Berlin.NABU.de Projekte Turmfalken vor der Kamera Rathaus Pankow 2008
Turmfalken-Webcam 2008
Turmfalken vor der Kamera
NABU und T-Mobile schalten Webcam in Pankower Rathausturm
Rathaus Pankow: Auf der Südseite dieses Rathausturmes befindet sich der Turmfalken-Nistplatz. Per Webcam erhalten Sie hier Einblick!
Die meisten Menschen kennen sie kaum, obwohl sie gute Nachbarn sind: Vogelarten wie Turmfalke oder Schleiereule, Mauersegler oder Mehlschwalbe, die unter unseren Dächern ihre Jungen großziehen. Mit praktischen Artenschutzmaßnahmen und Angeboten zu Beratung und Information setzt sich der NABU Berlin für den Erhalt ihrer Lebensräume ein.
Im Rahmen des Projektes "Lebensraum Kirchturm" bringen nun Fachleute des Berliner NABU in Zusammenarbeit mit dem Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche und mit Unterstützung der Firma T-Mobile an Kirchen in Berlin und Brandenburg Nisthilfen für Turmfalken, Dohlen und Schleiereulen an. Auch ein Turm des Pankower Rathauses wird alljährlich zur Kinderstube für junge Turmfalken. Hier wurde im Februar 2008 eine Webcam installiert. Eine Aktion, die Ihnen das verborgene Leben unserer liebenswerten tierischen Nachbarn näher bringen und um Verständnis für ihren Schutz werben soll!
Weitere Informationen zum Artenschutz am Gebäude
Junge Turmfalken erhielten ihren "Personalausweis"
Am 11. Juni wurden unsere sechs jungen Turmfalken im Innenhof des Pankower Rathauses beringt. Lesen Sie den Beitrag auf der Seite der AG Geifvogelschutz
hier...
Ende gut, alles gut?
Erfolgreiche Pankower Turmfalken - Gedanken von Katrin Koch
Kurz nach dem Ausfliegen der sechs jungen Turmfalken aus ihrem Nistkasten am Pankower Rathausturm wurde auch unsere Webcam abgeschaltet. Denn alles was nun noch geschieht, findet außerhalb ihres Blickwinkels statt.
Noch immer ist die Falkenfamilie rund um den Rathausturm zu beobachten, laut hört man sie rufen. Erst im Spätsommer wird es wohl ruhiger werden, wenn sich der Familienverband aufgelöst hat. Bisher wurde noch keines der Jungen hilflos im Pankower Zentrum aufgefunden, wie es in den zurückliegenden Jahren immer mal wieder vorkam. Solche Jungen haben offensichtlich Probleme, ihren Eltern genug Nahrung abzubetteln oder selber erfolgreich auf Beutejagd zu gehen. Sie sind dann so geschwächt, dass sie in einer Pflegestation in Steglitz versorgt werden, bis sie genügend Gewicht haben, um das selbstständige Leben vielleicht doch noch zu meistern. Wie viele Jungvögel diese Phase jedoch nicht überleben, ist schwer nachzuweisen. Schätzungen gehen von insgesamt einem Drittel aller eben flüggen Jungvögel aus.
Turmfalkenberingung / Foto: G. Kinscher
Nicht nur im Pankower Rathausturm brüteten die Turmfalken.
Das Turmfalkenjahr war insgesamt sehr erfolgreich, teilte uns Stefan Kupko, langjähriger ehrenamtlicher Betreuer der Turmfalken - Monitoringfläche Berlin mit.
Überall in der Stadt waren die schnittigen rotbraunen Falken zu beobachten. Der milde Winter hat die Kleinsäuger- population befördert und so profitieren die Turmfalkenbestände vom reichlichen Mäuseangebot.
Mit Unterstützung von T - Mobile Deutschland konnte das Brutgeschehen und die Entwicklung von jungen Turmfalken per Webcam mitverfolgt werden. Eine aufregende Zeit für die NABU - MitarbeiterInnen und die BesucherInnen der Webseite.
Wie viel Eier würde das Weibchen legen?
Klappt die Beziehung zwischen den Partnern?
Werden aus allen Eiern Junge schlüpfen?
Werden auch alle satt?
