Berlin.NABU.de NABU aktiv Fachgruppen Feldherpetologie

Feldherpetologie (Amphibien und Reptilien)

Feldherpetologie (Amphibien und Reptilien)

Die Fachguppe Feldherpetologie stellt sich vor

Amphibientunnel

Amphibientunnel-Einweihung / Foto: Strukow-Hamel

Leitung: Jens Scharon

Die Fachgruppe steht allen an heimischen
Amphibien und Reptilien Interessierten offen.
Neben der Erfassung und Überwachung von
Vorkommen der Artengruppen setzen wir uns
für deren Schutz und die Erhaltung ihrer
Lebensräume ein.


Arbeitsschwerpunkte:

  • Im Sommerhalbjahr Beobachten und Erfassen von Vorkommen an Lurchen und Kriechtieren im Raum Berlin

  • Gemeinsam mit anderen Bezirksgruppen Arbeits-
    und Pflegeeinsätze zum Erhalt dieser Vorkommen

  • Unterstützung praktischer Maßnahmen zum Schutz
    wandernder Amphibien im Stadtgebiet

  • Im Winterhalbjahr stellen uns verschiedene Referenten
    aktuelle Forschungsergebnisse vor


Ort & Zeit:
Jeden 1. Dienstag in geraden Monaten um 19 Uhr in der NABU-Geschäftsstelle, Wollankstr. 4 in Berlin-Pankow.

Anfahrt:
S 1 oder S 25 bis S-Bhf. Wollankstr., Bus 255 bis Wilh.-Kuhr-Str. oder
U 2, S 2 und S 8 bis U- oder S-Bhf. Pankow, Bus 25 bis Wilh.-Kuhr-Str.
 

Ein Anfang ist gemacht

Pankower Amphibienschutzanlagen (fast) für die neue Wandersaison bereit

Pankower Amphibienschutzanlagen (fast) für die neue Wandersaison bereit

Gemeinsam mit freiwilligen Helfern begann der NABU Berlin Ende Oktober 2011 die Amphibienleiteinrichtungen entlang der Schönerlinder Chaussee und der Pankgrafenstraße auf die kommende Amphibiensaison vorzubereiten. Sie wurden von wuchernder Vegetation befreit - eigentlich eine Aufgabe des Bezirksamtes Pankow... mehr Mehr

Vom Vorteil eines verregneten Sommers

Bemerkenswertes Vorkommen der Kreuzkröte in Pankow

Bemerkenswertes Vorkommen der Kreuzkröte in Pankow

Bis vor wenigen Tagen war es fraglich, ob die streng geschützte Kreuzkröte Bufo calamita in Berlin noch vorkommt. Alle Hoffnungen, diese Krötenart noch zur Berliner Fauna zählen zu können, lagen auf einem ehemaligen Militärgelände in Lichterfelde Süd. Hier befindet sich das letzte bekannte Berliner Vorkommen dieser Art, die trocken-warme Lebensräume mit spärlicher Vegetation besiedelt. Nun gibt es auch ein Vorkommen in Pankow. mehr Mehr

Regenwetter ist Wanderwetter

NABU-Podcast über die gefährlichen Wanderungen von Kröten und Co

Erdkröte

Fünf Grad und Regen - das ist für Kröten, Frösche und Molche das ideale Wanderwetter. Kaum beginnt der Frühling, legen die kleinen Tiere große Strecken zurück, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Wanderungen von mehreren Kilometern sind dabei keine Seltenheit, wie der Amphibienschützer Jens Scharon berichtet. Schon früh morgens ist er unterwegs, um Kröten und Co bei ihrer Reise zu helfen. Mehr

Rückblick 2010 – Ausblick 2011

Die Fachgruppe Feldherpetologie nach einem erfolgreichen Jahr

Die Fachgruppe Feldherpetologie nach einem erfolgreichen Jahr

Fünfzehn Mitglieder, die sich ehrenamtlich im NABU Berlin engagieren, bilden den aktiven Kern der Fachgruppe Feldherpetologie. Sie kennen sich aus mit den Amphibien und Reptilien, ihren Lebensbedingungen und Lebensräumen in Berlin, den Bestandszahlen und -entwicklungen. Und sie setzen sich tatkräftig für den Schutz der Tiere und die Erhaltung ihrer Lebensräume ein. mehr Mehr



