Berlin.NABU.de NABU aktiv Bezirksgruppen Zehlendorf

BG Zehlendorf

Die Bezirksgruppe Zehlendorf

W. Handwerk

Im Dreipfuhl-Park

 
Leitung: Walter Handwerk

Arbeitsschwerpunkte:
Zunächst geht es uns vor allem darum, die "grünen Plätze" des Bezirks kennenzulernen.

Die BG Zehlendorf sucht weitere MitstreiterInnen und Interessierte!


Ort & Zeit unserer regelmäßigen Treffen:

Jeden 1. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im Martin-Niemöller-Haus,
Pacelliallee 61, 14195 Berlin (U-Bhf. Dahlem-Dorf, U 1)


Nähere Informationen über aktuelle Treffen etc. erhalten Sie von
Walter Handwerk unter 030-80 58 14 44.

Aktuelle Termine 2012
7. Februar 2012 (Die.), 19:30 Uhr reguläres Treffen im Martin-Niemöller-Haus
(verschiedene Themen)
6. März 2012 (Die.), 19:30 Uhr reguläres Treffen im Martin-Niemöller-Haus
Thema:
Alle Jahre wieder - Brutsaison
3. April 2012 (Die.), 19:30 Uhr reguläres Treffen im Martin-Niemöller-Haus
Thema:
Vortrag von Michael Stegemann
über eine ornithologische Reise nach Rumänien
1. Mai 2012 (Die.), 19:30 Uhr reguläres Treffen im Martin-Niemöller-Haus
5. Juni 2012 (Die.), 19:30 Uhr reguläres Treffen im Martin-Niemöller-Haus

Themen / Kurznachrichten / Infos

der BG Zehlendorf

Winterlandschaft

Winterlandschaft. Foto: Strukow-Hameln

- Unser Dezember-Treffen haben wir wieder - wie in den Jahren zuvor - etwas adventlich gestaltet, mit Punsch u. Weihnachtsgebäck, dabei locker über unterschiedlichste Themen gesprochen.
- In den vergangenen Herbstwochen haben wir uns z.T. am Rande mit Baumbestimmung u. Entstehung von Gallen beschäftigt.
- Michael Stegemann hatte uns im November das neue Buch " natürlich Berlin! " der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgestellt, in dem Naturschutz- u. NATURA 2000-Gebiete in Berlin einzigartig dargestellt werden. Ein äußerst empfehlenswertes Buch !
- Im Oktober hatten Unbekannte in Grabow (Sachsen-Anhalt) 15.000 Nerze aus einer kommerziellen Nerzfarm befreit. Sinn u. Unsinn solch einer Aktion haben wir diskutiert, insbesondere die ökologischen Folgen für das Umfeld u. Konsequenzen für das natürliche Gleichgewicht erörtert.
- Voll daneben: In einem kürzlich erschienen englischsprachigen Vogelführer ( Milne Paul: Worlds City) werden weltweit Großstädte u. ihre Vogelwelt beschrieben. Für Deutschland werden die Städte Berlin, Frankfurt u. München aufgeführt. Über die Berliner Vogelwelt wird dort behauptet, dass der Dompfaff / Gimpel hier eine sehr häufig anzutreffende Vogelart sei. Andererseits wird die häufige Elster als Berliner Stadtvogel gänzlich unterschlagen.
- Mitte November haben wir den Paul-Ernst-Park ( benannt nach dem deutschen Schriftsteller, der - nebenbei bemerkt - zeitweise das Pseudonym Spaßmöller verwendete ) am Schlachtensee erkundet. Hierbei haben wir uns besonders der Vogelwelt gewidmet, u.a. Tafelenten u. Mandarinenten aus nächster Nähe optimal beobachten können.
- Anfang Dezember fand zum Abschluß des Jahres eine Exkursion mit dem Ornithologen Derk Ehlert an der Ruhlebener Fließwiese und durch den Spandauer Schanzenwald statt, an der auch einige Mitglieder unserer Gruppe teilnahmen. Wir haben zahlreiche schöne Eindrücke aus diesem nun auch der breiten Öffentlichkeit zugänglichen Naturschutzgebiet mitnehmen können. Die Wanderung war somit sicherlich ein gelungener naturverbundener und ornithologischer Jahresausklang.
- Am 8. Dezember wurden die ersten Zehlendorfer Seidenschwänze in der Mühlenstraße gesichtet!
- Wilderer im Grunewald: Zivilfahnder der Polizei haben am 7. Dezember nachts im Grunewald einen Wilderer aus Potsdam auf frischer Tat ertappt: er hatte 2 scharfe Waffen bei sich u. bereits ein Wildschwein u. ein Dammhirsch erschossen.

