Berlin.NABU.de Projekte Vogelschutzreservat Flughafensee

Das Projekt Flughafensee

Das Projekt Flughafensee

Natur aus zweiter Hand

Flughafensee

Strand am Flughafensee

Etwas zur Geschichte...
Der Flughafensee ist in der Zeit von 1953 bis 1978 durch den Abbau von Sand und Kies entstanden. Es handelt sich bei dem heutigen Naturparadies also um "Natur aus zweiter Hand".
      Da in unserer heutigen Zeit kaum noch intakte Auenwälder, Moore und andere natürlich entstandene Landschaften existieren, gewinnen solche vom Menschen beeinflussten Bereiche immer mehr an Bedeutung.
Besonders Kiesgruben haben sich dabei als Rückzugsgebiete für viele seltene Tier- und Planzenarten erwiesen.

Warum ein Vogelschutzreservat?

Wanderkarte

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Die steilen Sandhänge und Uferbereiche wirken zunächst kahl und öde, doch dieser Eindruck täuscht: Viele spezialisierte Arten besiedeln genau diesen Lebensraum. Bei zunehmendem Bewuchs ist ihr Vorkommen nicht länger gesichert. Das Ensemble von Gewässern unterschiedlicher Größe und Tiefe bietet zahlreichen Wasservögeln, Amphibien, Fischen und Insekten gute Entwicklungsmöglichkeiten.

      Doch solche empfindlichen Biotope sind besonders in den Großstädten und Ballungszentren bedroht. Platzsuche für Bauprojekte und der ständig größer werdende Druck der Erholung suchenden Bevölkerung fordern immer wieder ihren Tribut.

Flussregenpfeifer

Über die Brut des in Berlin vom Aussterben bedrohten Flussregenpfeifers freuten sich die Betreuer des Reservates besonders.

Tausende von Badelustigen richteten im Laufe zweier Jahrhundertsommer in den ökologisch wervollen Bereichen des Sees erhebliche Schäden an, so dass schnell etwas für den Schutz der Natur getan werden musste:
Zu Pfingsten 1982 wurde daher das heutige Gelände des Vogelschutzreservates von Naturschützern verschiedener Vereine der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) besetzt. Der von Badelustigen zerschnittene Zaun wurde repariert und über Nacht aufgestellte Hinweisschilder zeigten ein Betretungsverbot an. Spaziergänger und "Eindringlinge" wurden in Gesprächen über die Ziele der Aktion und die ökologischen Zusammenhänge informiert und um Rücksichtnahme gebeten.

Eisvogel

Auch der Eisvogel - Vogel des Jahres 2009 - brütet in manchen Jahren Reservat.

      Das Schutzkonzept erreichte auch über die Medien die Öffentlichkeit und konnte sich auf Grund der breiten Zustimmung im anschließenden Wettstreit um die Gestaltung des Sees durchsetzen, und es ist ein exemplarischer Kompromiss zwischen Naturschutz und -nutzung erreicht worden und wird bis heute erfolgreich praktiziert .

      Seit dem 17. Juni 1983 betreut der NABU (ehemals Deutscher Bund für Vogelschutz [DBV]) durch die Arbeitsgruppe Vogelschutzreservat Flughafensee das Reservat im Rahmen eines Vertrages mit dem Land Berlin.

mehr Infos zur AG Vogelschutzreservat Flughafensee finden Sie hier...

Artenvielfalt am Flughafensee

Bilder bedrohter Arten

Bilder bedrohter Arten

Bald schon beginnt die Brutsaison für viele Vogelarten in Berlin, der Großstadt mit dem häufig beschworenen erstaunlichen Artenreichtum. Doch rund 40 Prozent der hiesigen Brutvögel stehen auf der „Roten Liste“ gefährdeter Arten. Das NABU Vogelschutzreservat am Tegeler Flughafensee ist geprägt durch eine Vielzahl seltener Lebensräume. Mit Bildern von Martin Semisch möchten wir Ihnen die Schönheiten dieser Naturoase im Norden Berlins zeigen, um deren Ausweisung als Naturschutzgebiet der NABU sich aktuell bemüht. mehr Mehr

