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Angewandter Naturschutz im Vogelschutzreservat
Angewandter Naturschutz im Vogelschutzreservat
Schüler vom Menzel-Gymnasium helfen bei der Biotoppflege
Die Schüler der Klasse 7b des Menzel-Gymnasiums vergrößern / Foto: Berger
30 Schüler vom Menzel-Gymnasium aus Berlin-Moabit der Klasse 7b waren im Mai 2009 mit ihrem Englischlehrer, Herrn Klaudius, und dem Biolehrer, Herrn Bublys, zu Gast im Vogelschutzreservat Flughafensee Tegel, das seit 1983 der NABU Berlin betreut. Ihr Besuch war nicht nur zum Vergnügen, es wurde stundenlang richtig gearbeitet.
Martin Semisch, der schon seit Bestehen des NABU-Vogelschutzreservates ehrenamtlich in der NABU Arbeitsgemeinschaft Vogelschutzreservat Flughafensee Tegel tätig ist, begrüßte zusammen mit Elisabeth Berger, der Leiterin des Freilandlabors am Flughafensee, die Schülergruppe und informierte vor Arbeitsbeginn über die Besonderheiten des Reservates.
„Hier leben neben einer Reihe seltener Vögel, für die das Reservat vor allem eingerichtet wurde, auch Fuchs und Dachs und in der Nachbarschaft kommen regelmäßig Wildschweine vor. Für den Eisvogel z. B. haben wir eine steile Erdwand angelegt, damit er ungestört in einer Bruthöhle seine Jungen aufziehen kann.
Die Traubenkirschengruppe / Foto: Berger
Schon kam die erste Frage. Karl wollte wissen, ob der Lärm des angrenzenden Flugplatzes Berlin-Tegel die Vögel vertreibt. Die jahrzehntelangen Beobachtungen der Naturschützer zeigten, so Martin Semisch, dass sich die Vögel daran gewöhnen können und sich trotzdem hier ansiedeln.
Zu Beginn der Biotoppflegearbeiten wurden drei Schülergruppen gebildet, die verschiedenen Einsatzbereichen zugeordnet wurden.
Die „Traubenkirschengruppe“ unter Leitung von Martin Semisch entfernte die schnell wüchsigen Jungpflanzen der Spätblühenden Traubenkirsche, denn diese verdrängt die einheimischen Gehölze.
Die Trockenrasengruppe / Foto: Berger
Die „Trockenrasengruppe“, geleitet von Herrn Klaudius und Ricardo Stock, der als Zivildienstleistender beim NABU Berlin tätig ist, entfernte das wuchernde Landreitgras und die angeflogene junge Kiefern von den Trockenrasengebieten. Dieser Lebensraum ist sehr artenreich.
Die Wildschweingruppe / Foto: Berger
Und die dritte Gruppe unter Leitung von Herrn Bublys und dem NABU-Mitarbeiter Uwe Göttlich besserte die durch die Wühltätigkeit der Wildschweine entstandenen Schadstellen im Heidegebiet aus.
Theresa von der dritten Arbeitsgruppe fand die Biotoppflege interessant: „Es ist was besonderes hier zu sein.“ Und Salih, der in der Trockenrasengruppe mitgemacht hatte, sagte:
“Die freie Natur gefällt mir, die Biotoppflegearbeiten haben sogar Spaß gemacht.“
Nach zwei Stunden Arbeit waren auch die Naturschützer zufrieden: „Es war schon eine spürbare Hilfe. Ohne die Schülergruppe hätten wir nicht einmal ein halb so großes Gebiet schaffen können. Die auf sonnige Freiflächen angewiesenen Eidechsen, Schmetterlinge und Heuschrecken werden es uns danken“, sagte Martin Semisch.
18. Juni 2009

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