Themen / Kurznachrichten / Infos

der BG Zehlendorf

Goldener Oktober

Goldener Oktober

Der "goldene Oktober" hat uns bereits einige schöne sonnige Tage gebracht und wer den Blick zum Himmel richtete, konnte die zahlreichen Zugvögel beobachten.
Bei unseren häufigen Spaziergängen durch Zehlendorfer Grünanlagen haben wir sehen können, wie sich jetzt die Grünflächen allmählich in farbenprächtige Laubpuzzleflächen verwandeln.
      In drei Zehlendorfer Parkanlagen haben wir in den vergangenen Wochen z. T. kombinierte Spaziergänge, Vogelbeobachtungen und Müllsammelaktionen durchgeführt. Bei unseren Pflegeeinsätzen haben wir wiederholt sehr positive Reaktionen bei Parkbesuchern hervorgerufen. Besonders lustig war, dass wir im Vierlingpark beim Müllsammeln als vermeintliche Pilzsammler angesehen wurden.

Wildschwein

Wildschwein

Im Fischtalpark waren besonders die großflächigen Spuren der nächtlichen Wildschweinbesuche auf der Rasenfläche auffällig. Sehr beeindruckend, in welch einem Umfang dort der Rasen von den Tieren systematisch umgepflügt worden ist, der Boden wird – positiv betrachtet – gut durchlüftet.
      In diesem Zusammenhang haben wir uns auch mit dem Auftreten der Wildschweine am Ostseestrand beschäftigt; dort waren z. B. am Strand von Heringsdorf früh morgens vereinzelt Wildschweinrotten zwischen den Strandkörben herumspaziert. Angelockt wurden sie von Touristen, die die Tiere regelmäßig fütterten.
      Anfang September fand in der Zehlendorfer Ökosiedlung wieder eine interessante Vogelführung mit dem Ornithologen Derk Ehlert statt.

Spinne im Netzt

Spinne im Netzt

Bei unserem Treffen im Oktober haben wir uns über den niedersächsischen Vogelpark Walsrode unterhalten. Dort kann man zahlreiche exotische Vögel aus nächster Nähe beobachten, u. a. den sehr mächtigen australischen Rothalskasuar. Der Park ist ganzjährig geöffnet und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
      Außerdem hatten wir u. a. das Schwerpunktthema Spinnen behandelt. Die Dornfingerspinne hat sich bereits durch die Klimaerwärmung sehr viel weiter nördlich verbreitet. Das Besondere an ihr ist, dass sie weniger ängstlich ist, sich bei Störung nicht unbedingt zurückzieht, sondern durchaus ein ausgeprägtes Angriffsverhalten zeigt, ihr Biss kann sehr schmerzhaft sein, etwa vergleichbar einem Hornissenstich. Des Weiteren haben wir erfahren, dass Forscher derzeit Studien betreiben, inwieweit man Spinnennetze durch exakte Auswertung der Blütenpollenart und -menge, die in den Netzen ebenso wie die Insekten hängen bleiben, raffiniert nutzen kann, die Vegetation eines Gebietes bequem zu bestimmen.

Deutsch-Japan Naturschutzaustausch

Deutsch-Japanischer Naturschutzaustausch / Foto: Reh

Auch das Schicksal des Schreiadlers Sigmar aus der Uckermark hat uns beschäftigt. Der erst drei Monate alte Adler war in Deutschland im Rahmen eines Greifvogelschutzprojektes aufgezogen worden und bei seinem ersten Flug gen Süden über dem Inselstaat Malta von gewissenlosen Wilderern angeschossen worden. Tierschützer organisierten die Rettung des Greifvogels und die Rückführung nach Deutschland. Dieses Greifvogeldrama steht symbolisch für die umfassende barbarische Jagdpraxis auf Malta.
      Die "IG Pro Rehwiese - Natur und Kultur in Nikolassee" führte im September den nach eigenen Angaben bundesweit ersten Deutsch-Japanischen Naturschutzaustausch durch. Eine sechsköpfige japanische Delegation einer Naturschutzgruppe, die sich insbesondere um den Schutz der Sumpfgebiete am Fuße des Fudschijamas kümmert, war zu Besuch an der Rehwiese. Für das nächste Jahr ist ein Gegenbesuch der Berliner in Japan vereinbart worden. Hier wirkt die Natur positiv als Medium auch zur Völkerverständigung – eine sehr gute, lobenswerte Aktion, finden wir!

