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Otto Bardella zum Siebzigsten

Alt wie ein Baum möge er werden!

Otto Bardella

Otto Bardella / Foto: Scharon

Seine große Leidenschaft gilt den Bäumen, den stummen Zeugen der Zeit, die uns immer wieder mit ihrem Formenreichtum, ihrer Wandelbarkeit überraschen und erfreuen. "Unter einem Baum", sagt Otto Bardella, "vergisst man all seine Sorgen. Er gibt uns Trost und macht uns Mut, weiter vorwärts zu gehen und den Wirrungen des Lebens zu trotzen, so wie er Wind und Wetter trotzt". Auch Otto Bardella trotzt den Wirren und gibt ein hervorragendes Beispiel für Ausdauer und Freude am Leben! Stolze 70 ist er kürzlich geworden, und sein Motto lautet:

"Alt wie ein Baum möchte ich werden."

Otto Bardella wurde 1937 in Liegnitz (Schlesien) geboren, war kaum zwei Jahre alt, als die Mutter starb und wuchs bei einer Tante auf. Mit ihr und dem Vater musste er 1946 fliehen, wurde ins sächsische Verda zwangsumgesiedelt und bestand hier 1956 das Abitur mit Auszeichnung. Bis 1962 studierte er an der TH Dresden und war dann Diplomingenieur für Kerntechnik. 1963 ging er nach Berlin, heiratete und gründete eine Familie, aus der drei Kinder hervorgingen.

      Bis 1991 arbeitete Otto Bardella im Werk für Fernsehelektronik, wurde dann jedoch wie viele andere arbeitslos. Aufgrund seines großen Interesses für die Natur und ihren Schutz absolvierte er 1991/92 eine Weiterbildung zum "Umweltberater" und war bereits im Jahr zuvor Mitglied der Bürgerinitiative (BI) Müggelsee geworden, die sich für den Schutz des Gewässers, seiner Uferzonen und Schilfgürtel einsetzt. Als Otto Bardella auch in seinem Zweitberuf keine Anstellung fand, suchte er sich ein anderes Wirkungsfeld, das ihn bis heute viel beschäftigt und ausfüllt: 1991 gründete er gemeinsam mit anderen die Bezirksgruppe Köpenick im NABU.

      Außerdem trat er 1993 der Baumschutzgemeinschaft Berlin e. V. bei und ist heute Vorstandsmitglied. Mit viel Kraft setzt es sich für den Schutz und Erhalt der Bäume ein. Viermal im Jahr führt er zu den Naturdenkmalen in Köpenick und Friedrichshagen, um anderen Menschen diese Schönheiten der Natur nahe zu bringen und vielleicht im Glücksfall sogar Liebe für sie zu wecken.

      Jahr für Jahr setzt sich Otto Bardella intensiv für die Amphibien in Köpenick ein. Er organisiert den Aufbau und die Betreuung des Amphibienschutzzaunes an der Straße nach Fichtenau, bringt die Laichhilfen mit ein, betreut fast alleine den Zaun für die Rückwanderung und ist überhaupt immer zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Zusätzlich ist er Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft "Karniswal" (Naturschutzzentrum in Gosen) und arbeitet an der Agenda 2010 mit. Auch bei Stellungnahmen zu Bauvorhaben im Bezirk kann man immer auf ihn zählen.

Zu seinem 70. Geburtstag
wünschen auch wir
Otto Bardella,
er möge alt werden wie ein Baum
und erhoffen für ihn lange währende
Vitalität und widerständige Gesundheit!


Die Stunde der Gartenvögel 2007

Vogeltouren in die Köllnische Heide...

Pirol

Pirol / Foto: Dixie,WikiCom.

