Berlin.NABU.de Projekte Artenschutz am Gebäude

Artenschutz am Gebäude

Artenschutz am Gebäude

Lebensraum Haus

Ein Projekt, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt


Schleiereulenfamilie

Schleiereulenfamilie

Jeder - ob bewusst oder unbewusst - sehnt sich nach einem Stück Natur in seiner Umgebung. Damit auch in Zukunft noch Turmfalken über dem Häusermeer ihre Kreise ziehen, Spatzen von der Dachrinne tschilpen, Mauersegler mit ihren typischen Rufen durch die Straßenschluchten jagen und Fledermäuse durch die Dunkelheit flattern können, bedarf es jedoch inzwischen der Hilfe des Menschen. Verschiedenste Ursachen sind der Grund dafür, dass noch vor wenigen Jahren häufige und an den Lebensraum des Menschen angepasste Arten heute stark rückläufige Bestände aufweisen.

Um die in den letzten Jahren beim Schutz und Erhalt der Lebensstätten von Gebäude besiedelnden Arten gesammelten Erfahrungen von Akteuren im gesamten Bundesgebiet zusammenzutragen, auf den Rückgang der Gebäudebewohner hinzuweisen und Möglichkeiten zu deren Erhalt zu vermitteln, hat der Naturschutzbund Berlin e.V. (NABU), gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), ein Zentrum Artenschutz am Gebäude eingerichtet.

Ziele und Aufgaben des Zentrum Artenschutz am Gebäude sind:
...als Kontakt- und Ansprechpartner zu fungieren für alle, die zu den am Gebäude siedelnden Arten Fragen haben, sich für deren Schutz engagieren möchten oder sich einfach nur über die Arten informieren möchten.

Weitere Aufgaben sind:

  • Die Vernetzung der Akteure auf diesem Fachgebiet und die Förderung des Erfahrungsaustausches

  • breite Bevölkerungskreise auf die Problematik aufmerksam zu machen, vor allem den Wert von Stadtnatur für die Bewohner hervorzuheben

  • die Öffentlichkeitsarbeit, u.a. die Erstellung und der Verleih einer Wanderausstellung, die Herstellung und Verteilung von Druckerzeugnissen für verschiedene Zielgruppen, Internetpräsentation u.ä.

  • das Herstellen von Kontakten zu Berufsverbänden und Gebäudeeigentümern, um dem Gebäudebrüterschutz mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen

  • die Förderung attraktiver Umsetzungsbeispiele, um Vorbehalte bei Architekten und Gebäudeeigentümern abzubauen

  • die Durchführung von Tagungen und Treffen zum Erfahrungsaustausch

Mit dem Zentrum Artenschutz am Gebäude wird erstmals bundesweit ein Koordinations- und Beratungsbüro zur Information, für den Erfahrungsaustausch und zur Förderung des weiteren Engagements für den Erhalt der Stadtnatur eingerichtet.

Mehr Informationen auf der Website des
mehr Zentrum Artenschutz am Gebäude...

Gebäudebrüter in Gefahr?

Bitte informieren Sie uns über Niststätten gefährdende Sanierungen u.ä.!

Haussperlinge

Sicher ist Ihnen bekannt, dass viele geschützte Tierarten die städtische Bausubstanz als Zufluchts- oder Niststätten nutzen. Diese "Kunstfelsen" mit z.T. defekten Dächern oder Dachkästen, Spalten und Höhlungen werden von Höhlenbewohnern unter den Vögeln und Fledermäusen aufgesucht, um dort nur zu nächtigen oder aber ein Nest zu bauen, Junge zur Welt zu bringen und aufzuziehen.

Die lebhaftesten und darum bekanntesten Tierarten, die man an Gebäuden beobachten kann, sind z.B. Haussperlinge und Mauersegler, wesentlich heimlicher gestaltet sich die Anwesenheit von Fledermäusen, die daher oft nicht bemerkt werden.
Aber egal, ob auffällig oder versteckt - gefährlich kann es für die Tierarten und ihre Quartiere werden, wenn Sanierungen anstehen.