      Das Zehlendorfer Grünflächenamt ist z. Zt. wegen Bau- u. Umstrukturierungsarbeiten provisorisch in Büro-Container in die Schloßstr. 58-59, 12165 Berlin, gezogen. Im nächsten Jahr soll der Fachbereich Naturschutz und Grünflächen planmäßig in ein neues Dienstgebäude in der ehemaligen Leistikowschule am Hartmannsweiler Weg einziehen.

Standpunkt / Meinung:

Stichwort Eigeninitiative / Sponsoring brutal / Pro u. Contra

Geschichten vom Pferd�.
Die derzeitige aktuelle Diskussion um ein mögliches Tempolimit auf deutschen Autobahnen hat auch das Automobil an sich wieder in den Gesprächsmittelpunkt gerückt. Uns ist klar, dass wir nunmehr mit diesem Thema �heiliges Gebiet� betreten, das Auto als gesellschaftliches �Kultobjekt� geht in allzu emotionale Tiefen. Zu diesem Komplex war jüngst eine dpa-Meldung am Rande des Medienalltags recht interessant: Die Gemeindeverwaltung der sizilianischen Ortschaft Castelbuono hat demnach seine 4 herkömmlichen dieselkraftstoffbetriebenen Müllfahrzeuge abgeschafft u. stattdessen 6 Pferde u. Esel angeschafft, die die Müllkarren zukünftig ziehen. Der Bürgermeister der Kommune begründete die Entscheidung damit, dass der Pferdeeinsatz umweltfreundlicher, kostengünstiger u. effizienter sei. In diesem Zusammenhang erinnert man sich möglicherweise an eine Einschätzung Kaiser Wilhelm II, der vor gut 95 Jahren gefragt wurde, wie er denn die Entwicklungsaussichten u. Chancen der neu erfundenen Automobile der Erfinder Benz u. Daimler persönlich einschätze. Er soll geantwortet haben: � Ich setze weiter auf das Pferd!� Nun gut, seine Majestät hatte bekanntlich auch in anderen weltpolitischen Einschätzungen - wie die Geschichte zeigte - ein schlechtes Urteilsvermögen�. Die Frage gleichwohl bleibt hochaktuell: Wie sieht die Zukunft des Automobils aus?
Zukunftsweisende umweltfreundliche Technik ist zweifelsohne gefragt, aber auch ein Umdenken der Verbraucher ist erforderlich. Was nützen energiesparende Sparautochen, wenn sie nicht gekauft werden und die geliebten Pferdestärken dominieren? Dennoch ist das Auto allein nicht der einzige Faktor. In vielen Bereichen wäre ein Umdenken vonnöten. Wir freuen uns, wenn wir von unserem Bezirksamt Zehlendorf-Steglitz erfahren, dass man dort Energiesparbemühungen forciert u. z.B. 30 % Energieverbrauch einsparen will. Andererseits erleben wir am 28. Oktober organisierte Lichtshows, die orgastisch Energie verschwenden. Zur Beruhigung des Gewissens werden dann am 8. Dezember globale �Licht - aus!� - Aktionen initiiert, sicherlich symbolisch gut gemeinte Gutmenschen-Events. Aber es ist schon eine verrückte Welt, über die man sich oft ärgern kann. Es gibt etliche weitere Beispiele: etwa die ohrenbetäubenden u. luftverpestenden Laubpuster, die man gerade zum Herbst hin wieder oft sehen und hören mußte. Oder man ärgert sich über den lieben Nachbarn, der die Mülltrennung stets konsequent ignoriert�. und möglicherweise seinen Motor beim morgendlichen Winterstart ewig lange im Stand warmlaufen läßt.
Das ärgert natürlich manchen Energiesparaktiven u. Umweltfreund.
Allerdings: wir lassen uns die gute Laune nicht verderben, werden das Weihnachtsfest mit Optimismus u. Freude begehen� und uns auch ein oder zwei Lichtlein gönnen!