Trotz Regen trafen sich Freitag, 12.05., immerhin zwölf TeilnehmerInnen am S-Bhf. Oberspree. Nach einer kurzen Begrüßung, in die sogleich auch Nachtigall und Mönchsgrasmücke lautstark einfielen, brachen wir auf in Richtung Köllnische Heide. Auf dem Weg durch die angrenzende Einfamilienhaussiedlung entdeckten wir als erstes Highlight einen Stockentenerpel, der sich auf dem Giebel eines Hauses niedergelassen hatte und von dort oben Ausschau hielt. Wir spazierten dann kreuz und quer durch die Köllnische Heide und blieben immer wieder stehen, um den verschiedenen Vogelstimmen zu lauschen. Als uns unversehens ein Pirol samt Gattin über den Weg flog, gerieten wir geradezu in Aufregung: Sein leuchtendes Gelb trat besonders zwischen dem saftigen Grün der Baumkronen hell hervor, und staunend lauschten wir dem Gesang, womit der Vogel seiner Auserwählten zu gefallen suchte.
      Obwohl die Stunde längst vorüber war, zeigten sich alle so angetan, dass wir weiter gingen und auch noch das eine oder andere Faszinierende entdeckten. Am Ende äußerten sich die TeilnehmerInnen begeistert und würden sich über eine Wiederholung im nächsten Jahr freuen.

...und ins Erpetal

Eisvogel

Am Sonntag waren es dann bei strahlendem Sonnenschein 15 TeilnehmerInnen. Vom Treffpunkt am S-Bhf. Hirschgarten aus ging es in die Kleingartenkolonie Erpetal und das angrenzende Landschaftsschutzgebiet. Hier gehen Gärten über in offene Landschaft mit Feuchtwiese und Fließ und schließlich Wald in unmittelbarer Nähe. Daher konnten wir eine Vielzahl von Arten bestimmen. Als besondere Höhepunkte werteten wir Trauerschnäpper, Feldschwirl und Eisvogel. Merkwürdig war für die, welche das Gebiet schon länger kennen, dass einige Vogelarten (z. B. Pirol, Grünspecht, Fasan), die sonst dort vorkommen, ausgerechnet jetzt nicht zu hören waren.
      Auch an diesem Tag war die Mehrzahl der Teilnehmer von der Exkursion so begeistert, dass wir den Spaziergang verlängerten – auf sage und schreibe drei Stunden! Zwölf waren wir noch am Ende und froh, dass Gebiet kennen gelernt zu haben, und alle freuen sich bereits aufs nächste Jahr.

Artenliste
Köllnische Heide
12.05.2007
10:30 - 11:30 Uhr
Erpetal
13.05.2007
10:30 - 11:30 Uhr
Amsel 5 6
Blaumeise 1 2
Buchfink 3 2
Buntspecht 1 1
Eichelhäher 2 2
Eisvogel 0 1
Elster 1 2
Feldschwirl 0 1
Feldsperling 2 2
Fitis 2 2
Gartenbaumläufer 0 2
Gartengrasmücke 0 1
Gartenrotschwanz 1 2
Grünfink 2 2
Haussperling 8 1
Klappergrasmücke 1 1
Kleiber 1 0
Fortsetzung
Kohlmeise 4 4
Mauersegler 4 2
Mehlschwalbe 0 4
Mönchsgrasmücke 3 2
Nachtigall 3 2
Nebelkrähe 3 3
Pirol 2 0
Rauchschwalbe 0 6
Ringeltaube 0 4
Rotkehlchen 0 2
Schwanzmeise 0 1
Star 0 5
Stockente 1 2
Trauerschnäpper 0 2
Waldlaubsänger 5 2
Zaunkönig 1 1
Zilpzalp 2 2
Summe

Anzahl der Arten
58

23
74

32

Vorzeitiger Sommer kostet Tausenden Amphibien das Leben!

