Berlin.NABU.de NABU Vorstand Jahresbericht 2010
Jahresbericht 2010
Jahresbericht 2010
Geleitwort von Torsten Hauschild
Torsten Hauschild, Vorsitzender des NABU Berlin
Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,
wieder liegt ein Jahr Naturschutzarbeit hinter uns. Diesmal ein sehr bewegtes Jahr.
Gemischte Gefühle, ausgelöst durch eine Reihe von Unsicherheiten wie der angespannten Finanzlage oder der Ungewissheit, wie sich die Umsetzung der Ämterstrukturreform auf den Natur- und Artenschutz auswirken mag, machten sich im Verband breit. Auch in der Stadt kam zum Thema Natur einiges ins Rollen: Die Biodiversitätsstrategie stand auf der Agenda, die Nachnutzungspläne für das Tegeler Flughafenareal wurden hitzig debattiert und die Öffnung des ehemaligen Flugfeldes Tempelhof schlug hohe Wellen. Mittendrin der NABU Berlin! Was wird die Politik unternehmen, und wie kann der NABU Berlin seine Vorstellung von Natur und Umwelt zwischen Freizeit- und Bebauungsbedarf zielgerichtet umsetzen? Es ist uns an vielen Stellen gelungen. Trotz aller Schwierigkeiten haben wir auf vielen Ebenen vermittelt, gekämpft, ein wenig verloren und viel, viel erarbeitet, Widersprüche aufgelöst, Konflikte ausgetragen und Position bezogen. Beispielsweise zeigte sich, dass wir konstruktiv durch Beteiligungsverfahren Einfluss nehmen können. Der großflächige Umbau des Großen Tiergartens in ein Wegelabyrinth für Touristen konnte umgangen werden. Investoren, Senat und Bezirksämter wurden erfolgreich an Planfeststellungsverfahren erinnert und ließen im Fall „Alter Hafen Hirschgarten“ von den ursprünglichen Plänen ab.
Aber auch viele kleine Proteste in Form von Stellungnahmen oder kritischen Pressemeldungen zur Zerstörung der Natur an unscheinbaren Orten, wie am Betriebsbahnhof Schöneweide, trugen dazu bei, an die Schutzwürdigkeit des Berliner Grüns zu erinnern. Zur Nichteinhaltung der Ziele des Countdown 2010 zeigten wir die „Rote Ampel“. Zunehmend vermittelten wir auch in Konflikten zwischen Urbanität und Naturschutz, so geschehen in Bezug auf den Denkmalschutz am Gendarmenmarkt oder bei der traurigen Mauerseglersaison des vergangenen Sommers. Hartnäckig gingen unsere täglichen Appelle bei den Senatsverwaltungen ein, sich an der Hilfsaktion für die jungen Mauersegler zu beteiligen. Zwar gibt es zwischen Artenschutz und Tierschutz juristische Unterschiede, für die Berliner, sowie besonders für die NABU-Mitglieder bestehen jedoch in erster Linie moralisch-ethische Verpflichtungen gegenüber den hilfsbedürftigen Jungtieren im bedrohlichen städtischen Lebensraum. Eine derartige Hilfsaktion ist eine wichtige Aufgabe für den Natur- und Artenschutz und wird derzeit in Berlin überwiegend durch die NABU-Wildtierpflegestation geleistet, deren wirtschaftliche Existenz auf einem fragilen Fundament steht. Aber nicht nur daran wollen wir in diesem Jahresbericht 2010 erinnern. Wir sind gewachsen und zwar in Richtung Innenstadt: Erste Gespräche und Ideen zur Gründung einer Bezirksgruppe in Mitte fanden im Winter 2010 statt. Die neue Bezirksgruppe Friedrichshain-Kreuzberg hat bereits durch verschiedene Einsätze und Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Auch über die Mitgliederzuwächse hinaus sind wir mit einem breiten Spektrum in der Gesellschaft vertreten. Den NABU Berlin findet man an Amphibienzäunen und bei Pflegeeinsätzen ebenso wie auf dem cineastischen Parkett einer Drehbuchförderung. Dabei handelt es sich nicht um einen Spagat, sondern vielmehr um eine sinnvolle Ergänzung. Synergien werden wir auch in Zukunft brauchen, denn nur durch die Möglichkeiten der Partizipation sind und bleiben wir für naturschutzaffine Menschen attraktiv und können uns für Naturschutzbelange effektiv und wirkungsvoll einsetzen. Wir füllen das Image des Grünen Berlins mit Leben.
Begleiten Sie den NABU quer durch Berlin: Von den Heuschrecken auf dem Biesenhorster Sand über interessante Pfleglinge der Wildtierpflegestation, und staunen Sie über den Einsatz der Ehrenamtlichen! Auch wir sind verblüfft und sagen: Hut ab und ein großes Dankeschön! Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer hauptamtlichen Mitarbeiter und ehrenamtlichen „Helden“ wäre der NABU Berlin kleiner und längst nicht so vielschichtig.
1. Vorsitzender NABU Landesverband Berlin
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