Pflegemaßnahmen

Flughafensee

Um die beachtliche Artenvielfalt hier zu erhalten, ist es erforderlich, die Vielzahl der Biotoptypen auf engstem Raum zu sichern, das heißt den Kiesgruben-Charakter soweit es geht zu erhalten. Da sich Baum- und Straucharten sowie das Landreitgras stark ausbreiten, ist es notwendig, jene durch Entfernen, dieses durch Rückschnitt zurückzudrängen, um Entstehung von Wald zu verhindern. Diese Maßnahmen bezeichnen wir als Biotoppflege, die hauptsächlich in den Wintermonaten durchgeführt wird, an der sich auch gerne am Naturschutz Interessierte beteiligen können: Die Termine finden Sie hier
      Der äußerst empfindliche Sandtrockenrasen und die Heideflächen müssen vor Verbuschung und Überalterung bewahrt werden. Andernfalls bestünden sie nach einigen Jahren nicht mehr, und die an sie angepassten Arten würden verschwinden. Einige Flächen werden auch völlig von Bewuchs freigehalten, um z. B. Eidechsen- oder Käferarten Fortpflanzungsmöglichkeiten zu geben. In einigen Bereichen werden auch die von Regen und Wind abgeflachten Steilwände wieder erneuert, um Brutbedingungen für den Eisvogel zu schaffen bzw. zu erhalten.

      Besonders im Falle der ursprünglich aus Nordamerika stammenden schnellwachsenden, robusten Spätblühenden Traubenkirsche, die zeitweise drohte, große Bereiche des naturnahen Waldes und der Heide zu vereinnahmen, die natürliche Waldverjüngung zu verhindern und einheimische Pflanzen zu verdrängen , haben es jährlicher Rückschnitt, das Fällen von Mutterbäumen und das Ausgraben von Wurzelstöcken ermöglicht, dass sich andere Arten wie die Eberesche im Reservatswald wieder stärker ausbreiten.

      Auch beim, das ganze Jahr über erforderlichen Instandhalten der Zäune und Müllsammeln ist Hilfe jederzeit hochwillkommen!

 

Baumaßnahmen erfolgreich abgeschlossen

Erste von Berliner Naturschutzverbänden vorgeschlagene A&E-Maßnahme von Verband auch federführend umgesetzt

Baumaschinen

Die Baumaschinen vergrößern

Die Baumaßnahmen zur Wiederherstellung seltener und gefährdeter Biotope im Vogelschutzreservat (siehe auch den unten stehenden Bericht) sind inzwischen zu einem außerordentlich erfolgreichen Abschluss gelangt. Dies lag laut Frank Sieste, dem Leiter der AG Vogelschutzreservat, vor allem am guten Willen aller Beteiligten: von Oberster und Unterer Naturschutzbehörde übers Büro "Ökologie und Planung" bis zum ausführenden Brandenburger Bauunternehmen Makert, das sich deutlich übers ursprünglich vereinbarte Maß hinaus engagiert hat.

Zwei Wochen lang rollten die Bagger, um

Steilufer

Das Steilufer vergrößern

  • durch Abschieben, Aussieben und Wiederaufbringen von 50 bis 60 Zentimetern Substrat das konkurrenzstarke Landreitgras (Calamagostis epigaios) zu beseitigen, Offenlandflächen für die Entwicklung von Trockenrasen und Sandbiotopen zu schaffen und damit Möglichkeiten der Wiederansiedlung von seltenen Insekten wie Solitärbienen, Ödlandschrecken u. ä.
  • einen zwei Meter hohen Steiluferbereich abzutragen – potentielle Heimstatt für Eisvogel, Uferschwalben und Wärme liebende Insekten – sowie
  • am südlichen Seeufer eine Landzunge abzuflachen und zu vergrößern, wo dann künftig vielleicht wieder seltene Limikolen, etwa Flussregenpfeifer, rasten wie noch in den Siebzigern, als dort infolge des Kiesabbaus genügend Rohbodenstandorte vorhanden waren.

Steilufer

Das Steilufer vergrößern

Zwischenzeitlich ist das Steilufer, das nicht nur 40 sondern 60 Meter lang geworden ist, zwar stellenweise schon wieder etwas abgerutscht, doch dies gehört nach Aussage von Sieste, zumal bei sandig-losem Untergrund, zur Sukzession.