In diesem Sinne Ein Frohes Weihnachtsfest !

Standpunkt / Meinung:

Stichwort Eigeninitiative / Sponsoring brutal / Pro u. Contra

Bürger sammeln Geld, finanzieren auf eigene Kosten die notwendige Entschlammung der nahegelegenen Tümpel und Teiche, finanzieren Baumpflanzungen und organisieren Müllsammelaktionen zur Pflege ihrer Parkanlagen, übernehmen Patenschaften für Hecken und Sträucher.
      Jüngstes Beispiel: In Zehlendorf organisieren engagierte Bewohner, die "Freunde des Fischtalparkes", die Neuanpflanzung dreier Kiefern – keine Frage: das ist lobenswert! Das Amt fällt jährlich 600 Bäume im Bezirk, hat jedoch zu wenig Finanzmittel für Neupflanzungen; nur 150 neue Bäume werden nachgepflanzt. Da kommt solch eine Initiative gerade recht! Das sind schöne Meldungen; gleichwoh magl mancher bei diesen Zeilen auch stets ein wenig Unbehagen verspüren. Sponsoring ist "in", ist amerikanisch gut.
      Auch in anderen Bereichen findet man Beispiele: Eltern streichen die Klassenräume ihrer Kinder oder finanzieren beispielsweise den Musiklehrer... – Werden wir bald auch extra sammeln, damit Löcher in der Straße vor unserer Haustür ausgebessert werden, damit die Polizei- oder Feuerwehrwache meines unmittelbaren Wohnbezirkes ein dringend notwendiges neues Fahrzeug erhält?
      Wo führt dieses letztendlich hin? Zu einem Bettelstaat, der ständig mit dem Klingelbeutel zusätzliche Mittel beim Bürger erbittet: 1 Euro für das Altenheim, 1 Euro für das Obdachlosenheim, 1 Euro für die Grünanlagepflege und die Brombeerhecke u.s.w. Wohlhabende Gegenden können dann schnell mal locker ihren Bereich und ihre Einrichtungen finanziell versorgen und beglücken.

Was meinen Sie dazu?
Wir sind neugierig! Schreiben Sie Ihre persönliche Meinung an:
NABU-Bezirksgruppe Zehlendorf
c/o Walter Handwerk
Berliner Str. 64
14169 Berlin
oder per E-Mail: walterhandwerk@web.de

Antworten

Es erreichten uns zwei Beiträge, die wir hier z. T. in leicht gekürzter Form wiedergeben:

"Weniger Blödsinn"

Das Bezirksamt sollte sich ganz allein um die Pflege der Grünflächen kümmern und dieses auch organisieren. Es gibt genug Arbeitslose, die man hierfür sinnvoll einsetzen kann. Dann würde der eine oder andere seine vielleicht überschüssigen Kräfte positiver umsetzen. Keine Langeweile kommt auf und abends fällt er müde ins Bett mit dem Bewusstsein, etwas Nützliches getan zu haben. Weniger Zeit und Kraft für Dummheiten und Blödsinn.

Manfred P. Stiehler, 14165 Berlin

"Mehr Verantwortung"

Es ist eine Schande, dass Pflegemaßnahmen überhaupt in diesem Maße nötig sind. Warum werden diese Grünanlagen/Parkflächen von den Menschen verunreinigt? Hier sollte man genauer nachfragen! Schon in den Schulen müsste gerade die Jugend an Sauberkeit und Verantwortung herangeführt werden. Die Ehrenamtlichkeit an sich ist edel und lobenswert. Nur darf sich der Staat als Organ, welches dem Gemeinwohl verpflichtet ist, nicht seiner Verpflichtung gänzlich entziehen, ein gesundes Gleichgewicht ist nicht bedenklich. Ich wünsche ihnen und allen im Naturschutz Aktiven weiter viel Tatkraft!