Ältere Beiträge

Das Amphibium des Jahres 2007 kommt auch in Berlin vor

Zur Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)

Knoblauchkröten

Knoblauchkröten

Seit der NABU anno 1971 den ersten Vogel des Jahres kürte und damals den Wanderfalken auf den Schild hob, um damit beispielhaft auf gefährdete Vogelarten, die Gefährdungsursachen sowohl für bestimmte Arten als auch komplexe Lebensgemeinschaften und die Zerstörung ganzer Lebensräume aufmerksam zu machen, haben viele Fachverbände und Naturschutzvereine diese Idee aufgegriffen. Es gibt kaum noch eine Tiergruppe und einen Lebensraum, die oder der nicht jährlich anhand eines Vertreters / eines Typus" gewürdigt würde.

      So kürt seit 2006 nun auch die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) eine Lurch- oder Kriechtierart des Jahres. Heuer ist die Wahl auf die Knoblauchkröte gefallen, eine Art, die in der Systematik zu den Krötenfröschen gehört. Sie vereint in sich Merkmale von Frosch und Kröte und verfügt über die Fähigkeit, sich mittels ihrer an den Hinterbeinen zu kleinen Schaufeln ausgebildeten Fersenhöckern in Windeseile einzugraben. Die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Art ist eine der 13 auch in Berlin vorkommenden Lurcharten.

Knoblauchkröte

Knoblauchkröten / Fotos: Scharon

Hier liegt ihr Hauptverbreitungsgebiet im Norden und Nordosten, was neben den zur Fortpflanzung notwendigen Gewässern auch an den Landwirtschaftsflächen liegt, die der Knoblauchkröte günstige Lebensräume bieten. Aber auch in Wäldern wie dem Grunewald konnte sie nachgewiesen werden. Außer in den Fanggefäßen an den Amphibienschutzzäunen wird man die Art nur sehr selten zu Gesicht bekommen, am ehesten noch an den Laichgewässern, wo im Frühjahr die charakteristischen poch-poch-Rufe aus dem Wasser dringen. Im Sommer können dann die ungewöhnlich großen, bis zu 9 cm Länge erreichenden Kaulquappen im Gewässer auffallen. Die Knoblauchkröte ist unsere einzige Lurchart, deren Junge nach Ende der Metarmophose und dem Übergang vom Wasser- zum Landleben fast schon ihre endgültige Größe haben.

Verbreitungskarte

Verbreitung der Knoblauchkröte in Berlin vergrößern

 
Um unseren gegenwärtigen Kenntnisstand über die Verbreitung der Art in Berlin zu erweitern und zu aktualisieren, wollen sich die Berliner Herpetologen in diesem Jahr vor allem der Erfassung der Knoblauchkröte in der Stadt widmen. Wer sich sicher ist, das er oder sie hier Vorkommen der Art kennt, teile diese bitte dem NABU Berlin mit.

Ausführliche Informationen zur Knoblauchkröte finden Sie unter:

Ein Viertel Jahrhundert grenzüberschreitender Amphibienschutz

Heinz Müller zum Siebzigsten

Laichschutz Rahnsdorf

Laichschutz Rahnsdorf

Amphibien waren gerade erst gesellschaftsfähig geworden, da organisierten sich am Schutz dieser Tiere und ihrer Lebensräume Interessierte im seinerzeitigen Kulturbund der DDR und gründeten die Fachgruppe Feldherpetologie. Standen die Bemühungen um die Erfassung der Verbreitung, den Schutz und die Pflege der Lebensräume, zumeist Kleingewässer, im Vordergrund, so war schon damals trotz des ungleich geringeren Fahrzeugverkehrs der Amphibienschutz an Straßen ein Thema. Der erste und bis heute über 25 Jahre kontinuierlich betreute Fangzaun wurde beiderseits der Straße nach Fichtenau auf einer Länge von insgesamt 400 Metern errichtet und bewahrt seither die im Rahnsdorfer Stausee laichenden Erdkröten sowohl während ihrer Wanderung zum Laichgewässer als auch später die rückwandernden Alt- und Jungtiere vor dem Verkehrstod.