Meldebogen

Zum Vergrößern anklicken

Wir möchten Sie bitten, wenn Sie in der Stadt unterwegs sind, auf Gebäude zu achten, die eingerüstet werden oder es schon sind: Bitte teilen Sie uns die Adresse der zur Sanierung anstehenden Häuser mit! Wir werden dann überprüfen, ob die Adressen im NABU-Gebäudekataster aufgeführt sind und bei einer Gefährdung von Lebensstätten geschützter Tierarten die Naturschutzbehörden informieren.

Ist Ihnen selbst jedoch eine Gefährdung eines Fledermausquartiers oder einer Vogelniststätte bekannt, können Sie sich direkt an die Naturschutzbehörde Ihres Stadtbezirkes wenden. Einen Muster-Meldebogen können Sie hier ausdrucken, oder Sie verwenden gleich den folgenden Meldebogen, dessen Daten mit SSL verschlüsselt übertragen werden.

Projekt 'Artenschutz am Gebäude"

Mit Auslaufen der Förderung durch die DBU im Oktober 2006 offizieller und erfolgreicher Abschluss des Projekts -, doch viel bleibt noch zu tun, und wir führen die Arbeit fort!

Sperlingskasten

Sperlingskasten

Insgesamt drei Jahre war die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Partner des NABU-Landesverbandes Berlin um ein Zentrum Artenschutz am Gebäude aufzubauen.

Anliegen des Projektes war zum einen die Information breiter Bevölkerungsschichten über Tierarten wie Fledermäuse und diverse Vogelarten, die Gebäude mit ihren Strukturen ( Fugen, Spalten, Simsen, Hohlräumen und Schadstellen ) als "Kunstfelsen" für die Anlage ihrer Nester oder als Wohnquartier nutzen. Im Zuge des bundesweiten umfangreichen Baugeschehens, wie Gebäudesanierungen, Aus- und Umbau, Umnutzung von Gebäuden, Abriss etc., wurden viele Nist- und Zufluchtsstätten der geschützten Gebäudebrüter vernichtet, so dass es regional zu deutlichen Bestandsrückgängen kam.

Mauerseglerersatz

Mauerseglerersatz

Und so ging und geht es uns zum anderen um die Sensibilisierung der Öffentlichkeit hinsichtlich dieser Trends sowie des gesetzlichen Schutzes, den sowohl jener Tierarten als auch ihre Nist- und Zufluchtsstätten nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) genießen. Denn ohne Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörden - mit entsprechenden Auflagen zum Erhalt oder Ersatz von Nist- oder Zufluchtsstätten - dürfen die Tiere, ihre Entwicklungsformen oder ihre Zufluchts- und Nistplätze weder beeinträchtigt noch beseitigt werden!

Selbstredend müssen Häuser instand gesetzt oder saniert werden! Wie aber können die Ansprüche der betreffenden Tierarten, also der gesetzlich geforderte Erhalt oder Ersatz ihrer Nist- und Zufluchtsstätten ins Baugeschehen integriert werden, ohne den Bauablauf zu stören?

Sperlinge

Sperlinge / Foto: Kraneis

Lösungsansätze aufzuzeigen, war damit der dritte Schwerpunkt des Projektes. So wurden über 100 Bauvorhaben direkt betreut und zahlreiche Anfragen zur Integration von Nisthilfen oder Fledermausquartieren erfolgreich bearbeitet. In unserer Landesgeschäftsstelle halten wir ständig ein breites Sortiment von Fertig- Einbauelementen für Höhlen- und Nischenbrüter sowie Fledermausquartiere bereit.

Tagungen, Vorträge, Artikel, ein Faltblatt sowie die Erstellung und Pflege der Website www.lebensraumhaus.nabu-berlin.de waren Bestandteile der Öffentlichkeitsarbeit während der gesamten Projektlaufzeit.

Die in den drei Jahren vertieften Erkenntnisse, Kontakte und Lösungsansätze werden dabei helfen, das Thema Gebäudebrüterschutz auf hohem Niveau weiter zu bearbeiten. Für den Berliner Landesverband des NABU bleibt dies auf jeden Fall ein Hauptbetätigungsfeld.

Druckvorlage für eine Broschüre

Broschüre: NATURSCHUTZ AM HAUS

Die Broschüre



Ein Ergebnis des Projektes war die Erstellung einer Druckvorlage für eine Broschüre

"NATURSCHUTZ AM HAUS"

Format: DIN A 4
Umfang: 40 Seiten, 4 Umschlagseiten
Layout: Nikolai Kraneis

Die Broschüre gibt es hier und auf unsere Website www.lebensraumhaus.de als PDF-Datei (1,8 MB), kann aber auch als CD beim NABU-Landesverband Berlin angefordert werden.