Anette v. Lonski , per e-mail

Steinreiche Rückkehr aus dem Urlaub

Buchtipp: �Steine am Ostseestrand� von Rolf Reinicke

Bucheinband

Bucheinband

Viele kennen das: Nach einigen Tagen an der schönen Ostseeküste kehrt man im wahrsten Sinne des Wortes steinreich zurück.
      Nicht selten hat der Urlauber ganze Tüten voll mit unterschiedlichsten Steinen auf Strandwanderungen selbst gesammelt, wunderschöne Formen, fantastische Farben und Muster . Und oft stellt sich die Frage: Was ist das eigentlich für ein Stein? Wie heißt er? Steine können ganze Geschichten erzählen, sie haben " wenn man so will – interessante, spannende "Erlebnisse" hinter sich. Es ist nunmehr ganz aktuell ein durchweg reich bebildertes Büchlein auf dem Markt gekommen, welches uns die Werdegänge der ansonsten ja recht stummen Zeugen näher bringt. Der in Stralsund ansässige Geologe Rolf Reinicke hat über mehrere Jahrzehnte zusammen mit seiner Ehefrau die Küste der Ostsee systematisch erforscht, dort Steine gesammelt, fotografiert und archiviert. Der Wissenschaftler Reinicke hat inzwischen mehrere beachtliche Ausstellungen organisiert und gilt in der Fachwelt als ausgesprochener Ostsee-Steinexperte. Besonders für Laien und Neueinsteiger in die Gesteinswelt ist dieses liebevolle Werk auch aufgrund des sehr verständlichen und anregenden Darstellungsstiles sehr zu empfehlen. Die unterschiedlichsten Arten – u. a. Granit, Sand-, Kalk- und Feuerstein, "Katzengold", Donnerkeile, Fossilien und Bernstein – werden hier genauestens beschrieben und näher gebracht.
      Wenn sich jemand schon immer tendenziell für Steine interessiert hat und demnächst in Richtung Ostsee fahren wird, dann sollte dieses Buch auf jeden Fall in der Reisebibliothek nicht fehlen.

Demmler Verlag Schwerin 2007, ISBN 978-3-910150-75-1 / Preis: 9,95 Euro

Ältere Beiträge

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Stunde der Gartenvögel im Dreipfuhlpark

Bezirksgruppe organisiert Vogelzähl-Exkursion in Dahlem

Stunde der Gartenvögel 2007

Am Start

Samstagvormittags sind viele BerlinerInnen in voll gedrängten Kaufhäusern und überfüllten Einkaufszentren zugange. Und das ist auch gut so: Dann sind nämlich die öffentlichen Parkanlagen herrlich schön leer – ideal für Vogelfreund und -freundin und ihre ornithologischen Beobachtungen. Zur bundesweiten NABU-Aktion "Stunde der Gartenvögel" trafen sich am 12. Mai in Dahlem direkt neben der Gaststätte "Zur Mühle" elf Personen um 10 Uhr (also zu einer durchaus humanen, keiner barbarischen Ornithologen-Frühaufsteherzeit!), ausgerüstet mit Ferngläsern, Vogelbestimmungsbüchern und Schreibblock zur gemeinsamen "Vogelvolkszählung".

      Alle waren gut gelaunt und die Witterungsverhältnisse zu Beginn optimal: mild, windstill, gute Sicht. Nach einigen einleitenden Begrüßungsworten ging�s zunächst durch den schmalen, lauschigen Schmidt-Rottluff-Fußgängerweg, der uns sogleich angenehm von der lauten Straße wegführte.

Grünfink

Grünfink / Foto: Delpho

Welcher Vogel würde uns als erster begegnen? Elf Augenpaare suchen die Grünflächen ab, 22 Ohren lauschen angestrengt. Eine Amsel ist unser erster Vogel! Sie fliegt quer über unseren Weg in der für Amseln so typisch spektakulären Weise. Den zweiten Vogel nehmen wir zunächst nur akustisch wahr. Es ist die nasale Gesangsstimme des Grünfinken. Sodann zahlreiche Haussperlinge und lustig an Ästen herumbaumelnde, hangelnde Blaumeisen, die uns eindrucksvoll ihr akrobatisches Können darbieten. Hoch über uns erspähen wir am Himmel Mauersegler, die erst seit einigen Tagen aus dem fernen Südafrika zurück in ihre Berliner Brutgebiete gekommen sind.

