Berlin.NABU.de Projekte Lebensraum Kirchturm
Neuer Lebensraum im alten Turm
Neuer Lebensraum im alten Turm
Evangelische Kirche Friedersdorf mit Plakette "Lebensraum Kirchturm" ausgezeichnet
Der Berliner NABU-Vorsitzende Hauschild beim Anbringen der Plakette. Links der Pfarrer der Gemeinde, Sven Tiepner/ Foto: Kinscher
In Friedersdorf, einem Ortsteil von Heidesee, wurde neuer Lebensraum für Schleiereulen geschaffen, im Rahmen einer von T-Mobile Deutschland geförderten Aktion. NABU-Mitarbeiter bauten und installierten hierbei bisher 19 Nistkästen für geschützte Vogelarten in 12 Kirchen in Berlin und Brandenburg.
Denn allzu häufig geraten Wildvögel in Wohnungsnot, wenn ihre Zufluchtsstätten in Kirchtürmen bei Sanierungen verloren gehen oder die Einflüge zur Abwehr von Tauben verschlossen werden.
Die Kirche in Friedersdorf
Die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ wird Kirchengemeinden in ganz Deutschland vergeben, die wieder Lebensräume für Vögel und Fledermäuse geschaffen haben. Bislang wurden in nahezu allen Bundesländern mehr als 200 Kirchen für ihr Artenschutz-Engagement ausgezeichnet.
Im Friedersdorfer Kirchturm befindet sich schon seit vielen Jahren ein Turmfalkennistkasten, der erst 2007 erneuert wurde. Turmfalke wie Schleiereule sind während der Brutzeit sehr störungsanfällig, daher sind die wenig begangenen Kirchtürme besonders gut für das Anbringen von Nisthilfen geeignet.
Schleiereulen mögen es dunkel und großräumig. Ein Schattenbrett im Innern des großen Kastens sorgt für geeignete Lichtverhältnisse am Tage. In das Substrat am Boden, das die Junior Ranger extra von einer nahe liegenden Kiesgrube heran schafften, gräbt die Eulenmutter kleine Mulden. So kann sie die runden Eier besser beieinander halten.
Katrin Koch erklärt den Kindern den Schleiereulenkasten/ Foto: Kinscher
Die jungen Naturschützer, allesamt Grundschüler aus Prieros, die Kirchengemeinde, der NABU und sein Unterstützer halfen mit dieser Aktion einer Tierart, die in der „Roten Liste“ der Brandenburgs als „stark gefährdet“ eingestuft ist. Einst typische Bewohner der Agrarlandschaft mit ihren dörflichen Siedlungen, verloren die Schleiereulen in den letzten Jahren neben Nahrungsgebieten (z.B. Grünland, Feuchtwiesen, Weiden- und Mähwiesen) ihre Tageseinstände und Brutplätze. Und dies nicht nur in Kirchen, sondern auch in Scheunen, Stallungen und ähnlichen Gebäuden, die häufig nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden und verschlossen sind. Durch ein Angebot von künstlichen Niststätten kann zumindest ein kleiner Beitrag für den Schutz der Eulen geleistet werden. Ihr Bestand liegt in Brandenburg bei etwa 800 bis 900 Brutpaaren.
Künstliche Kinderstuben haben auch dem Turmfalken geholfen, der weder in Brandenburg noch in Berlin in seinem Bestand gefährdet ist. In beiden Ländern konnte der Rückgang der kleinen Greifvögel, der in Brandenburg in den 1970er – bis1980er seinen traurigen Höhepunkt hatte, durch Artenhilfsmaßnahmen gebremst werden.
18. Dezember 2008

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