Berlin.NABU.de NABU aktiv Fachgruppen Greifvogelschutz

AG Greifvogelschutz

Die AG Greifvogelschutz Berlin-Bernau

Die Arbeitsgemeinschaft Greifvogelschutz Berlin-Bernau stellt sich vor

Rotmilan

Rotmilan

Leitung: Rainer Altenkamp

Die meisten Greifvogel- und Eulenarten in Deutschland sind bedroht! Ihren Bestand in Berlin und seinem Umland nach bestem Können und gemäß aktuellem Stand der Wissenschaft zu erfassen, dauerhaft zu erhalten und, wo es möglich und sinnvoll ist, zu erhöhen sowie unser Wissen über Greifvögel zu vergrößern, ist Ziel der AG Greifvogelschutz Berlin-Bernau.

      Die Arbeitsgruppe besteht aus meist ehrenamtlich tätigen, an Greifvögeln interessierten Bürgern, Spezialisten der Behörden und Wissenschaftlern, die sich mit dem Schutz und der Erforschung der wildlebenden Greifvögel und Eulen insbesondere in Berlin und einigen Teilen Brandenburgs befassen.

      Die AG arbeitet mit Behörden und wissenschaftlichen Instituten zusammen, und ihre Mitgliederstruktur ermöglicht ihr einen sehr hohen Wirkungsgrad und Informationsaustausch auf breiter Ebene.

Arbeitsschwerpunkte im Überblick:

  • Bestandserfassung von Greifvögeln in Berlin und Brandenburg

  • Untersuchungen zur Reproduktion

  • Beringung

  • veterinärmedizinische Versorgung verletzter Greifvögel und Eulen

    Notrufnummern
    in Berlin:
    • Rainer Altenkamp - 030 / 832 52 83; Mobile - 0176 / 22 01 00 25

    • Dirk Stoewe - 030 / 382 17 14

    in Brandenburg:
    • Station Woblitz - 03 30 89 / 4 12 04

Regelmäßige Treffen:
Jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Museum für Naturkunde in Mitte, Invalidenstr. 43, Nebeneingang im Hof rechts vom Hauptgebäude.

Anfahrt: S-Bhf. Hauptbahnhof Lehrter Bahnhof; U 6 bis U-Bhf. Zinnowitzer Str.; Bus 257

Ein kurzer Rückblick

R.Altenkamp

R. Altenkamp beim Beringen von Habichten / Foto: Strukow-Hamel

Greifvogelschutz hat in Berlin eine lange und sehr erfolgreiche Tradition, die mit solch bekannten Namen wie Konrad Banz, Wolfgang Fischer, Oskar Heinroth, B. Meisel, Otto Schnurre, Viktor Wendland und Dietrich Fiuczynski verknüpft ist.

      In den Jahren 1980 bis 85 legten Paul Sömmer und Volker Hastädt den Grundstock für die bis heute weitergeführten Greifvogeluntersuchungen in Berlin und angrenzenden Teilbereichen der Brandenburger Landkreise Barnim, Oberhavel und Märkisch Oderland (Altkreise Oranienburg, Bernau und Strausberg).
1985 gründeten Thomas Müller und Paul Sömmer in Ostberlin die AG Greifvogelschutz Berlin-Bernau, die die hinsichtlich Länge und Umfang bis heute konkurrenzlosen Datenreihen über Greifvögel fortführte.

Zu Methodik und Zielsetzung der AG Greifvogelschutz

K.Müller mit Seeadler

Dr. Müller mit Seeadler / Foto: Altenkamp

Die AG arbeitet mit wissenschaftlichen Methoden wie Beringung, Untersuchungen zur Pathologie und veterinärmedizinischer Diagnostik einschließlich der Rehabilitation und, nach Möglichkeit, anschließenden Wiederauswilderung aufgefundener Greifvögel durch unsere beiden Pflegestationen. Hinzu kommen Rückstandsuntersuchungen an Eiern, Federn und Organen ausgewählter Arten und anderes, um mehr Informationen über Lebensweise, Verbreitung und Verlustursachen von Greifvögeln zu gewinnen und so die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zu erhöhen.

