion über die Vogelwelt erlangt, geht es auch darum, die Vielfalt der heimischen Natur zu vermitteln und zu zeigen, wie angenehm die Beschäftigung mit der heimischen Vogelwelt sein kann.

24. Mai 2011

Bestimmungshilfen:

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