Austrocknung des Rahnsdorfer Stausees hat 90 Prozent des Nachwuchses vernichtet

Laichschutz

Vorm Vertrocknen / Foto: Scharon vergrößern

Was viele Zeitgenossen als vorverlegten Sommer bejubeln, bedeutet für andere Lebensformen den Tod. Mehrere Wochen früher als in den vergangenen Jahren fiel der Rahnsdorfer Stausee trocken und vernichtete mehr als 90 Prozent des Amphibiennachwuchses.
      Der Rahnsdorfer Stausee wird vom Fredersdorfer Mühlenfließ gespeist. Aufgrund verschiedener Faktoren trocknet der See jeden Sommer – auch in Jahren mit durchschnittlichem Niederschlag – bis auf ein kleines Restbecken aus. Zum einen versiegt alljährlich der Zufluss aus dem Mühlenfließ; zum anderen lässt die nahe gelegene Brunnengalerie des Wasserwerks Friedrichshagen den Grundwasserspiegel absinken, so dass der See in der Vergangenheit gewöhnlich Mitte bis Ende Mai, in regenreichen Jahren spätestens im Juni trockenfiel. Nun jedoch, in Zeiten immer heißerer und niederschlagsärmerer Frühjahrsmonate, lässt die steigende Verdunstung den Stausee zu früh austrocknen.

Kaulquappen

Kaulquappen / Fotos: Scharon

Zahlreichen Tierarten bietet der See Lebensraum. Amphibien, wie der Erdkröte, dient er als Laichgewässer. Jahr für Jahr wandert eine steigende Krötenzahl zur Fortpflanzung hierher. Um den Amphibien, einigen Fischarten und anderen Wassertieren mit ihren Nachkommen das Überleben zu sichern, wurde vor Jahren ein Teil des Staubeckens mit Folie ausgekleidet. So entstand die so genannte Überlebensgrube. Normalerweise reicht die Zeit vor dem Austrocknen des nicht abgedichteten Teiles des Sees aus, damit sich die Kaulquappen zu Jungkröten entwickeln und das Gewässer verlassen können.
      Die "Überlebensgrube" ist vom restlichen Teil des Sees durch einen Erdwall getrennt. Ihr Rand liegt höher als der nicht abgedichtete Teil des Staubeckens. Ist überschüssiges Wasser vorhanden, fließt es in den nicht abgedichteten Bereich und sorgt für einen ausreichenden Wasserstand bis zur vollständigen Entwicklung der Amphibien. Wegen ausbleibender Niederschläge riss der Zufluss dieses Jahr jedoch frühzeitig ab, das Wasser verdunstete oder versickerte, und der Rahnsdorfer Stausee trocknete zur Unzeit aus.
      Ungeachtet der Bemühungen einiger Freiwilliger, die einen Teil des Laichs bzw. der Kaulquappen umsetzten, hatte der Großteil keine Chance, in die Überlebensgrube zu gelangen.
      Somit ist in diesem sommerlichen Frühling am Rahnsdorfer Stausee ein über 90-prozentiger Ausfall des Erdkrötennachwuchses zu beklagen. Sollten sich, was leider zu erwarten ist, die Prognosen der Klimatologen speziell für den Raum Berlin-Brandenburg bewahrheiten, werden die Lebensbedingungen für die an Kleingewässer gebundenen Arten in Zukunft überaus prekär.

Biber im Südosten Berlins

Klare Indizien nun auch im Erpetal

Biberbaum

Biberbaum / Foto: Bardella

Im Köpenicker Landschaftsschutzgebiet (LSG) Neuenhagener Mühlenfließ, und zwar im Erpetal kurz vor der Eisenbahnbrücke, in Fließrichtung des Baches am rechten Ufer, wurde kurz vor Weihnachten widerrechtlich eine bereits 90 cm Stammumfang aufweisende Kopfweide gefällt, deren Krone seither im Wasser liegt. Als Täter vermutet Otto Bardella einen Biber, der – aus Brandenburg wahrscheinlich über den Müggelsee, die Spree und sodann die schmale Erpe herauf geschwommen – , eine Vorhut der Art im Südosten Berlins darstellt, die sich auch hier nun bis in Siedlungsbereiche vorwagt.

