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Der Haupstadt-Uhu ist wieder da

Der Haupstadt-Uhu ist wieder da

Balzrufe in Mitte

Am 5. März sorgte der imposante Uhu – mit bis zu 180 Zentimetern Flügelspannweite die größte Eulenart Deutschlands – auf dem Dach des Märkischen Museums sitzend für Aufsehen. Seit dem Morgen ließ er von dort seine eindrucksvollen Balzrufe ertönen und dabei einen großen weißen Kehlfleck blitzen (s. Bildergalerie).

„Umschwärmt“ wurde er jedoch nur von aufgeregten Nebelkrähen und Elstern. Der intensiv vorgetragene „Gesang“ ließ die Beobachter darauf schließen, dass es sich um ein Männchen auf Partnersuche handelt. Denn die Partnersuche am helllichten Tag ist für den sonst nachtaktiven Uhu durchaus normal. Und so gab der Vogel den heraneilenden Mitarbeitern der Naturschutzbehörde und des NABU Gelegenheit, ihn ausführlich zu betrachten und Hinweise auf seine Herkunft zu suchen. Eine spannende Frage, denn selbst im grünen Brandenburg ist der Uhu mit nur einem bis drei Brutpaaren sehr selten und in Berlin kommt die Art eigentlich nicht vor.

Wildvogel oder aus Gefangenschaft geflohen?

Uhu Märkisches Museum

Der Hauptstadt-Uhu ließ sich weder von Krähenvögeln noch von Menschenblicken aus der Ruhe bringen.

Handelt es sich bei dem Tier, das nun zum zweiten Mal in Berlin-Mitte gesehen wurde, also um einen Wildvogel und seltenen Gast oder ist der Hauptstadt-Uhu aus Gefangenschaft geflohen?

Folgende Aussagen konnten die Beobachter treffen:

  • Seine relativ geringe Größe und tiefe Ruffrequenz kennzeichneten den Uhu als männliches Tier.
  • Er war beidseitig unberingt; dies war bei einer Streckbewegung deutlich zu erkennen.
  • Das Gefieder war in tadellosem Zustand.
  • Blut an den Krallen und einzelne kleine Federn an Zehen und Schnabelansatz ließen darauf schließen, dass er vor nicht allzu langer Zeit einen Vogel verspeist hatte.
  • Er wirkte munter, vom Verhalten her „normal“, keinesfalls apathisch.
  • Er hatte keine Scheu vor Menschen, auch wenn diese in Kleingruppen unter ihm standen.
  • Das Beingefieder schien auf einer Seite oberhalb der Zehen anders strukturiert, so wie es auch bei Vögeln zu sehen ist, die zeitweise an einer Lederfessel gehalten werden.

Uhu in Berlin

Nebelkrähen fliegen Scheinangriffe auf den Uhu

Fazit: Es ließen sich also Indizien sowohl für einen Wildvogel (er war in der Lage, sich selbstständig zu ernähren, das Gefieder bzw. die Handschwingen intakt) als auch für einen „Gefangenschaftsvogel“ (geringe Menschenscheu, evtl. Spuren einer Fesselhaltung) finden. Eine eindeutige Antwort ist leider nicht möglich. Sollte der Uhu allerdings einem Menschen entflogen sein, war die Haltung illegal, denn nach Artenschutzrecht muss ein legal gehaltener Uhu beringt sein.

Noch zwischen 17.30 und 18 Uhr saß der Uhu am Freitag an der gleichen Stelle. Dann flog er in fortgeschrittener Dämmerung quer über den Köllnischen Park zu einem hohen Backstein-Altbau in der Rungestraße und schließlich, dem Verlauf der Straße folgend und parallel zur Spree, in Richtung Osten ab. Am nächsten Tag wurde er noch einmal auf der Museumsinsel gesehen.

Der NABU Berlin und die Berliner Ornithologen bitten daher um Informationen! Wer gegenwärtig Eulen in Berlin beobachtet oder Schlafplätze von Waldohreulen kennt, der kann dies gerne dem NABU mitteilen. Hilfreich ist dabei ein Foto zur genauen Bestimmung der Art.

Meldungen bitte telefonisch an NABU Berlin, Landesgeschäftsstelle, Tel. 9 86 08 37-0 oder 9 86 41 07.


8. März 2010

Die Unterscheidungsmerkmale zwischen Uhu und Waldohreule finden Sie in unserem ersten Uhu-Beitrag hier...

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