      Rechts von uns an der Schlettstadter Straße liegt die 1879 erbaute Holländische Mühle, deren altes, moosbewachsenes Mauerwerk ein Insektenrefugium birgt und selbstverständlich auch interessierte Vögel anlockt.

Rauchschwalben

Rauchschwalben / Foto: Dorbert

Über die Schützallee wandernd, gelangen wir zum Südeingang des Dreipfuhlparkes. Still und fast menschenleer liegt er vor uns, ein kleines Paradies mitten in der Stadt! Einige von uns kannten es noch gar nicht, waren erstaunt und hocherfreut über diese kostbare Naturperle, die auch einen Teich mit Schilf bewachsenen Ufern enthält. "Pfuhl" bedeutet nach seiner Herkunft größere, tiefere Pfütze; demnach müssen es früher einmal drei kleine Gewässer gewesen sein, die dann zu einem Tümpel verschmolzen.

Kleiber

Kleiber

Doch zurück zu unseren Vogelbeobachtungen: Ein Schwarm Straßentauben hat uns gerade überflogen; wir entdecken viele Stare, die sich eifrig mit ihrem Brutgeschäft befassen. Sie laufen teils lustig durchs feuchte Gras, heute scheint ein guter feuchter Wurmtag für die Starenkolonie zu sein. Plötzlich ein unbekanntes Flugobjekt! "Da! Eine Rauchschwalbe!" ruft jemand und schreckt zugleich einen Buchfinken auf, der seinen typischen lauten Schlag in den Chor der zahlreichen Feldsperlinge mischt.
      Wir hören die angenehm melodische Strophe der Mönchsgrasmücke und erlauschen am äußersten Nordostteil des Parks als absolutes Highlight eine wundervoll singende Nachtigall. Am Teichufer sehen wir Stockenten, Bläss- u. Teichralle. Ein Kleiber macht mit seinem sehr lauten, eindringlichen Gesang deutlich, wer hier im Revier das Sagen hat. Sein Lied wird so klar, der Sänger muss ganz in unserer Nähe sein.

Stunde der Gartenvögel 2007

Und tatsächlich: da ist er! Er eilt gerade emsig einen Baumstamm hoch und runter, ist als einziger europäischer Vogel in der Lage, an einem Stamm auch abwärts zu klettern und demonstriert uns diese erstaunliche Fähigkeit ausgiebig.

      Leichter Regen setzte ein, ließ jedoch unseren Entdeckerwillen zunächst nicht erlahmen; hatte gleichwohl bald unsere Ferngläser leicht "gewässert" und nahm dann zu. Also machten wir uns über die Sundgauer Straße auf den Rückweg zu unserem Ausgangsort.

Unsere Top Five von der Anzahl her sowie die kompette Artenliste:

  1. Straßentaube – 23
  2. Amsel – 16
  3. Ringeltaube – 13
  4. Mauersegler / Stockente – 12
  5. Star – 11

Insgesamt haben wir 26 Arten registriert, und zwar aufgelistet nach der Reihenfolge ihres jeweiligen Erscheinens:
  1. Amsel – 16
  2. Grünling – 7
  3. Haussperling – 9
  4. Blaumeise – 8
  5. Nebelkrähe – 6
  6. Mauersegler – 12
  7. Straßentaube – 23
  8. Kohlmeise – 10
  9. Star – 11
  10. Rauchschwalbe – 5
  11. Buchfink – 1
  12. Mönchsgrasmücke – 5
  13. Feldsperling – 6
  14. Elster – 5
  15. Stockente – 12
  16. Ringeltaube – 13
  17. Nachtigall – 1
  18. Blässhunh – 1
  19. Fitis – 2
  20. Kleiber – 1
  21. Buntspecht – 1
  22. Teichhuhn – 1
  23. Stieglitz – 4
  24. Gartenbaumläufer – 1
  25. Zaunkönig – 1
  26. Schwanzmeise – 1

Die Vogelzählaktion hat viel Freude und Spaß bereitet und auch wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass Naturbeobachtung als gemeinsames Erlebnis einen besonderen Reiz hat.


Wer die Natur schützt,
schützt unsere Erde,
die wir alle brauchen.
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– für uns und unsere Kinder.
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