Inhalte und Nutzungsmöglichkeit der Druckvorlage für die NABU- Landesverbände

Die Broschüre beinhaltet neben der Darstellung der Problematik des Gebäudebrüterschutzes die rechtlichen Grundlagen und Möglichkeiten, wie den geschützten Tierarten geholfen werden kann und muss, bis hin zu Lösungsansätzen.

Mit nur wenigen Änderungen könnte diese Druckvorlage somit bundesweit genutzt werden!

Erforderliche Änderungen

Das Kapitel "Verfahrensablauf zum Befreiungsverfahren nach Paragraph 62 BNatSchG" (Seite 12) müsste dem Procedere der einzelnen Bundesländer angepasst werden (evtl. kann das Ablaufschema für Berlin als positive Herangehensweise mit vorgestellt werden).

Im Kapitel "Ein Beitrag zum Artenschutz" (Seite 32) können die Landesverbände eigene Projekte vorstellen.

Vornahme der Änderungen

Diesbezüglich bitten wir Sie, sich mit Ihren Texten, Grafiken, Illustrationen und sonstigen Wünschen an Herrn Kraneis zu wenden, der die nötigen Änderungen unter Beibehaltung des Layouts vornimmt: Nikolai Kraneis, Dolziger Straße 23, 10247 Berlin,
Telefon: 030-4 27 56 03, E-mail: mail@designport.info

Kostenersparnis

Neben den geringen Kosten für die Anpassung der beiden o.g. Kapitel würden bei Realisierung des Druckes ausschließlich die Druckkosten anfallen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unser Angebot nutzen und stehen Ihnen für Rückfragen oder eine Zusammenarbeit gerne zur Verfügung.

Für weitere Infos wenden Sie sich bitte an:
Katrin Koch
E-mail: kkoch@nabu-berlin.de
Telefon: 030-9 86 08 37-0/-28

Ältere Beiträge



Die Repräsentanten müssen sauber bleiben, das Volk aber darf beschissen werden...

Ohne Nistmaterial haben die Schwalben am Reichstag keine Zukunft

Reichstagsrosetten

Östliches Portal mit Rosetten

Der Reichstag, Sitz des deutschen Parlaments, wird nicht nur von PolitikerInnen, BesucherInnen und vielen in- und ausländischen Gästen frequentiert –, verschiedene Vogelarten haben sich das Erste Haus im Staate sogar als Wohn- und Niststätte auserkoren, darunter auch die Mehlschwalben.
      Nachdem sie zuerst an den Fenstereinfassungen ihre aus bindigem Erdmaterial bestehenden Nester errichteten, zogen sie – von Fensterputzern gestört – in die Zierrosetten über dem Osteingang des Gebäudes um. So berichtet es zumindest ein Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung. Was die Schwalben nicht wussten: Gerade dieser Eingang wird von Abgeordneten, Ministern, der Kanzlerin höchstselbst sowie "hochrangigen Staatsgästen" genutzt. Bei der Errichtung des Nestes und vor allem nach Schlüpfen der Jungvögel, die dann ihre Stoffwechselprodukte aus der Nestöffnung befördern, fällt hin und wieder etwas auf den Boden. Und bei 45 Nestern besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass ab und zu ein Repräsentant hautnah bzw. auf feinem Tuch von der Anwesenheit der Schwalben erfährt. (Ob es einen solchen Fall wirklich gegeben hat, ist freilich nicht bekannt.)

Mehlschwalbennester

Schwalbennester am Reichstag

Mit dieser heiklen Problematik konfrontiert, beantragte die Verwaltung des Deutschen Bundestags bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Obersten Naturschutzbehörde in Berlin, eine artenschutzrechtliche Befreiung nach Paragraph 62 Bundesnaturschutzgesetz. Eine derartige Befreiung von den Verboten des Paragraphen 42, welche die Beseitigung von Nist- und Brutstätten besonders geschützter Arten, wozu auch alle heimischen Vogelarten gehören, strikt untersagen, kann im Einzelfall nur dann erfolgen, wenn es durch diese Verbote zu einer beabsichtigten Härte kommt. – Die Oberste Naturschutzbehörde gab jedenfalls dem Antrag der Bundestagsverwaltung statt und genehmigte sowohl die Beseitigung der Nester als auch eine entsprechende Umgestaltung der betreffenden Standorte, auf dass dort künftig keine neuen Nester mehr angelegt werden können, und erteilte lediglich die Auflage, Nester nur dann zu entfernen, wenn sie weder Eier noch Jungvögel enthalten.