Biber-Einstieg

Biber-Einstieg / Foto: Bardella

In den Roten Listen der Bundesrepublik bzw. Brandenburgs wird der Biber als "vom Aussterben bedroht" geführt und ist nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. In der Flora-Fauna-Habitat (FFH-) Richtlinie gehört er zu den Tierarten, deren Vorkommen bzw. Lebensräume im Rahmen des europäischen Netzes von Schutzgebieten Natura 2000 erhalten werden müssen.
      Womöglich auf Reviersuche, da im angrenzenden Brandenburgischen schon alles besetzt ist, hat sich unser größter Nager vom Lärm des Straßen-, S- und Fernbahnverkehrs offenbar nicht weiter irritieren lassen und den Kegelschnitt bei besagter Weide nicht symmetrisch, sondern wasserseitig tiefer eingenagt, so dass der Baum in den Bach stürzen musste. Die Fließgeschwindigkeit des Gewässers ist an dieser Stelle jedoch so stark, dass es dem Tier sicher nicht ums Aufstauen, sondern ums Verspeisen der Zweige gegangen sein dürfte, sei es an Ort und Stelle oder zunächst abtransportiert in eine in den Uferschlamm gegrabene Höhle.

Biber

Castor fiber / Foto: Olsen/WikiCommons

Bereits im Oktober wurden unterhalb der Straße Am Wiesenrain zwei jüngere, erst vor kurzem im Rahmen von Pflegemaßnahmen gepflanzte Weiden umgelegt und unweit des Schauplatzes der jüngsten Fällung auch mehrere wilde Pflaumenbäume benagt. Vom Bezirksamt aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällte und zerlegt am Ufer aufgeschichtete Bäume weckten augenscheinlich ebenfalls das Interesse des Bibers, denn in einem Reisighaufen fanden sich ein Einlass und dahinter eine Höhlung, die das Tier als Unterschlupf genutzt haben muss, doch ein nächtliches Ansitzen bis hinein in die klamme Morgendämmerung blieb leider vergeblich: Castor fiber ließ sich nicht blicken.

      In einem Vortrag auf dem 3. Berliner Naturschutzttag 2002 hatte Gewässer- und Biber-Experte Manfred Krauß noch eine Wiederansiedlung des Bibers im NSG Gosener Wiesen befürwortet, da man annahm, die Tiere könnten, von der Oder kommend, Schleusenanlagen und künstliche Barrieren entlang der Spree nicht überwinden, doch als sich dann 2004 Fraßspuren in dem betreffenden Gebiet fanden und im darauf folgenden Jahr im Bereich Große Tränke / Seddinsee eine erste Ansiedlung entdeckt wurde, sah man von künstlichen Maßnahmen ab.

      Die Prognosen der Fachleute um Wilhelm Recker, dem Berliner Biber-Experten, wonach Castor fiber albicus, nachdem er via Havel und Oder-Havel-Kanal bereits seit 1994 im Nordwesten Berlins wieder eingewandert ist, es auch im Südosten Berlins ganz alleine schaffen würde, haben sich mithin ein weiteres Mal bestätigt.

04.1.07

Erfolgreiche Müllsammelaktion im Naturschutzgebiet Johannisthal

Über ein Dutzend Freiwillige haben sich beteiligt!

Müllaktion

Schwärmt aus...