Heinz Müller

Heinz Müller

Obwohl der Fangzaun in Berlin steht, ist seine Betreuung aufs engste mit dem Kreisvorsitzenden des NABU im Altkreis Fürstenwalde, Heinz Müller, verbunden. Neben der alljährlichen Organisation der Betreuung des Zauns, der ihm vor allem auch als Anschauungsmaterial in der Umweltbildung dient, ist Heinz Müller nach wie vor rastlos für den Schutz der Natur unterwegs. Seine Aktivitäten und die des Naturschutzaktivs Schöneiche reichen von der Anbringung und Kontrolle von Turmfalken-, Mauersegler- und Fledermauskästen bis zu Biotoppflegeeinsätzen.

Dass sich die Mühe am Amphibienzaun lohnt, zeigen die Ergebnisse. Nachdem die Zahl der anwandernden Kröten von über 1300 Tieren auf nur mehr 81 abgefallen war, erhob sich die Frage: Aufhören oder den Aufwand verdoppeln und auch noch einen Rückwanderungszaun errichten? Die Leute um Heinz Müller entschieden sich für letzteres: eine richtige Entscheidung, wie diese Grafik zeigt.
 

Heinz Müller- Zur Person

Heinz Müller und Otto Bardella

Heinz Müller und Otto Bardella

Aus einer naturverbundenen Familie stammend, leidenschaftlich interessiert an den so unterschiedlichen Lebenswelten von Vögeln und Amphibien und mit einer passionierten Biologielehrerin verheiratet, schloss sich Heinz Müller schon bald nach dessen Gründung Ende der 60-er Jahre dem Naturschutzaktiv Schöneiche an und engagierte sich vor allem im Amphibien- und Vogelschutz.
      Von Haus aus Ingenieur und noch bis vor kurzem bei den Berliner Wasserbetrieben tätig, bringt Heinz Müller seit nunmehr fast vierzig Jahren sein technisches Wissen in die Naturschutzarbeit ein. So verhinderte er, um bekanntere Beispiele herauszugreifen, durch den Bau einer Rohrzuleitung das Trockenfallen des Weidensees in Schöneiche oder schuf aus einem ursprünglich rein funktionalen Regenwasser-Rückhaltebecken mittels eines speziell konstruierten, für stetigen Mindestwasserstand sorgenden Überlaufs ein lebendiges Biotop, den "Reiherteich", wie ihn die Ortsansässigen inzwischen nennen. (Näheres zum Rahnsdorfer Amphibienschutzzaun, dessen Aufstellung und Betreuung unser Jubilar seit nunmehr 25 Jahren organisiert, siehe weiter oben.)

Heinz Müller

Der Jubilar / Fotos: Scharon

Ebenso wichtig wie der praktische Einsatz für den Artenschutz ist Heinz Müller die Umweltbildung. Seit vielen Jahren und bis zum heutigen Tag hält er an Grundschulen naturschutzkundliche Vorträge und indem er den theoretischen Wissensstoff anhand mitgeführter Präparate veranschaulicht, mit den SchülerInnen zusammen Nisthilfen und Fledermauskästen baut und dann an den Schulgebäuden anbringt, gelingt es ihm immer wieder, junge Menschen für den aktiven Naturschutz zu begeistern und sie z. B. für die Teilnahme bei der Amphibienzaun-Kontrolle zu gewinnen.

      Nachdem seine Frau Anneliese 1999 starb, übernahm Heinz Müller von ihr den Vorsitz im NABU-Kreisverband Fürstenwalde und wurde wenig später auch in den Naturschutzbeirat des Landkreises berufen. Die Beschneidung der Mitwirkungsrechte der Naturschutzbeiräte in Brandenburg hat deren Tätigkeit nicht eben erleichtert, doch allen Widrigkeiten zum Trotz erhebt Heinz Müller etwa gegen unsinnige und ökologisch schädliche Projekte nach wie vor vernehmlich seine Stimme.

      Wenn man nun Heinz Müller in seiner lebhaften Art über Erfolge und Misserfolge in der Naturschutzarbeit reden hört, glaubt man kaum, dass er am 27. Januar seinen 70. Geburtstag feiert. Die Berliner Herpetologen wünschen ihm zu seinem Jubiläum alles Gute, vor allem Gesundheit, viel Schaffenskraft und genügend Mitstreiter, damit die begonnenen Projekte zum Wohle der Natur fortgesetzt werden können!