Es hat uns Spaß gemacht, das Falkenpaar mit seinen 6 Jungen zu beobachten und gemeinsam mit den Besuchern unserer Webseite das Geschehen zu begleiten.
Und es zeigte sich mal wieder, dass die Beziehung zu den Tieren, die man jetzt ganz direkt und nah beobachten konnte, plötzlich ganz innig wurde. So sorgten sich nicht wenige Beobachter, ob es allen Jungen gut geht und insbesondere das zuletzt Geschlüpfte auch genügend Nahrung bekommt.
Umlagerter Transportkarton / Foto: Evelin Klitzke
(Horst Stern)
Wir wollten mit unseren Bildern aus dem Nistkasten der Turmfalken Unbekanntes und Neues zeigen und auch die Menschen erreichen, die zu wenig oder gar nicht an die Ansprüche der vielen Wildtierarten - darunter viele Vogelarten - in unserer Stadt denken. Vielleicht tragen solche "spektakulären Medienereignisse" ja dazu bei, die eigene Aufmerksamkeit mehr der uns umgebenden Tier- und Pflanzenwelt zuzuwenden und eventuell eigene Einstellungen und Verhaltensweisen zu hinterfragen. Warum muss zum Beispiel im eigenen Garten jedes "Unkraut" entfernt, der Rasen zentimeterkurz gemäht, die Hecke mitten in der Brutzeit beschnitten, jeder Fruchtstand von Stauden entfernt und alles Laub im Herbst weg geharkt werden? Muss unbedingt der Vermieter bemüht werden, wenn es im Hof oder den Grünanlagen nicht super ordentlich aufgeräumt ist? Müssen frei herumlaufende Hunde und Katzen für permanente Störungen bei Brutvögeln sorgen, so dass z.B. Stockenten zunehmend auf Balkons, Flachdächer oder in geschlossene, unzugängliche Innenhöfe ausweichen müssen, um ihre Gelege ausbrüten zu können, was wiederum dramatische Folgen für den frisch geschlüpften Nachwuchs haben kann? Warum entdecken viele Bürger erst im Winter plötzlich ihre Tierliebe, kaufen gleich kiloweise Körnerfutter und streuen es für die Vögel aus?
Je mehr wir über die komplexen Zusammenhänge in der Natur wissen, desto eher können wir sie verstehen und uns angemessen verhalten.
Turmfalkenanflugbrett - Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde / Foto: Katrin Koch (zum Vergrößern anklicken)
Übrigens: Der Berliner NABU bringt weiterhin Nisthilfen für Turmfalken, Dohlen und Schleiereulen im Rahmen des Projektes "Lebensraum Kirchturm" in Kirchen in Berlin und Brandenburg an. Diesmal allerdings ohne Kamera. Die Zusammenarbeit mit dem Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche und die Unterstützung durch T-Mobile Deutschland bewährt sich.
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Diese Aktion wird unterstützt von
Turmfalken Tagebuch
Turmfalken-Kennerin Katrin Koch kommentiert
Im Turmfalken-Tagebuch wird Katrin Koch, Mitarbeiterin der AG Greifvogelschutz Berlin-Bernau, laufend die neuesten Ereignisse im Rathausturm kommentieren und kurze Hintergrundinformationen geben. Für Fragen und Anregungen steht Ihnen natürlich auch unser Gästebuch zur Verfügung.
Alle Jungfalken ausgeflogen
27. Juni 2008
Leer ist unser Kasten, auch die letzten drei Jungen - einschließlich des Nesthäkchens - sind ausgeflogen! Selbst nachts scheint der Kasten nicht mehr als Schlafplatz genutzt zu werden.
Unsere Webcam hat also "ausgedient", alles Weitere spielt sich nun außerhalb des Nistkastens ab.
Perfektion und Schönheit - das erfolgreiche Reviermännchen /Foto: Jens Scharon (zur Vergrößerung bitte aufs Bild klicken)
Rund um die Rathaustürme sitzen nun die Jungen, deren Bettelrufe weithin zu hören sind und noch immer die Elternvögel nötigen, Futter zu bringen. Aber in den nächsten Tagen werden sie sich schon etwas mehr anstrengen müssen. In der sogenannten "Bettelflugphase" fliegen die Jungfalken ihren Eltern hinterher und jagen ihnen die Beute ab, eine Strategie, welche der weiteren Perfektion der Flugtechnik dient.
