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Streusalz wieder salonfähig?
Streusalz wieder salonfähig?
Kein Streusalz für den Privatgebrauch - der Umwelt zuliebe!
Im Winter lassen sich zwar schöne Fotos machen - wie geht man aber mit den Folgen des Schneefalls richtig um?
Mit dem Wintereinbruch werden die Hausbesitzer wieder in die Pflicht genommen, denn sie sind für die Verkehrssicherheit auf ihrem Gelände und den dazugehörenden Gehwegen verantwortlich. Die einfache Handhabung von Streusalz zu Schnäppchenpreisen ist verlockend aber strafbar: Die Anwendung von Streusalz auf Berliner Gehwegen ist wegen der schädigenden Auswirkungen auf die Straßenbäume verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Nur die BSR darf im Auftrag der Senatsverwaltung auf bestimmten Straßen Tausalze ausbringen. Ausnahmegenehmigungen kann in besonderen Fällen die Untere Naturschutzbehörde des zuständigen Bezirksamtes erteilen.
Lieber Sand statt Salz....
Gerade Stadtbäume sind ohnehin vielen Stressfaktoren ausgesetzt. Hunde-Urin, Abgase, Bodenverdichtungen und -verschmutzungen, Straßenbau- und Baumaßnahmen, die den Stamm und Wurzelbereich schädigen und nicht zuletzt der unsachgemäße Einsatz von Streusalzen erschweren den Bäumen das Leben.
Denn der Einsatz von Streusalz hat gravierende Folgen für die Straßenbäume. Die standorttypischen Straßenbäume wie Eiche, Ahorn, Linde oder Kastanie reagieren sehr empfindlich auf Salz. Streusalz, das durch die Schmelzwasser in den Boden gelangt, verschiebt den pH-Wert in den sauren Bereich, mit dem die meisten Pflanzen nur schwer zurechtkommen. Außerdem verschlämmen die Salze den Boden, der sich dadurch verdichtet.
...damit uns im Frühjahr wieder frisches Grün erfreut.
Die ersten erkennbaren Schäden nehmen wir dann erst im darauffolgenden Sommer als Verbräunungen an Blatträndern (Nekrosen) wahr. Bei weiterer Schädigung erfolgt ein späterer Laubaustrieb mit kleineren Blättern oder bei fortwährender Beeinträchtigung verkahlen die Äste. Durch die verminderte Assimilationsleistung werden die Bäume anfällig für Infektionen durch Pilze und Bakterien und dadurch zusätzlich geschwächt. Über einen längeren Zeitraum kann diese Situation zum vorzeitigen Absterben des Baumes beitragen.
Mit dem Schmelzwasser gelangen die Salze aber auch in Oberflächengewässer und in das Grundwasser, was wiederum zu einem Problem für die Trinkwasseraufbereitung wird. Auch Hunde und Katzen leiden beim Berühren unter dem Streusalz, weil die Salze den empfindlichen Pfoten zusetzen und dies zu Entzündungen führt. Nicht zuletzt sind auch Autobesitzer von den negativen Auswirkungen der Streusalze betroffen, da diese Korrosionsschäden verursachen.
Das Umwelt-Gütesiegel
Deshalb appelliert der NABU an alle Bürger, auf den Einsatz von Streusalz (Tausalze) zu verzichten. Stattdessen sollte man auf abstumpfende Streumittel wie Split, Sand oder Granulat zurückgreifen. Fragen Sie im Handel gezielt nach Streumitteln mit dem Zertifikat „Der Blaue Engel“. Denn dieses Umweltzeichen darf nur Artikeln verliehen werden, die frei von umweltschädlichen Stoffen sind.
Auch wenn Streusalz zur Zeit überall im Handel billig angeboten wird, ist die Anwendung für den Privatgebrauch laut § 29 des Berliner Naturschutzgesetzes verboten. In Berlin wird die legale Anwendung von Tausalzen auf öffentlichen Flächen nur auf einige Abschnitte wichtiger Fahrbahnen beschränkt, um die negativen Auswirkungen auf Pflanzen, Boden und Grundwasser so gering wie möglich zu halten.
14. Dezember 2010

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