Heinz Müller erhält silberne Ehrennadel

In Anerkennung seines langjährigen Wirkens und seiner herausragenden Verdienste um den Naturschutz wird Heinz Müller am Sonntag, 28.01.07, von Vorstandsmitglied Dr. Hartmut Kretzschmar mit der silbernen Ehrennadel des NABU Brandenburg ausgezeichnet.

25.01.07

Rückblick 2006 - Ausblick 2007

Rahnsdorfer Zaun

Rahnsdorfer Schutzzaun / Foto: Scharon

Die Fachgruppe führte 2006 zwölf Veranstaltungen durch, davon sechs Arbeitseinsätze zur Erhaltung von Amphibien- und Zauneidechsen-Lebensräumen. Der Arbeitsschwerpunkt war auch in diesem Jahr der Amphibienschutz an Straßen. Insgesamt wurden durch verschiedene Naturschutzeinrichtungen, Behörden und Verbände 17 Schutzzäune an Straßen betreut, an denen mind. 14.548 Tiere gefangen wurden. Hervorzuheben ist der kontinuierlich seit 1982, nunmehr über 25 Jahre betriebene Schutzzaun am Rahnsdorfer Stausee. 1982 wurden hier 302 Tiere, 1984 bereits 1332 Amphibien gefangen. Seit dem ging die Anzahl der gefangenen Erdkröten bis zum Jahr 1997 auf nur noch 65 Exemplare zurück. In jenem Jahr stellte sich die Frage, ob sich der Aufwand überhaupt noch lohne? Die Amphibienschützer um Heinz Müller machten weiter, und erfreulicherweise hat sich die Anzahl der gefangenen Tiere im Jahr 2005 wieder auf 721 erhöht.

Erdkrötenpaar

Erdkrötenpaar

Zwei Zäune dienten der Erfassung des Artenspektrums und der jeweiligen Bestandsgrößen. Ein Zaun zur Ermittlung des Kammmolchbestandes (Triturus cristatus) als eine Art des Anhang II der FFH-Richtlinie wurde 2003 errichtet. Seit dem gelang es, diesen Zaun ganzjährig zu betreuen und somit die Amphibienbestände eines innerstädtischen Gewässers über nunmehr vier Jahre zu untersuchen. Diese Zusammenarbeit erfolgte u. a. mit Studenten der Humboldt-Universität im Rahmen von Studien- und Diplomarbeiten (MATTNER 2006 für das Jahr 2004, ZORN 2006 für das Jahr 2005).

Amphibientunnel

Kleintierleitanlage

2005/2006 ließ das zuständige Bezirksamt, vom NABU beratend unterstützt, im Spandauer Forst eine weitere Kleintierschutzanlage errichten. Somit gibt es aktuell sechs Amphibien-/Kleintierschutzanlagen in Berlin. Eine weitere wird gerade durch das Bezirksamt Lichtenberg gebaut.
      2004 wurde die Funktionalität einer im Vorjahr entstandenen Schutzanlage überprüft (DUNKEL 2005). Neben den Amphibien und verschiedenen Kleinsäugern wurden auch 166 Ringelnattern gefangen. Da auf der Ringelnatter-Tagung im November 2005 in Neustadt mit offenem Ausgang darüber diskutiert wurde, ob Ringelnattern derartige Schutzanlagen überhaupt nutzen, werden die Ergebnisse aus Berlin in dem Tagungsband veröffentlicht (SCHARON et al., i. Dr.).

      Trotz kontinuierlicher Angebote in den letzten Jahren hat sich die Mitgliederzahl, vor allem aktiver Mitglieder, leider nicht erhöht.

      Im Jahr 2003 hat sich unter Leitung von Heinz Nabrowsky die Barnimer Arbeitsgruppe Amphibienschutz gegründet. Die BAA ist eine Arbeitsgruppe ohne Vereinsstatus oder Träger. Sie befasst sich hauptsächlich mit der Erhaltung der Rotbauchunkenpopulation im Nordosten Berlins und der Wiederansiedelung des Laubfrosches in Berlin. In der Arbeitsgruppe arbeiten überwiegend Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörden, von Naturschutzvereinen und von Planungsbüros mit, die sich beruflich mit dem vorgenannten Thema beschäftigen.