Mehlschwalbennester02

Mehlschwalbennester

Von der sonst üblichen Praxis bei solchen Befreiungen, zugleich adäquate Ersatzmaßnahmen festzusetzen, wurde in diesem Fall mit der Begründung abgewichen, die Vögel hätten auch anderswo am Gebäude genügend Nistmöglichkeiten. Dies setzt jedoch voraus, dass sie dort nicht wieder von Fensterputzern vergrämt werden (s.o.) und – was noch viel wichtiger ist –, dass sie überhaupt noch Material für den Nestbau finden. Solange Reichstag und Kanzleramt noch Baustellen waren, gab es reichlich Pfützen in der Umgebung, doch inzwischen herrschen hier eher mehr als weniger sterile, von großen Scherrasenflächen geprägte Grünanlagen vor, auf die sich kaum mal eine Amsel zur Nahrungssuche verirrt. Vor allem jedoch bilden sich nach Regenfällen keine Pfützen mehr, die das unabdingbare Nistmaterial liefern könnten. Und so ist es kein Wunder, das aktuell nur noch sechs bis acht Schwalbenpaare Nachwuchs in mehrjährigen Nestern aufziehen, die entweder niemanden stören oder sich nur mit größerem Aufwand hätten entfernen lassen.

Schwalbenpfütze

Mehlschwalben beim Aufnehmen von Nistmaterial / Fotos: Scharon

Auch der NABU kann nachvollziehen, dass Kunstnester für Mehlschwalben die Fassade des Reichstags nicht gerade aufwerten. Aber einen Platz für eine kleine Feuchtfläche wird sich in dem großen Areal doch wohl finden!
      Über Biodiversität reden und Nationale Nachhaltigkeitsstrategien beschließen, ist das eine, praktische Maßnahmen für den Artenschutz und den Erhalt der Artenvielfalt ergreifen, das andere. Bundesweit gehört die Mehlschwalbe zu den Arten der Vorwarnliste. D. h. wenn ihr Bestand in Deutschland weiterhin so zurückgeht wie in den vergangenen 25 Jahren, dann wird diese Art unausweichlich eine Kandidatin für eine der verschiedenen Gefährdungskategorien der nächsten Roten Liste. Zudem ist die Mehlschwalbe eine Indikatorart im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für die Biodiversität in Siedlungen. Hier strebt die Bundesregierung bis 2015 einen Brutbestand der einzelnen Arten an, wie er 1975 in Deutschland noch vorhanden war. Der aktuelle Bestand hat erst 75 Prozent des angestrebten erreicht, was bedeutet, dass jede Mehlschwalbenbrut zählt, auch die am Reichstag!

06.06.07

Nistkästen und Nachhaltigkeit

Bebauung des Regierungsviertels konterkariert Nachhaltigkeitsstrategie

Nistkästen Bundespresseamt

Nistkästen am Bundespresseamt / Fotos: Scharon

Mit dem Beschluss des Umzugs der Bundesregierung nach Berlin ergab sich seinerzeit ein großer Bedarf an Gebäuden. Neben dem Umbau bereits vorhandener Häuser wurden in Berlin-Mitte viele bis dahin vorhandene Baulücken geschlossen und Freiflächen bebaut.

      Um den Forderungen des Naturschutzgesetzes nachzukommen, wurden an mehreren Bundesbauten Ersatzniststätten für die im Zuge der Sanierung beseitigten angebracht. Insgesamt wurden drei Turmfalken- und 88 Dohlenkästen, 63 Niststätten für Mauersegler und Haussperlinge sowie 27 Fledermauskästen installiert.
      Grund für die vergleichsweise hohe Anzahl an Niststätten für die Dohle war die Tatsache, dass bis Anfang der neunziger Jahre das östliche Zentrum Berlins ein Verbreitungsschwerpunkt dieser Vogelart war. Mit dem rasanten Beginn der Gebäudesanierungen verschwanden alle bis dahin bekannten Brutplätze an Gebäuden, so dass durch die Bereitstellung der Nistkästen ein Verbleiben unseres kleinsten Krähenvogels erreicht werden sollte.