Im Spätsommer erlischt dann die enge Bindung der Falkenfamilie, die Jungen streifen umher und müssen nun die harte Zeit des Selbstständigwerdens meistern. Wenn nur je ein Männchen und ein Weibchen der diesjährigen Jungfalken bei einem Gesamtbestand von insgesamt etwa 240 Brutrevieren in Berlin bis zur Geschlechtsreife überleben (das sind in der Regel nur die Fittesten), ist der Fortbestand der Art gesichert.
Die Zeit des Ausfliegens beginnt
Gedränge am Ausguck
24. Juni 2008
Die Jungfalken können längst nicht so geschickt fliegen wie ihre Eltern, aber: Übung macht den Meister. Das Federwachstum ist nun bald abgeschlossen, nach weiterem Flugtraining zur Kräftigung der Flugmuskulatur werden sie perfekte Flieger sein.
Mitten im Pankower Stadtzentrum finden unsere Jungfalken gute Sitzwarten im Rathaushof auf Bäumen, Vorsprüngen oder - wie gestern- auf dem Dach des Rathauscenters, etwa 100 m entfernt.
Manchmal sieht es schon richtig "leer" aus.
Nun gilt es laut zu rufen, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erregen, die sich nach wie vor um ihre Jungen kümmern und sie mit Beute versorgen. Wer kann, fliegt den Eltern entgegen und nimmt ihnen die Beute ab. Unser Nesthäkchen wird sicher zum Schluss den Absprung wagen.
Die ersten Tagen nach dem Ausfliegen sind nicht ohne Risiko für die Jungfalken. Nur wer bei guter Kondition bleibt, das heißt genug Nahrung erbetteln kann, wer sich bei der Annäherung von Feinden richtig verhält und wer "unfallfrei" und gut fliegt, wird den nächsten schwierigen Lebensabschnitt, das Selbstständigwerden, erleben.
Kurz vorm Fliegen
20. Juni 2008
Fast ist das hellgraue Dunenkleid verschwunden, und mit den ersten Flugversuchen unserer Jungfalken ist in den kommenden Tagen zu rechnen.
Am Federkleid sind nun beim genauen Hinschauen auch die Farbunterschiede des Jugendgefieders der Männchen und Weibchen zu erkennen. Oben rechts fächert ein männlicher Jungfalke seinen Schwanz etwas auf. Zu erkennen ist eine deutlich geringere Bänderung und die schöne breite dunkle Endbinde.
Auf diesem Foto ist wieder in der Mitte ein Männchen zu sehen (dunkle Endbinde am Schwanz). Links kuscheln sich zwei Weibchen aneinander.
Stets wird in die Gefiederpflege viel Zeit investiert, denn ein intakter Flugapparat ist überlebenswichtig für alle Vögel. Als würde den Tieren jede Dune lästig sein, pusseln sie im Federkleid herum und glätten dabei die durcheinander geratenen neuen Federn.
Gedrängel am Ausguck
16.Juni 2008
Mit zunehmendem Alter wird die Welt außerhalb des Nistkastens interessanter für unsere "Teenies". Und hier zeigen sich die Vorteile der geräumigen Nistkästen, die der NABU den Turmfalken anbietet. Natürliche Brutplätze- wie Mauer- und Fensternischen, Rüstlöcher, Lüftungsöffnungen u.ä. - können recht eng und das Gedrängel darin groß sein. So kommt es öfter zu Unfällen, wenn neugierige oder hungrige Jungvögel, die dem mit Beute ankommenden Elterntier zu heftig entgegen drängen, herausfallen und abstürzen.
Werden die Flügel ausgebreitet - hier beim "Manteln" (das Junge wendet sich mit gespreizten Flügeln von seinen Geschwistern ab, um die mit dem Fuß festgehaltene Beute zu verdecken und sie möglichst unbehelligt zu verspeisen) - kann man gut erkennen, dass die Federn den Jungfalken noch nicht tragen können. Ein Absturz wäre daher lebensgefährlich.