Das ehemalige Flugfeld Johannisthal stellt eine der wenigen noch vorhandenen Trocken- bzw. Halbtrockenrasenflächen Berlins dar. Im Sommer trifft man z. B. auf hier brütende Feldlerchen und Steinschmätzer. Insgesamt beherbergt das NSG acht Brutvogel-, sieben Heuschrecken-, acht Laufkäfer-, neun Spinnen-; fünfzehn Pflanzen-; 59 Schmetterlings- und 88 Wespen- und Bienenarten, die bereits sämtlich auf den Roten Listen der gefährdeten Arten Berlins geführt werden.
      Die Kernzone ist als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen und daher streng geschützt. Es ist von einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) umgeben. Im LSG wurden und werden einige Bereiche gestalterisch für die Öffentlichkeit erschlossen, d. h. in verschiedenen Kammern werden für die Öffentlichkeit nutzbare Bereiche geschaffen, wie z. B. Obstbaumwiesen, Spielplätze und naturnahe Bereiche.
      Am Rand des LSG hat man Einfamilienhäuser errichtet, die sich z. T. noch im Bau befinden. Trotz der vom Bezirksamt den Bauherrengemeinschaften erteilten Auflage einer besonderen Aufsichts- und Sorgfaltspflicht bezüglich Verpackungen und sonstigem Müll aus dem Baugeschehen, kommt es immer wieder zum Eintrag von Verpackungsmüll sowohl ins LSG als auch ins NSG. Hinzu kommt, dass auch solche Gebiete vor Vandalismus nicht geschützt sind. So landen auch Flaschen und anderer Müll im Naturschutzgebiet.

      Daher rief am 9. Dezember die NABU-BG Treptow-Köpenick zusammen mit dem Förderverein Landschaftspark Johannisthal Freiwillige auf, gemeinsam Müll zu sammeln. Die Genehmigung zum Betreten des NSG lag selbstverständlich vor.

Müllaktion

Reiche Beute! vergrößern

Dem Aufruf folgten insgesamt zehn Leute, denen sich während der Aktion noch drei Kinder anschlossen. Leider beteiligte sich aus der neu gebauten Einfamilienhaus-Siedlung außer jenen drei Kindern niemand an unserer Aktion.
      Doch die fleißigen Freiwilligen suchten das ganze Naturschutzgebiet (ca. 1,5 h) ab und fanden Vieles, was es zu entsorgen galt.
      Dabei machte uns am meisten der Schrott aus vergangenen Zeiten des Flugfeldes zu schaffen, der nach Jahren wieder zu Tage getreten war. Er war sperrig, rostig und zerriss uns die Müllsäcke. Ca. ein Drittel der Funde war Schrott, der Rest bestand aus Baumaterialverpackungen, Dämmstoffe, einigen Flaschen und sonstigem Müll. Aber auch der Schädel eines Fuchses befand sich darunter.
      Wir standen bei der Aktion unter Beobachtung von Krähen, Dohlen und einem Turmfalken, der dort nach Beute suchte. Zudem war es immer wieder überraschend, wenn einer der dort lebenden Hasen kurz vor uns aufsprang und Haken schlagend davon lief.
      Gegen Ende der Aktion erhielten wir noch die Unterstützung vom Bezirksamt. Die Abt. Umwelt und Natur holte mit einem kleinen Lkw den gesamten Müll ab. So konnten wir einem Wiedereintragen ins Gelände vorbeugen.
      Alle Beteiligten waren begeistert von der Aktion und erklärten sich bereit, ggf. für eine weitere Aktion wieder zur Verfügung zu stehen. Aufgrund der gefundenen Menge an Müll wird die nächste Aktion bereits für Ende Februar 2007 geplant, vorausgesetzt es liegt kein Schnee.

Allen Helferinnen und Helfern sei hiermit noch einmal herzlich gedankt!

Arbeitseinsatz im Landschaftspark Johannisthal

HelferInnen sind herzlich willkommen!

Landschaftspark Johannisthal

Foto: Förderverein Landschaftspark Johannisthal/Adlershof e.V.