——
Literatur
DUNKEL, E. (2005): Effizienz und Funktionalität einer stationären Amphibien- und Kleintierschutzanlage in Berlin-Buch. Mit besonderer Berücksichtigung der Wanderphänologie von Amphibien. Diplomarbeit am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin.
MATTNER, H. (2006): Populationsökologische Untersuchungen einer isolierten Kammmolchpopulation (Triturus cristatus) in Berlin-Lichtenberg. Dipl.arbeit an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin.
SCHARON, J., E. DUNKEL & R. SCHNEIDER (i. Dr.): Nutzen Ringelnattern (Natrix natrix) Amphibiendurchlässe?
ZORN, C. (2006): Dynamik einer innerstädtischen Kammmolchpopulation im Parkgelände des Ev. Krankenhauses "Königin Elisabeth" Herzberge im Berliner Bezirk Lichtenberg.


 

Rückblick 2005 - Ausblick 2006

Blindschleiche

Blindschleiche / Foto: Scharon vergrößern

Der Arbeitsschwerpunkt der ca. 15 Feldherpetologen im NABU Landesverband Berlin war in den vergangenen Jahren der Amphibienschutz an Straßen. Von verschiedenen Akteuren (Naturschutzverbänden, Behörden, Berliner Forsten, ABM-Trägern) wurden 2005 18 Schutzzäune im Land Berlin betrieben, deren Fangergebnisse jährlich zusammenfassend dargestellt werden. Begleitet wurden die Schutzmaßnahmen durch das Bemühen, dauerhafte Lösungen zu finden. Seit 2003 wurde jährlich eine stationäre Kleintierschutzanlage errichtet, für 2006 ist der Rückbau einer Straße vorgesehen.
      Im Rahmen einer Diplomarbeit erfolgte die Untersuchung von Effizienz und Funktionalität einer stationären Amphibien- und Kleintierschutzanlage in Berlin-Buch (DUNKEL 2005*).
      Im Ergebnis der Untersuchung wurde die Akzeptanz und Effizienz als sehr gut eingestuft. Neben der Nutzung durch Amphibien wurde die Anlage gleichfalls in größerer Zahl von Reptilien, vor allem der Ringelnatter (Natrix natrix), und verschiedenen Kleinsäugern genutzt. Eine Veröffentlichung der Arbeit ist vorgesehen (SCHNEIDER ET AL. i. Vorb.).
      Durch die zunehmenden Nachweise von Ringelnattern am Stadtrand erfolgte ein Aufruf, Beobachtungen der Art zu melden. Die Resonanz blieb unter den Erwartungen, zeigte jedoch, dass in besiedelten Lebensräumen alles für eine Bestandszunahme spricht und durch die Anlage von Gewässern und Strukturanreicherung ehemals intensiv genutzter Landwirtschaftsflächen im Nordosten Berlins eine Ausbreitung an bisher unbesiedelte Gewässer erfolgte.
      Gleichfalls wurde zur Meldung von Blindschleichen (Anguis fragilis) aufgerufen, da sich bei der Erarbeitung der neuen Roten Listen für Berlin zeigte, dass gerade für diese Art die Datenlage sehr dürftig ist (KÜHNEL ET AL. 2005**). Auch hier blieb die Resonanz deutlich unter den Erwartungen.

      Ab 2006 ist die Durchführung von Veranstaltungen und eine engere Zusammenarbeit mit den feldherpetologisch Interessierten des Landesverbandes Berlin der DGHT vorgesehen. In den nächsten Jahren wollen wir verstärkt aktuelle Erfassungsdefizite beheben, die durch die vorliegenden Verbreitungskarten ersichtlich wurden. Für viele Gebiete liegen keine aktuellen Nachweise mehr vor, was weniger mit dem Verschwinden der Arten, sondern mit einer mangelnden Erfassungstätigkeit begründet werden muss.

      Jährlich führt die Fachgruppe sechs Veranstaltungen durch und beteiligt sich an fünf Arbeitseinsätzen zur Biotoppflege von Amphibien- und Reptilienlebensräumen.