Personalausweis für unsere Falken
11. Juni 2008
Heute wurden die 6 Jungfalken gewogen, vermessen und beringt.
Der Beringer, Robert Dietrich, legte je einen Metallring der Vogelwarte Radolfzell um den rechten Fuß der Vögel. Diese Ringe - mit einem Buchstaben - und Zahlencode versehen - behalten die Vögel ihr Leben lang. Ähnlich unserem Personalausweis kann bei Wiederfunden der Vogel genau zugeordnet werden.
Die wissenschaftliche Vogelberingung hilft, Erkenntnisse über Vogelpopulationen zu gewinnen. Durch das Beringen kann das Verhalten von einzelnen Vögeln über einen großen Zeitraum verfolgt werden. Brutvögel (an zugänglichen Nistplätzen), eingefangene, verletzte oder tot aufgefundene Vögel können identifiziert werden. Untersucht werden unter anderem Vogelzug, Lebensdauer, Sterblichkeit, Ernährung und Fortpflanzung.
Und so heißen unsere Falken nun:
GN- 44271, GN 44272.... bis GN 44276.
Das Nesthäkchen wog 200 Gramm und ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Weibchen. Drei der größeren Jungen wogen 240 g die anderen 220 und 230 g.
Damit haben sie fast das Gewicht ihrer Eltern erreicht. Nun müssen die Federn noch kräftig wachsen, damit in etwa drei Wochen die ersten Flugversuche unternommen werden können.
Wie auf dem Schnappschuss zu sehen ist, sorgte die Falkenmutter schnell wieder für die notwendige Stärkung nachdem die Kleinen die Beringung glücklich überstanden hatten.
Die "Entdeckung" der Flügel
10. Juni 2008
Die Großen können nun schon mit den Flügeln schlagen- was lustig aussieht, da gerade erst die Federspitzen des Jungendkleides beginnen sich zu zeigen und an Fliegen überhaupt noch nicht zu denken ist.
Das Gefieder entwächst speziellen papillenförmigen Hautaufwölbungen in der Haut der Vögel. Hülsenartige stark durchblutete "Blutkiele" öffnen sich an der Spitze und langsam schieben sich die Federspitzen heraus, die sich immer weiter entfalten. Ist das Wachstum abgeschlossen, ziehen sich die Blutgefäße aus dem Kiel zurück, die fertige Feder haftet als "totes" Gebilde fest in der Haut.
9. Juni 2008
Wieder ein heißes Wochenende überstanden - unsere Jungfalken entwickeln sich prächtig. Auch das Kleinste bekommt seinen Anteil der Nahrung und wird zusehends kräftiger.
Oft liegen unzerteilte Mäuse im Kasten (Foto), welche die Aufmerksamkeit auch des Kleinsten erregen - aber dieser Brocken ist wohl noch zu groß zum Verschlucken und das Zerreißen muss erst gelernt werden . Die größeren Geschwister können es bereits.
4. Juni 2008
In der kurzen Zeitspanne zwischen den zuerst und zuletzt geschlüpften Falkenjungen bilden sich deutliche Größen- und Gewichtsunterschiede zwischen den Geschwistern heraus. So ist gesichert, dass bei Nahrungsengpässen zumindest die kräftigsten Jungen überleben.
Sorgen um das Kleinste sind im Moment jedoch unbegründet (siehe Gästebuch). Es wird ganz normal versorgt, wie man beim längeren Zuschauen auch beobachten kann.
2. Juni 2008
Unseren Sechsen geht es noch immer gut. Bei der großen Hitze müssen die Jungen nicht mehr ständig gehudert werden. Sie entwickeln sich gut und die Größenunterschiede werden immer deutlicher.
Bald werden die "Großen" deutlich größere Brocken verspeisen und dann auch Gewölle entwickeln. Die Kleinen bekommen noch immer Häppchen von der Mutter vorgehalten.
Die kräftigsten Jungen stützen sich bereits auf den Laufknochen (Tarsometatarsus- verschmolzener Fußwurzel- und Mittelfußknochen), können aber noch immer nicht stehen.
Im Kasten liegen immer mal wieder Mäuse als Depot, auf die das Weibchen jederzeit zurück greifen kann.