      Nicht zuletzt aber setzt sich die AG Greifvogelschutz für den Erhalt der für Greifvögel und Eulen wichtigen Habitate ein! Die Verbesserung und der Schutz von Brutplätzen insbesondere der Arten Turmfalke (Falco tinnunculus) und Wanderfalke (F. peregrinus) gehören ebenso dazu wie die wissenschaftliche Untersuchung und Beringung ausgesuchter Greifvogelarten wie z. B. Habicht (Accipiter gentilis) und Baumfalke (F. subbuteo) in Berlin. So läßt sich eine Fülle relevanter Daten u. a. über Lebensdauer und Wanderung der Vögel in der Stadt gewinnen.

Zu Forschungsergebnissen und Erkenntnissen

Habicht

Habicht / Foto: Stürzbecher

Bisher wurden fast 4.000 Turmfalken in Berlin beringt, von denen einige unter anderem in Algerien, Frankreich, Spanien und Italien gefunden wurden, aber auch sehr viele als Brutvögel in der Stadt selbst.

      Im Rahmen von Populationsuntersuchungen werden wertvolle Erkenntnisse über Verbreitung der Vögel, ihre Reproduktion und Ernährung gewonnen. Diese Daten werden dann für int. Untersuchungsprojekte, wie etwa dem Monitoringprogramm für Greifvögel und Eulen der Universität Halle (s. u.), aufbereitet und zugänglich gemacht. Sie dienen aber auch zur Erarbeitung von Artenschutzprogrammen in der Stadt selbst. Komplexe Analysen zu Pathogenese, Ätiologie und Todesursachen werden an Fachinstituten durchgeführt, Todfunde eingesammelt und der wissenschaftlichen Präparation und Aufbewahrung im Naturkundemuseum Berlin zur Verfügung gestellt. Rückstandsuntersuchungen in Blut, Kadavern und in Eiern ausgewählter Arten werden vorgenommen und die Auswirkung der Urbanisierung bei Greifvögeln erforscht.

Kooperationspartner

P.Sömmer

P.Sömmer mit Baumfalkenküken

  • ILAT (Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen) beim Berliner Betrieb für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben,

  • Tierklinik der Freien Universität Berlin

  • Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)

  • Greifvogelpflegestation des NABU in Kaulsdorf

  • Greifvogelpflegestation Woblitz (Brandenburg)

  • Kooperationsprojekt Wildtierpflege von aktion tier – menschen für tiere e.V. und NABU Berlin

  • Martin-Luther-Universität Halle: Monitoring Greifvögel und Eulen Europas

  • Arbeitskreis Wanderfalkenschutz (AWS)

  • Weltarbeitsgruppe Greifvögel und Eulen

  • Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin

Monitoring

Turmfalke mit Küken

Turmfalke mit Küken

Die Vorgehensweise der AG orientiert sich am Greifvogelmonitoring Stubbes (Martin-Luther-Universität Halle), wobei Flächen von einzelnen Bearbeitern auf eine oder mehrere Arten hin untersucht werden. – Die gesamte von der AG für das Greifvogelmonitoring bearbeitete Fläche umfasst ca. 1200 km2 und setzt sich wie folgt zusammen:

  • Monitoringfläche Ostberlin und angrenzende Bereiche des Kreises Barnim in Brandenburg
  • Monitoringfläche in Berlin-Marzahn für die Art Turmfalke

  • Monitoringfläche gesamt Westberlin für die Art Turmfalke

Gezielte Artenhilfsprogramme bzw. Artbearbeitung gibt es bei folgenden Arten:

Turmfalken

Turmfalkenfamilie

  • Turmfalke

  • Baumfalke

  • Wanderfalke

  • Habicht

  • Sperber

  • Rotmilan

  • Schwarzmilan

  • Kolkrabe

  • Seeadler

      Wichtigste Aufgabe, neben der Bestandserfassung und Beringung zur Gewinnung von Daten zur Populationsökologie und zu konkreten Individuen, sind insbesondere Horst- und Habitatschutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Behörden und Gebäudeeigentümern.

      Um eine Lobby für Greifvögel in der "freien Natur" zu schaffen werden folgende Möglichkeiten angeboten:
  • Vorträge / Weiterbildungsveranstaltungen für Behörden und interessierte Kreise

  • Führungen und Exkursionen einschließlich der Teilnahme an Beringungen mit Erwachsenen und Kindern

  • Beratung bei Bauvorhaben, die Horstplätze tangieren und allgemeine Informationen für Behörden und Architekten

  • Beiträge in Presse, Rundfunk und TV

  • öffentliche Sitzung der AG einmal monatlich im Museum für Naturkunde

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