——
*DUNKEL, E. (2005): Effizienz und Funktionalität einer stationären Amphibien- und Kleintierschutzanlage in Berlin-Buch. Mit besonderer Berücksichtigung der Wanderphänologie von Amphibien. Diplomarbeit am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

**KÜHNEL, K.-D., A. KRONE & A. BIEHLER (2005): Rote Liste und Gesamtartenliste der Amphibien und Reptilien von Berlin in: Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.). CD.

Die Waldeidechse - Reptil des Jahres 2006

Heimisch auch in Berliner Wäldern

Waldeidechse

Waldeidechse / Foto: Scharon

Begonnen hat der weiland Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV), heute NABU, schon 1971 mit der Wahl eines Vogels des Jahres. Inzwischen wird alljährlich von verschiedensten Gremien eine fast unübersichtliche Menge an Tieren, Pflanzen, Biotopen, Lebensräumen... des Jahres gekürt. Gemeinsames Ziel dabei ist, mit der jeweiligen Wahl bestimmte Lebensformen und Landschaftstypen in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, nähere Informationen darüber zu vermitteln und auf Gefährdungsursachen und die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen aufmerksam zu machen.

      Also hat sich seit diesem Jahr auch die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) dazu entschlossen, jährlich ein Reptil oder Amphibium des Jahres vorzustellen. Bei diesen beiden Tierklassen ist hierzulande das Artenspektrum mit 14 Reptilien- und 21 Amphibienarten überschaubar, doch über sie aufzuklären dennoch besonders notwendig. Einerseits gehören sie seit jeher für viele nicht gerade zu den Sympathieträgern, andererseits zu den weltweit am stärksten bedrohten Artengruppen! Ein wesentlicher Grund, einen Vertreter der genannten Tierklassen zu küren, liegt aber darin, dass sich die Bestandsentwicklung dieser Arten als guter Indikator für den Zustand unserer Kulturlandschaft eignet.

      In diesem Jahr nun ist die Wahl auf die in Deutschland häufigste und verbreitetste Eidechse, die Waldeidechse (Zootoca vivipara) gefallen.

Waldeidechsenverbreitung

Berliner Verbreitungsgebiete Karte größer sehen

Das Verbreitungsgebiet dieser maximal 18 cm großen Eidechse ist riesig und reicht von Irland im Westen bis nach Japan im Osten, von Bulgarien im Süden bis an die Küsten des Eismeeres im Norden. Kein anderes Reptil dringt so weit nach Norden vor. Eine Form der Anpassung an das für Reptilien eher widrige Klima besteht in der Art ihrer Fortpflanzung: Die Waldeidechse ist nahezu lebendgebärend, denn bereits während des Eierlegens schlüpfen die Jungen. In einigen Regionen Europas wurden Populationen gefunden, wo die Weibchen Eier legen. Diese sich ausschließlich von Gliederfüßern (Arthropoden) und Insekten ernährende Eidechse besiedelt vorwiegend Waldränder und Lichtungen. Ihr anderer Name Mooreidechse deutet schon darauf hin, dass sie auch regelmäßig in sumpfigen und moorigen Lebensräumen zu finden ist. Im Süden Deutschland wird sie auch als Bergeidechse bezeichnet. – Für Waldeidechsen ist ein Höchstalter von sieben Jahren bekannt.

      Unser Kenntnisstand über diese Art ist noch gering, aber gerade der Verlust an Klein- und Saumstrukturen in der Landschaft, vorwiegend im Wald, und die Trockenlegung von Feuchtgebieten verringert ihren Lebensraum.

      Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Boden aufgetaut haben, kann man mit etwas Glück auch in Berlin Waldeidechsen beobachten. Bevorzugt werden in den Morgen- und Abendstunden sonnenexponierte Stellen wie Baumstubben, Waldsäume u. ä. Kurz danach erfolgt die Paarung und nach zwei bis drei Monaten schlüpfen die Jungen. In kalten Regionen gehen die Weibchen trächtig in den Winterschlaf, um im nächsten Jahre ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen.
      Gute Chancen, diese in Berlin gefährdete Art zu beobachten, hat man in allen Berliner Wäldern wie dem Tegeler, Spandauer, Bucher und Köpenicker Forst sowie im Grunewald. Seltener wird die Art hingegen im Kaulsdorfer Busch oder im NSG Schildow zu beobachten sein.

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