Nistkästen BPA

Bundespresseamt

Leider ging die Rechnung nicht auf: Seit 1998 konnte im Bezirk Mitte keine Brut der in Berlin ohnehin im Brutbestand stark rückläufigen Art mehr nachgewiesen werden. Generell wurden die angebotenen Niststätten seit 2002, dem Beginn der jährlichen Kontrollen, nur in sehr geringem Maße genutzt. Auf dem Dach des Bundesumweltministeriums nistet alljährlich ein Paar des Hausrotschwanzes, das mitunter in verschiedenen Kästen mehrere Bruten aufzieht. Bis 2004 waren die angebotenen Niststätten auf dem Bundesministerium für Justiz noch am meisten frequentiert. Neben der Nutzung mehrerer Dohlenkästen von Fledermäusen als kurzzeitige Tagesquartiere, wurden bis zu sechs der 27 Mauerseglerkästen von Staren zur Brut angenommen. 2004 blieben jedoch auch diese aus.

      Obschon wir gegenwärtig nur über die Ursachen der geringen bis ausbleibenden Besiedlung der Nisthilfen spekulieren können, besteht gleichwohl politischer Handlungsbedarf: 2002 hat die Bundesregierung die nationale Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die 21 Schlüsselindikatoren zur Überprüfung der nachhaltigen Entwicklung in verschiedenen Landschafts- und Lebensräumen enthält. Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt soll als Kennziffer und Orientierungshilfe Erfolge und Fehlentwicklungen bei der Sicherung der biologischen Vielfalt und damit den ökologischen Zustand von Natur und Landschaft dokumentieren. (Näheres siehe hier.) Dieser Indikator enthält ausschließlich Vogelarten, die typische Vertreter von sechs Hauptlebensraumtypen sind. Für die Ermittlung des jährlichen Indikatorwertes wird jeder Hauptlebensraumtyp entsprechend seiner Fläche in Deutschland berücksichtigt. Für den Bereich Siedlungen, der elf Prozent der Fläche Deutschlands ausmacht, sind das die Vogelarten Dohle, Gartenrotschwanz, Girlitz, Grünspecht, Hausrotschwanz, Haussperling, Mauersegler, Mehl- und Rauchschwalbe sowie der Wendehals.

Nistkästen Bundesumweltministerium

Nistkasten-Kontrolle am BMU

Viele der genannten Arten sind auf Nistplätze an Gebäuden angewiesen. Niststätten aber sind vorhanden, so dass ein Grund für die ausbleibende Besiedelung höchstwahrscheinlich im Schwinden des Nahrungsangebots zu suchen ist. Schaut man sich den Verlust von Frei- und Grünflächen, die Gestaltung der neu geschaffenen in der östlichen City sowie die vielfältigen Störungen in den verbliebenen an, wird die Abnahme geeigneter Nahrungsflächen deutlich.

      Basiswert des Gesamtindikators ist der Bestand der Arten von 1975 (=100), der zugleich als Orientierungshilfe und Zielvorgabe bis 2015 sowie der Erfolgskontrolle dient. Gegenwärtig aber liegt der Wert des Teilindikators "Siedlungen" erst bei 75 Prozent, will sagen, eine um noch ein Viertel höhere Bestandsdichte der Arten muss angestrebt werden!

      Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) schlussfolgert allerdings, dass bei Fortsetzen des gegenwärtigen Trends die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie nicht erreicht werden können und fordert deshalb "verstärkte Anstrengungen in Richtung einer nachhaltigen und dauerhaft-umweltgerechten Nutzung auch im Siedlungsbereich, [und zwar] die naturverträgliche Nutzung und Pflege von Grünflächen, Parks und Gärten, [sowie den] Erhalt und die Förderung von Biotopstrukturen" ( also z.B: artenreiche gestufte Hecken, Brach- und Ruderalflächen, extensive Grünflächenpflege in Teilbereichen und dgl.). – Vergleichen wir nun diese Forderungen mit den neu geschaffenen Grünflächen im Umkreis des Regierungsviertels, dann wissen wir, was noch zu tun bleibt.

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'NATURSCHUTZ AM HAUS'

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