      Damit wurde die erste Maßnahme einer ca. 100 Titel umfassenden Vorschlagsliste möglicher Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, welche die Berliner Umwelt- und Naturschutzverbände vorgelegt haben, von einem Verband auch federführend umgesetzt.

Allen Beteiligten sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt!


Trockenrasen vorher vergrößern Trockenrasen nachher vergrößern
Limikolenrastplatz vorher vergrößern Limikolenrastplatz nachher vergrößern



Baggern für die Natur

Erster Spatenstich für großflächige Wiederherstellung gefährdeter Biotope im Vogelschutzreservat Flughafensee

Interview mit T. Hauschild

Interview mit T. Hauschild

Am Vormittag des 9. November 2006 erfolgte feierlich und unter reger Anteilnahme der Berliner Lokalpresse der erste Spatenstich für umfangreiche landschaftspflegerische Maßnahmen im NABU Vogelschutzreservat am Tegeler Flughafensee – ausgeführt durch Martin Semisch, Mitglied der AG Vogelschutzreservat, den NABU-Vorsitzenden Torsten Hauschild und Werner Markert, Chef der beauftragten Baufirma. Auch eine Mitarbeiterin des Planungsbüros "Ökologie & Planung" war vertreten.

      Im Vogelschutzreservat werden in den nächsten Wochen die Bagger rollen, um seltene und gefährdete Biotope wiederherzustellen bzw. neu zu schaffen, die dem Reservat neuen Reichtum an Naturschätzen bescheren sollen.

Erster Spatenstich

Erster Spatenstich

Der erste Maßnahmenbereich beginnt direkt hinter dem Eingangstor: Hier wird die oberste Bodenschicht abgetragen und ausgesiebt – ein neues Verfahren, um des ausbreitungsfreudigen Landreitgrases Calamagrostis epigejos Herr zu werden und gleichzeitig möglichst wenig des erwünschten Artenbestandes – beispielsweise Entwicklungsstadien seltener Insekten, die im Boden überwintern – zu zerstören. So sollen sich hier zukünftig wieder Heide und offene Sandbiotope entwickeln können. Zum See weisend wird in diesem Bereich ein offener Steilhang entstehen, wertvoller Lebensraum etwa für wärmeliebende Insekten oder Uferschwalben. Im Süden des Reservates wird schließlich durch das Abtragen zweier Hügel ein ausgedehnter Flachwasserbereich geschaffen, ein interessantes Biotop, geeignet als Rastplatz für Zugvögel und ornithologische Raritäten wie den Flussregenpfeifer.

Infotafel

Infotafel / Fotos: Kinscher

 
 
 
Die Arbeiten im Vogelschutzreservat werden aus Mitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über einen von der Stiftung Naturschutz Berlin verwalteten Fonds finanziert. 28.000 Euro sind hierfür veranschlagt. Dieses Geld stammt von Bauherren und Projektträgern, deren Bauprojekte in der Stadt mit unvermeidbaren Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden waren – beispielsweise der Vernichtung wertvoller Biotope, der Versiegelung von Boden, der Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes –, die gemäß Paragraph 14 Berliner Naturschutzgesetz zu kompensieren sind. Ist ein Ausgleich nicht an Ort und Stelle möglich, kann das Geld, wie hier im NABU-Reservat, für landschaftspflegerische Arbeiten an anderer Stelle eingesetzt werden.

      Die Biotopverbesserung im Vogelschutzreservat Flughafensee ist die erste Maßnahme aus einer etwa hundert Maßnahmen umfassenden Vorschlagsliste, die gemeinsam von den Berliner Naturschutzverbänden erarbeitet wurde, um eine qualitative Verbesserung der Kompensation von Eingriffen nach Berliner Naturschutzgesetz zu erreichen.

      Die Arbeiten werden unter größtmöglicher Schonung der vorhandenen geschützten Arten sowie des Baumbestandes im Reservat unter fachlicher Begleitung der AG Flughafensee ausgeführt.

Zur Erläuterung haben wir für die Zeit der Bauarbeiten eine Infotafel aufgestellt.

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