Am Samstag, 9. Dezember, 10 Uhr treffen sich Mitglieder unserer Bezirksgruppe und des Fördervereins Landschaftspark Johannisthal zur gemeinsamen Müllsammelaktion im Landschaftspark.
      Die wertvollen Biotope auf den mageren Sandböden des ehemals ersten deutschen Motorflugplatzes sind Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten. In Teilen ist der Landschaftspark als Natur- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, doch manchen BesucherInnen ist dies leider nur ungenügend bewusst: der sich immer wieder ansammelnde Müll ist nicht nur ästhetisch ein Problem.

Treffpukt: Skaterbahn im Landschaftspark, Ende Karl-Ziegler-Straße

Ehrenamtsaktionstag 2006

Reinigung eines Löschteiches

Löschteich-Reinigung

ImTrüben fischen...

Einen Ansturm löste unser Aufruf zwar nicht gerade aus, anlässlich des Ehrenamtsaktionstags am 23. September einen vernachlässigten Feuerlöschteich in der Köpenicker Wuhlheide zu entmüllen, obschon auch über Presse und Radio verbreitet – wahrscheinlich war das altweibersommerliche Wetter gar zu schön –, doch immerhin vier Aktive eilten herbei, und zu fünft rückten wir dem Unrat in besagtem Teich zu Leibe, der vornehmlich Erdkröten, aber auch Grasfröschen als Laichgewässer dient.

Löschteich-Reinigung

 ...und fündig geworden!

Er ist das einzige (Klein-)Gewässer in der Wuhlheide, welches im Sommer nicht trocken fällt und auch nicht für Freizeitaktivitäten genutzt wird. (Der Plumpengraben und zugehörige Teich im Süden des Wasserwerkes fallen dagegen jedes Jahr trocken.) Bei der Aktion konnten wir auch die Existenz von Fischen im Teich nachweisen, doch sonstige Fauna ist nicht darin vorhanden, da es sich um ein Betonbecken handelt. Auch das von Sträuchern und einer hohen Eiche hineinfallende Laub verhindert Pflanzenwachstum. Die porösen Wände jedoch sowie eingetragene Holzstöcke, ja sogar Schutt und Schrott dienen den Kröten im Frühjahr als Laichhilfe. Vielerlei Singvögel nutzen den Teich zum Trinken und Baden, und über dem Wasser tummeln sich Libellen und andere Insekten.
      In Wathosen und mit Harken bewaffnet stiegen wir zu zweit hinein, fischten im Trüben, förderten u. a. Lkw-Reifen, mehrere Metallschüsseln und -eimer, einen Kanister, zwei Holzkohlegrills, zwei Fahrradrahmen, einige Betonbrocken sowie viel Plastik und Papier an die Oberfläche und reichten es den am Beckrand Stehenden zu. Diese wiederum trugen all den Unrat auf einer kleinen Fläche zusammen, verschnürten ihn sorgfältig mit Draht und versahen den Ballen zur Information mit einem NABU-Schild – all das, um zu verhindern, dass alles umgehend wieder im Teich landet. Auch die nähere Umgebung wurde nach herumliegendem Müll abgesucht und bereinigt.

Löschteich-Reinigung

Abtransport / Fotos: Stavorinus

Mit Herrn Bartsch, dem für die Wuhlheide zuständigen Förster, der unsere Aktion sehr begrüßte, war abgesprochen, dass der Abfall durch seine Mitarbeiter abgeholt und entsorgt würde, was dann am darauffolgenden Montag und Dienstag auch geschehen ist. Auch vorüberkommende SpaziergängerInnen befürworteten unser Tun, doch eine wachsame Dame erstattete erst einmal Anzeige, bevor sie die auf dem Schild hinterlassene Rufnummer wählte und sich genauer erkundigte.

Die letzte Reinigung des Teiches liegt bereits drei bis vier Jahre zurück, und angesichts unserer reichen Ausbeute haben wir beschlossen, die Aktion nächsten Herbst zu wiederholen. Mehr als einmal jährlich sollte man sie allerdings mit Rücksicht auf die Amphibienentwicklung nicht durchführen.

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