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9. Berliner Naturschutztag 2008

9. Berliner Naturschutztag 2008

Artenvielfalt im urbanen Raum

9. Naturschutztag Gäste

Über 300 Gästen kamen am 23. Februar zum 9. Berliner Naturschutztag in die Kreuzberger Jerusalemkirche. Ehrenamtliche wie behördliche Naturschützer, Vertreterinnen von Senat und Abgeordnetenhaus und viele weitere Besucher bezeugten das große Interesse am Natur- und Umweltschutz in Berlin.

Zu Beginn der Veranstaltung kritisierte der NABU-Vorsitzende Torsten Hauschild die Aufteilung der Zuständigkeiten für Natur- und Umweltschutz in Berlin auf zwei getrennte Senatsverwaltungen. Reibungsverluste und mangelhafte Kommunikation zeigten sich beispielsweise in der Unfähigkeit der Verantwortlichen bei wichtigen Themen, wie der Einführung der Umweltzone innerhalb des S-Bahnringes oder der notwendigen Schließung des Flughafens Tempelhof, die Berlinerinnen und Berliner zu erreichen und bei diesen Entscheidungen "mitzunehmen". Ähnliche Probleme seien beim geplanten Umbau der zuständigen Behörden in den Bezirks-
verwaltungen zu befürchten. Hauschild appellierte an die Berliner Politiker, den geplanten Behördenumbau noch einmal zu überdenken.

Grußwort Maria Krautzberger

Staatssekretärin gibt Ausblick auf Naturschutzthemen 2008

9. Berliner Naturschutztag

Staatssekretärin Maria Krautzberger beim 9. Berliner Naturschutztag

Auf die von T. Hauschild aufgeworfenen Fragen ging Maria Krautzberger als zweite Rednerin des Tages umgehend ein. Es sei schwer, gegen die einflussreichen Tempelhof-Befürworter die Vorteile der Schließung deutlich zu machen, sagte Krautzberger und betonte, dass Öffnung und Inbesitznahme der 200 Hektar großen Fläche durch die Bevölkerung viele Chancen biete. Sie zeigte sich sicher, dass es zu dieser Schließung auch kommen werde.
Im Rückblick auf das Jahr 2007 hob sie den mit 10.000 Besuchern äußerst erfolgreichen "Langen Tag der Stadtnatur " hervor, bei dem es 150 Akteuren aus Natur- und Umweltschutz gelungen war, Naturschutzthemen "in die Breite zu tragen".
Im Ausblick auf die naturschutzrelevanten Themen dieses Jahres sprach Krautz-
berger zunächst über Deutschlands Gastgeberrolle bei der großen UN-
Naturschutzkonferenz im Mai. Anlässlich der Vertragsstaatenkonferenz zur Con-
vention On Biological Diversity (CBD), zu der Vertreter aus 190 Ländern im Mai 2008 in Bonn zusammen kommen werden, hat das Land Berlin beschlossen, der Initiative "Countdown 2010" des IUCN (World Conservation Union) beizutreten. Am 4. April wird der offizielle Auftakt der Berliner Aktivitäten erfolgen. Thematische Schwerpunkte sollen bei den Themen Wald, Fledermausschutz, Umweltbildung und Biotopverbund liegen.
Als erfolgreiche Berliner Aktivität im Naturschutz stellte Krautzberger das Berliner Vogelmonitoring-Programm heraus. Es soll vom Dachverband Deutscher Avi-
faunisten (DDA) deutschlandweit übernommen und weiterentwickelt werden. Hierzu hat Berlin eine Bund-Länder-Vereinbarung unterschrieben.
Frau Krauztberger schloss mit einem weiteren erfreulichen Ausblick: In diesem Jahr sind die lange von den Naturschutzverbänden geforderte Unterschutzstellung des Köpenicker Wald- und Seengebietes und ebenso die Unterschutzstellung des ehemaligen Mauerstreifens vom Mauerpark bis Naturpark Barnim vorgesehen.

Hauptstadt der Nachtigallen: Warum sind Großstädte so artenreich?

Kurzfassung des Vortrages zum 9. Berliner Naturschutztag

9. Berliner Naturschutztag

Prof. Dr. J. Reichholf

Im Berliner Stadtgebiet leben fast alle Arten unserer mitteleuropäischen Säugetiere und etwa zwei Drittel aller Vogelarten, die es in Deutschland gibt. In Hamburg, München, Köln und anderen Großstädten verhält es sich ähnlich. Ob Vögel oder Schmetterlinge, Wildbienen oder Pflanzen, die Stadtnatur erweist sich bei genauerer Untersuchung nicht nur als überraschend artenreich, sondern meist auch deutlich reichhaltiger als gleich große Flächen des Umlandes. Drei Hauptgründe bedingen die urbane Biodiversität: Hoher Strukturreichtum, Nährstoff-
armut und wenig oder keine Verfolgung/Vernichtung von Fauna und Flora. Bei Vögeln und Säugetieren kommt die Lernfähigkeit hinzu. Die Stadt ist für sie sicherer als das Umland. Am „Land“ herrschen meistens gegenteilige Verhältnisse: Verarmte Strukturen, Überdüngung und Verfolgung/Bekämpfung von allem, was nicht unmittelbar „produziert“. Die großen Artenverluste der letzten Jahrzehnte be-
trafen die offene Kulturlandschaft. In ihr liegen die Hauptvorkommen der meisten „Rote Liste Arten“. Die Wälder hielten insgesamt in etwa ihre Biodiversität. In den Städten ist sie bis in die 1990er Jahre hinein angestiegen. Mit die besten Untersuchungen hierzu liegen für Berlin vor.
Der Siedlungsraum nimmt landesweit, zusammen mit Verkehrs- und Industrie-
anlagen, rund die 10fache Fläche der Naturschutzgebiete ein. Allein dies verdeutlicht das Potenzial zur Erhaltung von Artenvielfalt in der Stadt und die Bedeutung der „Stadtnatur“. Und es gibt auch keineswegs nur allgemein verbreitete und häufige Arten in den Städten. Die Biodiversität der „Hauptstadt der Nachtigallen“ drückt dies aus. Doch sie besagt auch, dass die Nachverdichtung der Städte die größte Gefahr für den Fortbestand der Stadtnatur ist. Wir sollten sie ernst(er) nehmen.

Prof. Dr. Josef H. Reichholf
Zoologische Staatssammlung & Technische Universität München

Kontakt E-Mail: Reichholf.Ornithologie@zsm.mwn.de

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