Die Jungen interessieren sich auch für die Dinge die so herumliegen- z-B. die alte Mauserfeder des Weibchens, mit der sie "spielen". Ein Junges nahm die Feder in den Schnabel, hantierte damit herum und packte sie auch mit dem Fuß.
30. Mai 2008
Eine Woche sind unsere Falkenjungen jetzt alt und allen 6 geht es augenscheinlich gut.
Überwiegend das Weibchen ist bei ihnen um sie zu wärmen und zu füttern. Wenn sie den Kasten verlässt sieht man, wie sich die Jungen zusammenkuscheln. Sie können noch nicht stehen und bleiben weitgehend in der Nestmulde.
Gelegentlich kommt das Männchen in den Kasten und scheint seine Jungenschar interessiert zu betrachten (s. Foto oben).
Der Kasten füllt sich mit Gewöllen, das sind die grauen Speiballen mit unverdauten Nahrungsresten (Fell von Kleinsäugern, Knochen und Federreste, Chitinteile von Großinsekten u.a.), welche das Weibchen ausspeit.
Die Jungen werden mit kleinen Bröckchen gefüttert und entwickeln noch keine Gewölle. Flüssigkeit nehmen die Falken ausschließlich über ihre Nahrung zu sich. Da es bisher keine Engpässe bei der Nahrungsbeschaffung zu geben scheint, das Männchen also seine Pflichten hervorragend erfüllt, werden unsere Jungfalken die kommende Hitzewelle sicher gut überstehen.
Wenn alle 6 sich weiter so gut entwickeln, könnten sie in 12 Tagen beringt werden.
Alle Sechse sind da!
27. Mai 2008
Heute war es deutlich zu erkennen: Alle sechs Eier sind geschlüpft. Sechs kleine Schnäbelchen recken sich der Falkenmutter entgegen und wollen gefüttert werden. Hat sie die Beute ihres Partners in Empfang genommen, verteilt sie die zerkleinerten Teile, wobei die Kleinen in ihrer Ungeduld schon mal versuchen sich die Leckerbissen gegenseitig aus dem Schnabel zu reißen.
Die jungen Falken brauchen noch viel Wärme und die Falkenmutter muss ihre Flügel schon ganz schön strecken, um all die weißen Daunenbällchen wärmen zu können.
23. Mai 2008
Heute ist die Kükenzahl noch größer. Die Kollegen in der NABU Landesgeschäftsstelle, die schon seit mehreren Tagen ungeduldig das Schlüpfen der ersten jungen Falken erwartet haben, sind sich nicht ganz einig. Die Wetten stehen 1:1. Während manche NABU-Mitarbeiterinnen beim sekundenlangen freien Blick in die unbedeckte Nestmulde vier Küken erkannt haben, konnten andere unter den dicht zusammengekuschelten kleinen Jungfalken nur drei Köpfe mit dunklen Augen und Schnäbeln unterscheiden.
Die Falkenmutter macht es uns nicht ganz einfach. Mit großer Sorgfalt und Geduld bedeckt sie die Kleinen nahezu pausenlos mit ihrem Körper. Das muss auch so sein, die Turmfalkenküken können in diesem Alter noch nicht selbständig ihre Körpertemperatur von 40 Grad Celsius aufrechterhalten. Die Körperwärme der Mutter schützt sie vor Verkühlung. In der ersten Woche nach dem Schlupf wird das noch so bleiben. Erst dann werden sie längere Zeit unbedeckt bleiben.
Hurra! Die ersten beiden Falken sind geschlüpft!
Die beiden kleinen "Wattebäusche" sind am 22. Mai geschlüpft.
22.Mai 2008
Sie haben es wirklich spannend gemacht. Erst 36 Tage nach der ersten Eiablage gab es heute morgen die Überraschung: Gleich zwei Junge Falken sind in der Nacht geschlüpft. Die Winzlinge haben ein schneeweißes Dunenkleid und können - noch recht mühsam - ihre Köpfchen heben. Aber sie wissen schon genau in welche Richtung! Das leuchtend rote Schnabelinnere der "Küken" animiert das Weibchen zur Fütterung.
Nun muss es sich mühen, die eben geschlüpften, recht agilen Jungen unters Bauchgefieder zu bekommen und die restlichen Eier weiter wärmen.
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